Ob als E-Mail, SMS, Direktnachricht oder per Telefon – Spam kann ziemlich lästig sein. Doch zum Glück gibt es Mittel und Wege, sich dagegen zu wehren und bei Spamverdacht entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Lesen Sie hier, was Sie gegen die verschiedenen Spam-Arten tun können und wie Ihnen Avira Free Security dabei helfen kann, sich vor schädlichen Spam-Nachrichten zu schützen.
Was ist Spam und ist Spam gefährlich?
Als Spam oder Junk (auf Deutsch „Müll“) werden unerwünschte Nachrichten bezeichnet, die massenhaft an viele Empfänger gleichzeitig versendet werden. Sie werden den Empfängern unaufgefordert und ohne deren Zustimmung zugestellt und enthalten in der Regel Werbeinhalte.
Das Versenden von Spam wird Spamming oder Spammen genannt, die Absender solcher Nachrichten werden als Spammer bezeichnet. Im Gegensatz zu Scam-Nachrichten, die immer in betrügerischer Absicht versendet werden, sind Spam-Nachrichten meist eher lästig als gefährlich.
Spam-Nachrichten können jedoch auch schädliche Anhänge enthalten und das Gerät eines Nutzers mit Malware infizieren. Solche Nachrichten werden als Malware-Spam oder kurz Malspam bezeichnet. Zudem können sich in Spam-Nachrichten auch Phishing-Links verbergen, die den Empfänger auf eine gefälschte Webseite führen, um seine Daten abzugreifen. Dabei werden häufig Social Engineering-Methoden eingesetzt, um die Nutzer zu täuschen und zu unbedachten Handlungen zu verleiten.
Woher stammt der Begriff Spam?
Der Begriff Spam geht auf ein US-amerikanisches Dosenfleisch namens SPAM (Akronym von SPiced hAM) zurück, das während des Zweiten Weltkriegs aufgrund seiner langen Haltbarkeit in der Soldatenverpflegung der Alliierten enthalten war. In Großbritannien war es wegen der Fleischrationierung auch unter der Zivilbevölkerung weit verbreitet. Dort blieb es auch nach dem Krieg noch lange im Alltag präsent und wurde 1970 in einem Sketch der Comedy-Serie Monty Python’s Flying Circus aufgegriffen. In diesem wurde SPAM als Metapher für etwas Aufdringliches und Allgegenwärtiges genutzt, dem nicht zu entkommen ist.
Anfang der 90er Jahre wurde der Begriff für werbliche Beiträge verwendet, die im Usenet ohne thematischen Bezug in vielen verschiedenen Newsgroups gleichzeitig gepostet wurden. Als später die ersten unerwünschten, massenhaft verbreiteten E-Mails auftauchten, übertrug man die Bezeichnung auch auf diese neue Form der unerbetenen Nachrichtenflut.
Warum bekommt man Spam?
Für Scammer gibt es verschiedene Möglichkeiten, an Kontaktdaten wie Handynummern und E-Mail-Adressen zu gelangen, um Menschen mit Spam zu überschwemmen.
- Harvesting: Öffentlich zugängliche Quellen wie soziale Netzwerke, Homepages, Branchenverzeichnisse etc. werden mithilfe spezieller Tools gezielt nach Kontaktdaten durchsucht.
- Datenleaks & Hackerangriffe: Kundendaten können durch ein Datenleck offengelegt oder bei einem Hackerangriff auf einen Online-Dienst erbeutet und anschließend im Darknet zum Verkauf angeboten werden.
- Datenhändler: Diese Unternehmen sammeln personenbezogene Informationen aus verschiedenen Quellen und verkaufen sie dann weiter.
- Online-Formulare: Durch die Teilnahme an Gewinnspielen oder Umfragen geben Nutzer häufig Daten preis, die von den Unternehmen an Dritte weitergegeben oder verkauft werden können.
Manchmal stimmen Nutzer bei einer Registrierung für einen Online-Dienst dem Erhalt von Werbe-Mails auch unbemerkt zu – zum Beispiel, weil sie das voreingestellte Häkchen in der entsprechenden Checkbox nicht entfernt haben. Da in diesem Fall eine Einwilligung erfolgt ist, gelten solche E-Mails nicht als Spam. Bei seriösen Diensten lassen sie sich in der Regel problemlos über einen Abmeldelink oder in den Kontoeinstellungen abbestellen.
Welche Spam-Arten gibt es und wie kann man sie stoppen?
Spam kann prinzipiell über alle Kommunikationskanäle verbreitet werden. Lesen Sie hier, welche Spam-Arten es gibt und was Sie tun können, um Spam-Mails, -Textnachrichten und -Anrufe zu vermeiden.
Spam-E-Mails
Nach wie vor wird Spam am häufigsten per E-Mail verbreitet. Spam-Mails, auch Junk-Mails genannt, enthalten meist Werbung für Produkte oder Services. Oft werden beispielsweise Anti-Aging-Produkte, Medikamente zur Potenzsteigerung, dubiose Finanzprodukte oder Dating-Angebote beworben.
Manchmal locken Spam-Mails auch mit Gewinnspielen, bei denen angeblich bekannte Produkte – oft in Form von Probier- oder Testpaketen – verlost werden. Hinter solchen Fake-Gewinnspielen stecken jedoch häufig Datensammler, die es nur auf die Kontaktdaten der Teilnehmer abgesehen haben. Diese werden dann für weitere Werbezwecke genutzt oder an Dritte weitergegeben bzw. verkauft.
Im Gegensatz zu Newslettern und Werbe-Mails von seriösen Unternehmen verfügen Spam-Mails meist über keinen „Abbestellen“-Link am Ende der E-Mail. Manchmal dienen solche Links auch lediglich dazu, die Gültigkeit einer E-Mail-Adresse zu überprüfen und führen nicht zu einer Abmeldung. Oft enthalten Spam-Mails auch weder ein Impressum noch die Kontaktdaten des Absenders.
Falls Sie wissen möchten, woran Sie Spam-Mails erkennen können, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel dazu.
Spam-Mails markieren & melden und Absender blockieren
Die automatischen Spamfilter der E-Mail-Anbieter erkennen Spam relativ zuverlässig und verschieben als Spam identifizierte E-Mails in den Spam-Ordner. Wird eine Spam-Mail nicht als solche erkannt, kann sie vom Posteingang manuell in den Spam-Ordner verschoben oder als Spam markiert werden, wodurch sie automatisch dorthin verschoben wird. E-Mails des betreffenden Absenders und mit einem ähnlichen Textmuster werden dann künftig als Spam eingestuft. Diese Vorgehensweise ist besser, als die E-Mail nur zu löschen, da so der persönliche Spamfilter trainiert wird.
Bei einigen E-Mail-Diensten gibt es zusätzlich oder stattdessen die Option, E-Mails als Spam zu melden. Die Mails werden dann nicht nur in den Spam-Ordner verschoben, sondern anonymisiert an den jeweiligen Anbieter weitergeleitet und analysiert, um den Spamschutz auch für andere Nutzer zu verbessern.
Zudem bieten alle gängigen E-Mail-Dienste die Möglichkeit, Absender zu blockieren. Das funktioniert je nach E-Mail-Anbieter und Gerät entweder über das Dreipunkt-Menü in der geöffneten Nachricht, über das Menü neben dem Absendernamen oder über die Kontaktdetailseite. Bei manchen Diensten können Absender auch über eine Sperrliste in den E-Mail-Einstellungen blockiert werden. E-Mails von blockierten Absendern werden in der Regel automatisch in den Spam-Ordner verschoben.
Spam-Anrufe
Neben unerwünschten E-Mails sind auch Spam-Anrufe ein verbreitetes Problem. Scammer versuchen zunehmend häufiger, ihre Produkte oder Services durch (automatisierte) Anrufe zu verkaufen oder die angerufene Person zu einem Anbieter- bzw. Tarifwechsel zu überreden – oft getarnt als Umfrage. Manchmal versuchen die Anrufer auch, ihre Gesprächspartner in eine Abofalle zu locken oder auf eine andere Art zu täuschen und zu betrügen.
Wenn Sie mehr über Telefonbetrug erfahren möchten, lesen Sie unseren Blog-Artikel zu diesem Thema.
Spam-Anrufer blockieren und melden
Lästige Spam-Anrufer können in der Telefon-App von iPhones und Android-Geräten ganz einfach blockiert werden. Auf den meisten Handys befindet sich diese Option auf der Detailseite des entsprechenden Anrufs. Diese lässt sich in der Regel in der Anrufliste über das Infosymbol neben der Nummer oder durch längeres Antippen der Nummer aufrufen.
Auf vielen Android-Smartphones kann der Anruf dort auch zusätzlich als Spam gemeldet werden. Gemeldete Anrufer werden überprüft und gegebenenfalls in die Spam-Datenbank des jeweiligen Anbieters aufgenommen. Nachdem die Nummer blockiert wurde, kann der Spammer Sie nicht mehr anrufen und Ihnen auch keine Nachrichten mehr senden.
Schutz vor Spam-Anrufen
Samsung bietet mit der Smart Call-Funktion zudem einen Schutz vor Spam-Anrufen, der in den Einstellungen der Telefon-App unter „Anrufer-ID und Spamschutz“ aktiviert werden kann. Die Funktion basiert auf der Anruferkennungstechnologie von Hiya und überprüft Nummern, die nicht in den Kontakten des Geräts gespeichert sind. Beim Anruf einer unbekannten Nummer wird auf dem Display gegebenenfalls ein entsprechender Warnhinweis wie „Verdacht auf Spam“ oder „Potenzieller Betrug“ angezeigt. Die Nummer kann dann direkt blockiert oder gemeldet und die Art des Spams angegeben werden. Zudem können Nutzer unter „Anrufer-ID und Spamschutz“ auch die Option „Spam- und Betrugsanrufe blockieren“ aktivieren.
Google stellt auf seinen Pixel-Geräten mit dem Anrufer-ID und Spamschutz eine ähnliche Funktion zur Verfügung. Sie ist standardmäßig aktiviert und kann in den Einstellungen der Telefon-App unter „Anrufer-ID und Spam“ deaktiviert werden. Auch bei dieser Funktion werden unbekannte Nummern überprüft und die Anrufe gegebenenfalls mit einem Warnhinweis wie „Möglicher Spamanrufer“ oder „Spam“ versehen.
Unter „Anrufer-ID und Spam“ lässt sich zusätzlich die Option „Spamanrufe herausfiltern“ aktivieren, um solche Anrufe automatisch zu blockieren. Auf manchen Pixel-Handys ist diese Option in den Einstellungen unter „Anruf-Filter“ zu finden. Aktivieren Sie dort „Anrufe automatisch filtern“ und wählen Sie dann „Allgemeiner Schutz“, um bekannte Spam-Nummern abzulehnen.
Auf iPhones bietet Apple mit der Anrufidentifizierung eine Schnittstelle für Drittanbieter-Apps zur Anruferkennung und -blockierung. Diese gleichen unbekannte Nummern mit ihrer Datenbank ab, stellen Informationen dazu zur Verfügung und markieren oder blockieren sie bei Betrugs- oder Spamverdacht. Ist auf einem iPhone eine solche Drittanbieter-App installiert, kann sie in den Einstellungen der Telefon-App unter „Anrufe blockieren und identifizieren“ aktiviert werden. Zudem lässt sich die App auch unter „SMS- und Anrufberichte“ aktivieren, um Spam-Anrufe und -Nachrichten an den App-Anbieter zu melden.
Ansonsten haben iPhone-Nutzer die Möglichkeit, unbekannte Anrufer in den Einstellungen der Telefon-App stummzuschalten. Diese Anrufe werden dann an die Voicemail weitergeleitet und in der Anrufliste angezeigt.
Spam-Textnachrichten
Manche Spammer versenden ihre Werbung oder betrügerischen Angebote auch als SMS oder iMessage. Erfahren Sie unserem Artikel zum Thema Spam-Textnachrichten, woran Sie diese erkennen können. In einem weiteren Artikel können Sie sich zudem rund ums Thema Smishing und die entsprechenden Schutzmaßnahmen informieren.
In der Nachrichten-App können Spam-Textnachrichten gemeldet und deren Absender blockiert werden. Auf iPhones erscheint die „Spam löschen und melden“-Option für Nachrichten von unbekannten Absendern meist in der geöffneten Nachricht oder nach einem Tipp auf „Löschen“ bzw. den Papierkorb. Die „Anrufer:in blockieren“-Option befindet sich auf der Detailseite des Absenders, die man in der geöffneten Nachricht per Tipp auf den Namen bzw. die Telefonnummer und anschließend auf das Info-Symbol aufrufen kann.
Auf Android-Geräten lassen sich beide Optionen meist über das Dreipunkt-Menü in der geöffneten Nachricht aufrufen. In der Nachrichten-App von Google gibt es die Möglichkeit, Nummern von Spammern zu blockieren und die SMS optional gleichzeitig auch als Spam zu melden. Nach dem Melden wird die Nachricht zur Analyse an den jeweiligen Anbieter weitergeleitet und in den Spam-Ordner verschoben (Android) oder dauerhaft vom Gerät gelöscht (iPhone). Blockierte Absender können Ihnen keine Textnachrichten mehr senden und Sie auch nicht mehr anrufen.
In der Google Nachrichten-App gibt es zudem einen Spamschutz, der sich in den Einstellungen der Nachrichten-App aktivieren lässt. Spam-Nachrichten werden dann automatisch in den Spam-Ordner verschoben oder bei Spamverdacht mit einem Warnhinweis versehen.
Social-Media-Spam
Spammer sind auch auf Social-Media-Plattformen aktiv und verbreiten ihre fragwürdigen Angebote dort über Beiträge oder Kommentare. Oft verbergen sie sich hinter gefälschten Accounts und verwenden Bots, um die Inhalte automatisch zu verbreiten und deren Sichtbarkeit zu erhöhen. Ein Großteil des Social-Media-Spams enthält Links zu kommerziellen Webseiten, die den Traffic oder die Umsätze der Spammer steigern sollen.
Die meisten Social-Media-Plattformen nutzen zur Eindämmung der Spam-Flut automatisierte Erkennungssysteme und Spamfilter, die verdächtige Inhalte und Aktivitäten identifizieren und blockieren. Zudem bieten sie Nutzern in der Regel die Möglichkeit, Spam-Beiträge und -Kommentare sowie die entsprechenden Profile als Spam zu melden.
Lesen Sie dazu auch unseren Artikel über Snapchat-Betrug.
Direktnachrichten-Spam
Soziale Plattformen und Messenger-Dienste werden ebenfalls häufig genutzt, um Spam über Direktnachrichten zu verbreiten. Diese Art von Spam wird auch als Direct-Messaging-Spam (DM-Spam) bezeichnet. Die meisten Plattformen und Dienste bieten Funktionen, um Nachrichten und Chats zu melden und Nutzer zu blockieren.
Zusätzlich lässt sich in den Privatsphäre- oder Datenschutz-Einstellungen oft festlegen, dass Nachrichten oder Nachrichtenanfragen von unbekannten Konten oder Nutzern nicht zugestellt bzw. blockiert werden.
In unserem Artikel zum Thema WhatsApp-Betrug erfahren Sie mehr über die gängigen Betrugsmethoden, die in der beliebten Messenger-App eingesetzt werden.
Woran kann man Spam erkennen?
Obwohl Spam viele Gesichter hat, gibt es einige typische Merkmale, an denen man vor allem schädliche Spam-Nachrichten erkennen kann.
- Dringender oder drohender Ton: Oft enthalten die Nachrichten eine Aufforderung zu sofortigem Handeln und drohen mit negativen Konsequenzen („Ihr Konto wird gesperrt“).
- Unpersönliche Anrede: Viele Spam-Nachrichten verwenden allgemeine Formulierungen wie „Hallo“ oder „Sehr geehrter Kunde“ statt den Empfänger namentlich anzusprechen.
- Unrealistische Angebote oder Versprechen: Häufig locken Scammer mit überzogenen Produktversprechen, extrem günstigen Angeboten, schnellem Reichtum oder Fake-Gewinnen.
- Ungewöhnliche Zahlungsaufforderungen: Manchmal werden (Voraus-) Zahlungen über unübliche Zahlungswege wie Geschenkkarten verlangt oder die Nachrichten enthalten Rechnungen für Produkte, die man nicht bestellt hat, und drohen mit Inkassoverfahren.
- Aufforderung zur Preisgabe sensibler Daten: Spam-Nachrichten fordern teilweise zur Eingabe von Passwörtern, Bankdaten oder persönlichen Informationen auf, angeblich „zur Bestätigung von Daten“ oder um ein gesperrtes Konto „wieder zu aktivieren“.
So können Sie sich vor Spam schützen
Neben den bereits beschriebenen Maßnahmen können Sie einige Schutzvorkehrungen treffen, um Spam künftig zu vermeiden und Sicherheitsrisiken zu reduzieren.
- Geben Sie Ihre Kontaktdaten nur mit Bedacht weiter und widersprechen Sie der Nutzung dieser Daten für Werbe- oder Marketingzwecke.
- Machen Sie Ihre Kontaktdaten nicht öffentlich zugänglich, zum Beispiel über Ihre Social-Media-Profile.
- Überprüfen Sie in E-Mails, die scheinbar von bekannten Online-Diensten stammen, ob sich hinter dem Absendernamen eine ungewöhnliche E-Mail-Adresse verbirgt.
- Öffnen Sie keine Anhänge von unbekannten Absendern, da diese Malware enthalten können.
- Klicken Sie in Nachrichten zweifelhafter Herkunft nicht auf Links, da diese zu Phishing-Seiten führen können.
Tipp: Mit Avira Free Security können Sie sich ganz einfach vor schädlichen Spam-Nachrichten schützen. Denn der integrierte Download-Schutz hilft Ihnen, heruntergeladene Dateien auf Malware zu überprüfen. Mit dem ebenfalls enthaltenen Browserschutz können Sie darüber hinaus auch Phishing-Seiten und infizierte Werbeanzeigen blockieren. Zudem verfügt die kostenlose All-in-One-Lösung über viele weitere Funktionen für mehr Online-Sicherheit, Privatsphäre und PC-Performance.
Google, Pixel und Android sind eingetragene Marken der Google LLC.
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Hiya ist eine eingetragene Marke der Hiya, Inc.
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