Twitter verwendet Daten von Zwei-Faktor-Anmeldung für Werbezwecke

Der Messaging-Dienst entschuldigt sich bei seinen Usern. Scheinbar wurden Informationen wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, die für den Zweck einer sicheren Mehrfaktor-Anmeldung angegeben wurden, für sogenanntes „ad targeting“ verwendet.

Der Post im Wortlaut: „Vor kurzem sind wir auf ein Problem (…) aufmerksam geworden. In Fällen, in denen du eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer für Sicherheitszwecke (z.B. für Zwei-Faktor-Authentifizierung) angegeben hattest, wurden diese Daten möglicherweise versehentlich für Werbezwecke verwendet.

Das war speziell in unserem Werbesystem für maßgeschneiderte Zielgruppen und Partnerzielgruppen der Fall.“ Beide Technologien verwenden User-Daten um Werbekunden mit den für sie möglichst besten Kunden zu koppeln.

Twitter kann genaues Ausmaß nicht nennen

Da das Unternehmen nicht sagen kann, wieviele und welche Nutzer genau davon betroffen sind, hat man sich für einen öffentlichen Post auf Twitter entschieden.

Laut Twitter wurden darüberhinaus keine personenbezogenen Daten mit den Partnern geteilt. Das Problem sei zudem seit dem 17. September behoben. Warum das Unternehmen mit dem Statement drei Wochen wartet, ist nicht bekannt.

Ebenfalls nicht erläutert wird die Frage, was mit den Daten passiert ist, die bislang schon geteilt wurden. Können die Werbekunden sie weiterverwenden oder wurden sie zurückgezogen? Für solche Fragen bietet Twitter ein Datenschutzanfrage-Formular an.

Ad Targeting ist Big Business

„Targeted Advertising“ oder zielgerichtete Werbung wird bei den meisten Online-Diensten in irgendeiner Form verwendet. Bei Social-Media-Plattformen sind die Möglichkeiten und Erträge allerdings besonders hoch.

Dienste wie Facebook, Instagram oder Twitter wissen besonders viel über ihre Nutzer. Sei es durch das Erheben von personenbezogenen Daten oder durch die Auswertung ihres Nutzungsverhaltens.

Gekoppelt mit Ortungsdaten, etwa über Smartphone-Apps, lassen sich Werbekunden von Großunternehmen bis hin zur kleinen Bäckerei um die Ecke mit passenden Kunden verbinden. Werbung und „ad targeting“ stellen für die meisten Social-Media-Plattformen die größte Einnahmequelle dar.

Das führt zu regelmäßigen Skandalen, wenn – wie jetzt im Fall von Twitter – publik wird, dass die Daten ohne die Zustimmung der User geteilt werden. Teilweise wird die Möglichkeit zum „ad targeting“ aber auch in den AGBs genannt.