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Wireguard: Die Zukunft von VPN?

Eine der wichtigsten Maßnahmen für Sicherheit beim Surfen ist der Einsatz eines sogenannten Virtual Private Networks, kurz VPN. Nun tritt mit WireGuard ein neuer Mitspieler mit dem Versprechen auf den Plan, alles einfacher und schneller zu machen.

Wenn Sie im Internet surfen, suchen Sie in der Regel interessante Infos. Gleichzeitig geben Sie aber auch jede Menge persönlicher Infos preis. So wissen die Seitenbetreiber erschreckend viel über Ihre Gewohnheiten. Aber auch Vater Staat und Cyber-Gangster wollen wissen, was Sie im Web anstellen. Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen derartige Schnüffelei ist der Einsatz eines sogenannten Virtual Private Networks, kurz VPN. Die Technik verschleiert Ihre Surfausflüge mit einer Tarnkappe. Damit ausgestattet, können Sie beispielsweise Ländersperren im Web umgehen und sicher in öffentlichen Hotspots surfen.

Das VPN-Protokoll entscheidet

Die Technik gibt es schon länger, inzwischen gibt es unzählige Anbieter mit verschiedenen Preismodellen und diversen Vor- und Nachteilen. Dabei ist allerdings vor allem eine Sache entscheidend: Das eingesetzte Protokoll und die Verschlüsselungsmethoden welche maßgeblich für die Sicherheit und Anonymität verantwortlich sind. Denn das VPN-Protokoll bestimmt, wie Ihre Daten von Ihrem Computer an einen Server weitergeleitet werden. Beispielsweise priorisieren einige Protokolle die Sicherheit, während andere auf höhere Geschwindigkeit setzen. Inzwischen gibt eine Menge verschiedener VPN-Protokolle, der bekannteste Vertreter ist dabei OpenVPN, aber auch SSTP, PPTP und P2TP/IPSec sind bekannte Namen. Ganz neu ist zudem WireGuard, das einige Experten als die Zukunft von VPN bezeichnen.

Das macht WireGuard so besonders

WireGuard wurde von Jason Donenfeld entwickelt, Cybersicherheitsexperte und Gründer von Edge Security. Ursprünglich für Linux entwickelt, ist es inzwischen mit den meisten gängigen Plattformen kompatibel. Im Vergleich zu anderen VPN-Protokollen soll WireGuard eine Reihe von Vorteilen bringen. Hier die Wichtigsten:

1. Klein und schlank

Der Code hinter gängigen Protokollen wie OpenVPN (100.000 Zeilen) ist riesig. Das macht das das Auffinden und die Behebung von Fehlern und Schwachstellen schwierig. Im Gegensatz dazu besteht der Code von WireGuard nur aus rund 4.000 Zeilen Code. Weniger Codezeilen bedeuten auch weniger Abstürze und bessere Leistung. Das macht WireGuard besonders für datenintensive Dienste wie Games und Video-Streaming interessant.

2. Einfache Bedienung

Smartphone sind weiter auf dem Vormarsch. Entsprechend einfach muss die Bedienung sein.  Allerdings basieren die meisten VPN-Produkte auf komplexen Protokollen wie OpenVPN und IPSec. Das macht sie komplex und langsam. WireGuard bietet dagegen weniger Konfigurationsmöglichkeiten und beschränkt sich auf das Notwendigste. Das macht den Dienst klein, übersichtlich und einfach zu implementieren.

3. Besonders sichere Verschlüsselung.

WireGuard arbeitet nicht mit gängigen Verschlüsselungsmethoden, sondern setzt auf eigene kryptographische Verfahren, vor allem auf das sogenannte „cryptokey routing“. Das Verfahren basiert auf der Kopplung öffentlicher Verschlüsselungscodes mit autorisierten VPN-Tunnel-IP-Adressen. Das Ziel lautet, beste Geschwindigkeit und höchste Sicherheit zu kombinieren.

Wann startet WireGuard?

Die Entwickler betonen, dass sich das Protokoll noch in der Testphase befindet. Ein Termin für die finale Version steht noch nicht fest.  Fließen noch mehr Geld und Zeit in das Open Source-Projekt, hat es definitiv großes Potenzial. Bis dahin gilt weiterhin OpenVPN als das Maß der Dinge.