So wehren Sie sich gegen die Google-Datenspionage Teil 1

Was würden Sie sagen, wenn die Dame an der Supermarktkasse über Ihre Blasenschwäche Bescheid wüsste? Oder der Bäcker über Ihre aktuelle finanzielle Notlage? Wahrscheinlich entrüstet. Im Web ist es aber ganz normal, das Unternehmen wie Google bestens über Ihre privaten Dinge informiert sind. Sie möchten das nicht? Dann drehen Sie Google den Saft ab.

Googles Geschäft besteht seit jeher durch Werbung und den Verkauf von Daten. Alle Dienste waren aus diesem Grund seit jeher kostenlos. Denn auf diese Weise dringt das Unternehmen immer mehr in alle Lebensbereiche vor. Der Preis ist die totale Überwachung und der Verlust der Privatsphäre. Allein die Suchmaschine bearbeitet aktuell mehr als fünf Milliarden Suchanfragen am Tag. Aus jeder einzelnen Anfrage generiert das Unternehmen Daten, das es für eigene Zwecke nutzt. Die Google Suchmaschine ist aber nur ein Puzzleteil. Mit Diensten wie Google Mail, Google Kalender, Text & Tabellen und vor allem den Smartphone-Betriebssystem Android will Google Sie ermuntern, sich mit Namen und Adresse vorzustellen. Denn für diese Dienste ist ein Google-Konto Pflicht. Und wenn Sie das eröffnen, willigen Sie ein, dass Google ab sofort Daten Ihrer Person zuordnen darf. Am Eingang zur Google-Welt sollen Sie also bitte schön Ihre Visitenkarte abgeben. Anonymität adé.

Keine Chance zu entkommen

Achten Sie einmal darauf, wo Google inzwischen überall mitspielt: PC, Web, Handys, Autos, Fernseher, Uhren und Lautsprecher. Aus den verschiedenen Bereichen erbeuteten Daten bastelt Google dann Megaprofile, umfassende Persönlichkeitsbilder von jedem Nutzer. Diese beinhalten intime Details, wie politische Ausrichtung, Krankheiten, Finanzlage, sexuelle Neigungen und noch viel mehr. Wollen Sie wirklich, dass solche Informationen in den Händen eines profitorientierten Unternehmens landen? Selbst, wenn Sie Google-Angebote konsequent meiden, haben Sie keine Chance. Denn auf nahezu 80 Prozent aller Webseiten geraten Sie ins Visier von Google Analytics, einem Analysewerkzeug, dass Ihr Nutzerverhalten auswertet.

Konkrete Folgen im Alltag

Personalisierte Werbebanner sind dabei die harmloseren Effekte, die durch die Datensammelwut entstehen. Heikler wird es, wenn beispielsweise der häufige Besuch von Glücksspielseiten die Kreditwürdigkeit herabsetzt. Oder eine Lebensversicherung höhere Abschläge fordert, weil vermehrt Ratgeberseiten zum Thema Krebs besucht werden. Oder Shops Waren abhängig von Endgerät und Kaufverhalten zu höheren Preisen anbieten. Oder was passiert, wenn ein totalitäres Regime oder Extremisten solche Daten in die Finger bekommen, denen Ihre Gesinnung überhaupt nicht passt? Was Google genau mit den Daten anstellt, weiß nur Google selbst. Denn seit Jahren verweigert der Konzern unabhängigen Datenschützern Einblick in seine Datenbanken. Machen Sie Schluss damit. Im zweiten Teil erfahren Sie wie.

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