Tracking: Ihre Smartphone-Gesten verraten Sie

In Deutschland gibt es mehr Menschen, die Smartphones, Smartwatches und Smart Glasses nutzen, als Computer. Klar, sie sind kleiner, portabel und leisten heutzutage auch schon so viel wie ein kleiner PC. Man navigiert auf ihnen per Fingertip, wischen und tippen auf der Bildschirmtastatur – das geht einfach und ist ziemlich universell. Wussten Sie aber schon, dass man Sie nun über die Art und Weise, wie Sie das Gerät benutzen, identifizieren und – noch schlimmer – nachverfolgen kann?

Wischen, Fingertips und Tastenanschläge – alles verrät den Nutzer

Man hört ja ziemlich oft davon, wie Firmen einem nachspionieren – sei es via dem Fernseher, den Social Media-Accounts oder anderen Dingen. Nun hat aber eine Gruppe Sicherheitsforscher herausgefunden, dass man auch über das Smartphone getrackt werden kann. Dazu braucht es nicht wirklich viele Informationen: Lediglich die Art und Weise, wie man auf dem Bildschirm hantiert.

Die Sicherheitsforscher geben in ihrer Studie an, dass sie über eine von ihnen entwickelte App nachverfolgen konnten, wie Testobjekte auf dem Smartphone arbeiten und spielen. „TouchTrack“, so der Name der Anwendung, kombiniert 3 verschiedene Open Source-Spiele: 2048, Lexica und Logo Maniac. Jedes der Spiele wurde ausgewählt, weil es sich auf eine spezielle Art der Interaktion mit dem Smartphone konzentriert: Wischen, Fingertips und Tastenanschläge.  Zusätzlich dazu wurde dem Mix auch eine eigens entwickelte App für Handschrift hinzugefügt.

Mithilfe von 89 Teilnehmern und 40.000 Beispielsätzen war es Ihnen möglich, per Kombination der Fingertips, Wischbewegungen, Tastenanschlägen und handschriftlichen Eingaben, eine Person zu 98,5% zu identifizieren. Das ist wirklich ziemlich genau.

Was bedeutet das für mich?

Wenn Sie nicht genau wissen, was das für Folgen haben könnte, fasst die Studie es eigentlich gut zusammen: „Normale Tracker verfolgen virtuelle Identitäten wie Onlineprofile. Das Tracking via Bildschirmkontakt hat jedoch das Potential, die echte Person zu identifizieren, die sich hinter dem Gerät verbirgt. Es kann hier nämlich unter anderem zwischen mehreren Nutzern unterschieden werden, die das gleiche Gerät benutzen. Zudem kann Anwendern kontinuierlich nachspioniert werden. Zu guter Letzt ist auch das Nachverfolgen über mehrere Geräte eine Möglichkeit, die man nicht außer Acht lassen sollte.“

Was es noch schlimmer macht ist die Tatsache, dass man Smartphones und ähnliche Geräte nur über Gesten, Fingertips usw. bedienen kann. Viele Apps sammeln diese Informationen heute schon, wenn auch nur um ihre Anwendungen zu verbessern.

Letzten Endes heißt das für alle Smartphone-Besitzer, dass man sich in Zukunft wahrscheinlich noch genauer überlegen muss, welche Apps man auf sein Gerät lässt.

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