Don't go trusting just any old coupon - Gutschein, Bon d'achat, Bonus

Vertrauen Sie keinem Gutschein

Es klingt verlockend. Doch hinter wertvollen Gutscheinen großer Marken stecken oft fiese Datensammler. So erkennen Sie die Masche.

Wie oft hat Ihnen ein Fremder schon einmal einen 500 Euro-Schein geschenkt? Wahrscheinlich noch nie. Anders sieht’s hingegen in der virtuellen Welt aus: Hier wimmelt es geradezu vor 500er Scheinen. Und die fliegen sozusagen direkt ins Haus. „MEDIA MARKT 500EUR! Unser Glückwunsch! Sie sind möglicher Hauptgewinner der Endauslosung! Einfach klicken & ansehen.“ So oder so ähnlich lesen sich die vielsprechenden Nachrichten, die unangekündigt in Ihrem E-Mail-Posteingang auftauchen. Bekannte Anbieter und große Marken werben mit tollen Geldgeschenken. Oft gibt es sogar noch ein iPhone, eine Kaffeemaschine oder ein anderes wertvolles Gerät obendrauf. Sind wir tatsächlich alle Gewinner?

Fiese List statt großes Los

Wen die Gier packt und mitmachen will, landet auf einer Internet-Seite. Hier müssen Teilnehmer dann persönliche Daten wie Name und E-Mail-Adresse eintippen. Spätestens an dieser Stelle sollten aber die Alarmglocken klingeln. Wer bei so einem Gewinnspiel mitmacht, hat gleich doppelt verloren: Den angeblichen Hauptgewinn gibt’s garantiert nicht, stattdessen aber umso mehr ungewollte Werbung auf allen Kanälen. Und im schlimmsten Fall fängt sich der Empfänger beim Klick auf die Gewinnspielseite auch noch einen Virus ein, der dann auf PC oder Smartphone großen Schaden anrichten kann. Manche Gauner versuchen auch, die „Gewinner“ in eine Kostenfalle zu locken. So ist für die Einlösung des Gutscheins der Anruf bei einer 0900er-Nummer nötig – der oft mehrere Euro kostet. Auf diese Nummer setzt aktuell zum Beispiel ein vermeintlicher Einkaufsgutschein für Aldi im Wert von 450 Euro.

Vertrauen Sie keinem Gutschein - 3 goldene Regeln im Umgang mit Gutschein-Aktionen
Nicht zu früh freuen: Angeblichen Gutscheinen und Gewinnversprechen sollten Sie stets skeptisch begegnen.

So identifizieren Sie die Gutschein-Fälschung

Bei (fast) allen Gutscheinfälschungen steckt der Teufel im Detail – oder in diesen Fällen im Kleingedruckten. Lesen Sie dort nach, werden Sie feststellen, dass – in unserem Beispiel Aldi – mit der Aktion nicht das Geringste zu tun hat. Denn als Veranstalter treten etwa nicht MediaMarkt oder Edeka auf. Kaum leserlich und ganz klein verstecken sich Zusätze wie „Aldi ist nicht Veranstalter des Gewinnspiels und steht nicht mit dem Veranstalter in einer geschäftlichen Beziehung.“ Bei echten Gutscheinen gibt es solche Passagen nicht.

Wieso Sie auf keinen Fall Ihre Daten weitergeben sollten

Wozu der Aufwand? Die Gewinnspielbetrüger sind auf der Jagd nach möglichst vielen Adressdaten, die sie dann teuer weiterverkaufen. Besonders frech: Auf der vorgeblichen Gewinnspiel-Seite besteht die Möglichkeit sich über die erhaltene Werbung beschweren zu können. Um das zu tun, solle der erboste Nutzer bitte schön E-Mail-Adresse, Handynummer und Anschrift übermitteln. Dabei handelt es sich aber nur um einen weiteren fiesen Datensammel-Trick. Denn wenn Sie hier – genau wie beim Gewinnspiel – Ihre Daten eintippen und übermitteln, bekommen die Betrüger echte, bestätigte Daten frei Haus.

Vertrauen Sie keinem Gutschein - 3 goldene Regeln im Umgang mit Gutschein-Aktionen
Auch bei diesem vermeintlichen Ryanair-Gutschein gibt es keine Gewinner, nur Opfer.

3 goldene Regeln für Gutschein-Aktionen

  • Regel 1: Ihnen werden große Gewinne versprochen, obwohl Sie an keinem Preisausschreiben teilgenommen haben? Das allein sollte Sie schon stutzig machen.
  • Regel 2: Klicken Sie niemals kuriose Links für Gewinne oder Rabatte in SMS und E-Mails an. Klicken Sie diese selbst dann nicht an, wenn sie von einem Freund stammen. Ab und zu kommt es vor, dass Hacker über gekaperte Mobiltelefone fragwürdige SMS an die Kontakte senden.
  • Regel 3: Ignorieren Sie diese Nachrichten und löschen Sie sie umgehend. Warnen Sie auch Freunde und Bekannte vor derartigen Nachrichten.

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