Ursprünglich für Teenager konzipiert, hat die Social-Media-App Yubo die Altersgrenze mittlerweile auf 18 Jahre angehoben und überprüft dies bei allen Nutzern mithilfe technischer Verfahren. Besorgte Eltern können also aufatmen – zumindest was Yubo betrifft. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die App und ihre umfangreichen Sicherheitsfunktionen. Zudem verraten wir Ihnen, wie Sie Yubo sicher nutzen und sich mit einer Cyber-Schutz-App wie Avira Antivirus Security besser vor mobilen Bedrohungen schützen können.
Was ist Yubo?
Yubo ist eine Social-Media-App, mit der junge Erwachsene über Matching-Funktionen, Chats und Livestreams neue Kontakte knüpfen und Freunde finden können. Sie wurde 2015 unter dem Namen Yellow von Studenten in Paris entwickelt und war anfangs nur in Frankreich beliebt. Durch die internationale Expansion, vor allem in den USA und Großbritannien, stieg die Nutzerzahl rasant an. Während der Corona-Pandemie verdoppelte sich die Zahl der täglichen Anmeldungen zeitweise sogar. Heute sind laut Yubo weltweit 85 Millionen Menschen bei Yubo registriert.
Ursprünglich war Yubo vor allem auf Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren ausgerichtet und wurde wegen der tinderähnlichen Swipe-Funktion auch als „Tinder für Teenager“ bezeichnet. 2017 wurde eine eigene Community für über 18-Jährige eingerichtet, um diese Altersgruppe aus Sicherheitsgründen von der jüngeren zu trennen. 2022 wurde dies durch die Einführung einer Altersverifikation auch technisch sichergestellt. Yubo war somit die erste große Social-Media-Plattform, die alle Nutzer einer Altersüberprüfung unterzogen hat.
Im November 2025 wurde die Plattform offiziell auf Nutzer ab 18 Jahren umgestellt. Yubo begründet diesen Schritt unter anderem damit, dass sich in einer Nutzerbefragung 92 % dafür ausgesprochen hätten, dass Yubo ein Raum ausschließlich für junge Erwachsene sein sollte und nicht für junge Erwachsene und Teenager. Der CEO und Mitbegründer von Yubo Sacha Lazimi sagt, dass die Kernzielgruppe von Yubo erwachsen geworden sei und die Plattform nun ebenfalls erwachsen werden müsse. Laut Yubo sind momentan 99 % der Nutzer zwischen 18 und 25 Jahre alt.
Trotz der Umstellung auf eine 18+-Plattform sind die für eine Social-Media-App vergleichsweise strengen Sicherheitsmaßnahmen weiterhin aktiv. So werden Nutzer nach wie vor anhand ihres Alters in verschiedene Communities eingeteilt und auch die 2022 eingeführte Echtzeit-Moderation für Livestreams bleibt integraler Bestandteil der App.
Wie funktioniert Yubo?
Yubo selbst bezeichnet sich als „Social-Discovery-Plattform“ für die Generation Z, auf der sich junge Erwachsene in Echtzeit treffen und neue Leute kennenlernen können – ohne Follower, Filter und Algorithmen. Denn Yubo verzichtet auf viele typische Social-Media-Funktionen und -Elemente wie Likes und klassische Feeds mit Beiträgen. Nach eigenen Angaben soll so der soziale Druck verringert und das „Performance-Verhalten“ reduziert werden.
Swipes: Nutzer können Profile von anderen liken, indem sie sie nach rechts wischen oder ablehnen, indem sie sie nach links wischen. Wenn sich zwei Nutzer auf diese Weise gegenseitig liken und ein sogenanntes Match entsteht, können sie miteinander chatten.
Tags: Zudem können Nutzer ihr Profil mit Tags versehen, um von anderen mit ähnlichen Interessen gefunden zu werden, und über Tags selbst nach passenden Kontakten suchen und Freundschaftsanfragen versenden. Diese können per Klick auf das Foto oder den Namen eines Teilnehmers oder Zuschauers auch während eines Livestreams gestellt werden.
Chats: Sobald zwei Nutzer miteinander befreundet sind, können sie sich über Nachrichten und Sprachnachrichten austauschen und Fotos und Videos teilen.
Lives: Bei den sogenannten Lives handelt es sich um Livestreams, an denen bis zu zehn Nutzer aktiv teilnehmen und unbegrenzt viele zuschauen und miteinander chatten können. Jeder Nutzer kann eigene Livestreams starten oder denen von anderen beitreten – unabhängig vom Freundschaftsstatus. In den Lives können sich die Teilnehmer zu bestimmten Themen austauschen, gemeinsam In-App-Spiele spielen oder Videos anschauen, während die Zuschauer im Chat kommentieren können.
Premium-Funktionen: Yubo bietet eine Reihe kostenpflichtiger Premium- und Zusatzfunktionen („Powers“) an, die über verschiedene Abo-Pakete („Packs“) oder die virtuelle In-App-Währung YuBucks freigeschaltet werden können. So können Nutzer beispielsweise die Sichtbarkeit ihres Profils im Swipe-, Chat- oder Live-Bereich erhöhen und ihre Livestreams bewerben.
Ist Yubo eine Dating-App?
Yubo räumt zwar ein, dass die App auch für Dating genutzt wird, betont jedoch, dass es dort um viel mehr geht als nur um Dating – nämlich darum, Gleichgesinnte zu finden, Freundschaften zu schließen und online mit Menschen aus der ganzen Welt in Kontakt zu treten.
Obwohl Yubo also offiziell keine Dating-App ist, wird sie oft dafür verwendet, da Nutzer dort unkompliziert und ohne Erwartungsdruck neue Leute kennenlernen können – sowohl über die Swipe-Funktion als auch über die Livestreams. Die Kombination aus spontaner Echtzeit-Interaktion, lockerer Atmosphäre und der Möglichkeit, ungezwungen Kontakte zu knüpfen, macht Yubo für Dating besonders attraktiv.
Wie sicher ist die Yubo-App?
Im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken bietet Yubo relativ viele (Selbst-)Schutzfunktionen und verfügt über verschiedene Sicherheitsmechanismen, die dafür sorgen, dass die Nutzer geschützt sind und sich sicher fühlen. Dazu gehören fortschrittliche KI-Algorithmen, eine umfassende Altersüberprüfung und eine Video- und Audio-Moderation. Ein Team aus Sicherheitsspezialisten arbeitet rund um die Uhr, um die Aktivitäten auf der Plattform proaktiv zu überwachen und in Echtzeit auf Meldungen zu reagieren.
Altersverifikation & Identitätsüberprüfung
Um sicherzustellen, dass die Menschen auf Yubo auch diejenigen sind, die sie vorgeben zu sein, und es sich um keine Bots oder Spammer handelt, muss jeder Nutzer bei der Anmeldung sein Alter und seine Identität bestätigen. Yubo nutzt zur Altersverifikation die Altersbestimmungstechnologie von Yoti, die durch intelligente Gesichtserkennung das Alter einer Person anhand eines Fotos recht zuverlässig einschätzen kann.
Daher müssen neue Nutzer bei der Registrierung nicht nur ihr Geburtsdatum angeben, sondern auch ein Live-Selfie in der App aufnehmen. Das System überprüft, ob das Bild mit dem angegebenen Geburtsdatum übereinstimmt. Zudem wird eine sogenannte Liveness Detection (Lebendigkeitserkennung) vorgenommen, bei der überprüft wird, ob das Bild von einer lebenden Person in Echtzeit stammt. So soll Spoofing verhindert und sichergestellt werden, dass es sich dabei um keinen Screenshot oder ein Bild aus dem Internet handelt.
Bei Zweifeln hinsichtlich der Identität oder des Alters einer Person muss diese einen Ausweis, Reisepass oder Führerschein sowie ein weiteres Live-Bild zur manuellen Überprüfung durch die Sicherheitsspezialisten von Yubo einreichen.
Zudem müssen Nutzer bei der Registrierung ihren echten Namen und ihr Geschlecht angeben. Profilbilder dürfen keine anderen Personen, Haustiere oder Cartoons zeigen, sondern müssen das Gesicht deutlich erkennen lassen. Yubo verwendet die Google-Bildersuche, um zu überprüfen, ob Profilfotos aus dem Internet stammen und zur Einrichtung gefälschter Konten verwendet werden.
Weitere Sicherheitsmaßnahmen von Yubo
Community-Richtlinien: Yubo verlangt respektvolles Verhalten und duldet keine Gewalt, Drohungen, Hassreden oder Betrugsversuche. Sexuelle, diskriminierende oder ausbeuterische Inhalte sind ebenso verboten wie Belästigung und selbstverletzendes Verhalten.
24/7-Moderation: Yubo überwacht alle Livestreams mithilfe einer Kombination aus KI-Algorithmen und menschlicher Moderation, um unangemessene Inhalte und Verhaltensweisen auf Yubo zu reduzieren. Die Moderatoren können in Echtzeit eingreifen, wenn Verstöße gegen die Community-Richtlinien festgestellt werden. Auch Direktnachrichten werden überwacht, um riskante Verhaltensweisen zu verhindern und potenzielle Täter zu identifizieren.
Schutz vor sexueller Ausbeutung: Yubo setzt spezielle Tools ein, die Schlüsselwörter erkennen, um mögliche Fälle von Grooming oder Missbrauch frühzeitig zu identifizieren. Zudem werden alle Bilder auf Yubo mit spezialisierten Datenbanken für kinderpornografisches Material abgeglichen.
Meldefunktion: Nutzer können andere Nutzer, Livestreams, Direktnachrichten und Inhalte melden und Screenshots und Videoaufnahmen anhängen, damit die Sicherheitsspezialisten die Vorfälle besser überprüfen können.
Einstellungen: Nutzer können andere Nutzer blockieren und ihren Standort so einstellen, dass nur das Land und nicht die Stadt angezeigt wird. Zudem können Nutzer ihr bevorzugtes Geschlecht, Alter und ihren Standort für Swipes auswählen oder „Vor Swipe verbergen” wählen, wenn sie nicht möchten, dass ihr Profil für andere sichtbar ist.
Pop-up-Warnungen in privaten Chats: Diese erscheinen, wenn Nutzer persönliche Daten wie ihre Telefonnummer oder Adresse mit anderen teilen möchten.
Blockierte Wörter: Mithilfe dieser Funktion können Nutzer Wörter, Abkürzungen oder Emojis festlegen, die sie als beleidigend, verletzend oder anstößig empfinden und nicht in der App sehen möchten.
SafeBlur: Hierbei handelt es sich um eine KI-gestützte Funktion, die optional aktiviert werden kann. Sie scannt eingehende Direktnachrichten und stellt unangemessene Inhalte unscharf (geblurrt) dar, die man auf Wunsch freigeben, also „entblurren“ kann.
Safety Hub: Hier können sich Nutzer rund um die Sicherheitsmaßnahmen von Yubo informieren, Sicherheitstipps erhalten und den Transparenzbericht herunterladen. Auf dem Privacy Hub stellt Yubo zudem weitere Privatsphäre- und Sicherheitstipps zur Verfügung.
Typische Social-Media-Risiken und Gegenmaßnahmen von Yubo
Die Sicherheitsmechanismen und Schutzfunktionen von Yubo sorgen dafür, dass viele Risiken, die häufig mit der Nutzung von Social-Media-Apps verbunden sind, erheblich reduziert werden. Dennoch lassen sich natürlich nicht alle vollständig ausschließen.
Grooming & Catfishing: Durch die Anhebung des Mindestalters auf 18 Jahre, die Trennung nach Altersgruppen, die Altersverifikation und Identitätsüberprüfung wird die Möglichkeit einer unangemessenen Annäherung von älteren Personen an Minderjährige stark eingeschränkt. Auch das Erstellen von Fake-Profilen wird deutlich erschwert.
Cybermobbing: Die Sicherheitsspezialisten, die die Aktivitäten auf Yubo rund um die Uhr überwachen, geben Warnungen heraus und ergreifen Maßnahmen, wenn Mobbing-Fälle von Nutzern gemeldet oder durch die Text- und Audio-Moderations-Technologien erkannt werden. Das Gleiche gilt für Hassreden, Drohungen und Belästigung sowie für sexuelle, schädliche und illegale Inhalte (wie Waffennutzung und Drogenkonsum).
Sextortion: Laut Yubo werden Fotos oder Videos, die „explizite Nacktheit“ enthalten, automatisch erkannt und deren Upload verhindert. Dadurch sinkt das Risiko, dass solche Inhalte für Erpressungsversuche genutzt werden. Allerdings können Nutzer freizügige oder erotisch wirkende Fotos, die nicht als „explizit“ eingestuft werden, teilen – und diese dann für Sextortion missbraucht werden.
Doxing: Um die Gefahr einer Veröffentlichung von persönlichen Informationen durch andere zu reduzieren, werden Nutzer gewarnt, wenn sie diese in einem privaten Chat teilen möchten.
Cyberstalking: Yubo verfügt über Sicherheitsfunktionen wie die Inhaltsmoderation, Blockier- und Meldefunktionen, die dabei helfen, aufdringliches Verhalten einzuschränken. Wenn ein Kontakt jedoch bereits auf andere Social-Media-Plattformen oder Messenger-Dienste ausgeweitet oder verlagert wurde, kann die digitale Belästigung dort fortgesetzt werden.
Phishing, Scam & Malware: Nutzer können zwar ihr Profil und ihre Lives bewerben, aber darüber hinaus ist Werbung – zum Beispiel für Gutscheincodes, Verkaufslinks oder Empfehlungslinks – in Diskussionsräumen nicht erlaubt. Der Verkauf von Artikeln oder Dienstleistungen ist ebenso ausdrücklich verboten wie das Versenden von bösartigen Links, Malware oder Viren und die Täuschung anderer.
So nutzen Sie Yubo sicher
- Geben Sie nicht Ihren vollständigen Namen oder andere personenbezogene Daten in Ihrem Profil an.
- Teilen Sie keine persönlichen Informationen wie Ihre Adresse oder Ihre Telefonnummer mit Nutzern, die Sie nicht kennen.
- Senden Sie keine intimen Fotos oder Videos an andere und bedenken Sie, dass auch während der Livestreams Screenshots gemacht werden können.
- Nutzen Sie die Einstellungsmöglichkeiten von Yubo, um Ihre Privatsphäre besser zu schützen.
- Kommunizieren Sie ausschließlich über Yubo und nicht über andere Dienste, da diese meist keine Schutzfunktionen bieten.
- Melden Sie unangemessene Inhalte und Verhaltensweisen umgehend an Yubo.
- Lesen Sie unsere Tipps für sicheres Online-Dating.
Tipp: Sorgen Sie auch bei der Nutzung anderer Social-Media-Apps mit weniger strengen Schutzvorkehrungen für mehr Online-Sicherheit. Mit Avira Antivirus Security für Android können Sie sich vor Malware und anderen Gefahren schützen. Zudem können Sie in der App jederzeit ein Upgrade vornehmen und weitere Funktionen freischalten. Dazu gehört ein Webschutz, mit dem Sie schädliche Webseiten und Phishing-Links blockieren können.
Yubo ist eine eingetragene Marke der Twelve-App SAS.
Yoti ist eine eingetragene Marke der Yoti Holding Ltd.
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