So managen Sie die Windows-Firewall

Neben einem Antivirenprogramm braucht Ihr Computer eine Firewall, die ihn vor Angriffen aus dem Internet schützt. Die Windows-Firewall gute Arbeit leistet, blockt sie auch alle unangeforderten Datenpakete ab, wenn Sie eine Avira-Antivirenlösung installiert haben. Erfahren Sie, wie Sie sie richtig nutzen und einstellen.

Windows-Firewall: Kontrolle über alle Verbindungen

Die Windows-Firewall ist Teil der „Windows-Sicherheit“. Zum Öffnen tippen Sie unter Windows 10 ins Suchfenster in der Taskleiste unten links Firewall ein, und klicken in der Trefferliste auf den Eintrag Firewall- &Netzwerkschutz.  In diese Einstellungen sollten Sie zum Beispiel einen Blick werfen, wenn Internet oder Netzwerk nicht richtig funktionieren. Denn hier finden Sie neben den Firewall-Einstellungen auch diverse Problemlöserassistenten, die Ihnen in solchen Fällen weiterhelfen. Doch der Reihe nach:

Windows-Firewall: Privat oder öffentlich?

Als erstes zeigt Ihnen Windows 10 an (sofern Ihr PC mit einem Netzwerk oder dem Internet verbunden ist), ob Ihr Computer mit einem Domänennetzwerk, einem privaten oder öffentlichen Netzwerk verbunden ist. Der Unterschied:

  • Bei einem öffentlichen Netzwerk handhabt Windows 10 die Sicherheitseinstellungen strenger. Das Betriebssystem unterbindet zum Beispiel potenziell unsichere Dienste wie Ordner- und Druckerfreigaben.
  • Im Privatnetzwerk greifen dagegen wesentlich niedrigere Sicherheitseinstellungen, sodass alle ans Netzwerk angeschlossenen Rechner den vollen Zugriff auf Netzwerkdienste und Freigaben haben. Fremde könnten also auf im Heimnetz freigegebene Ordner zugreifen, etwa die Foto- oder Musiksammlung.
  • Domänennetzwerke finden sich üblicherweise nur in Unternehmen. Hier melden sich Anwender über einen sogenannten Domänen-Controller am Firmennetzwerk an, der ihnen dann Zugriff auf bestimmte Netzwerk-Ressourcen erlaubt.

Ist Ihr Computer zuhause mit Ihrem Router verbunden, ist der Status „aktiv“ neben „Privates Netzwerk“ die Regel. Nur wenn Sie Ihren Computer außerhalb der eigenen vier Wände mit einem Netzwerk verbinden, sollte als Netzwerk-Typ stets „öffentlich“ markiert sein. Denn das ist sicherer.

In diesem Beispiel ist der Computer mit einem heimischen WLAN verbunden, also einem privaten Netzwerk. Dadurch lassen sich etwa Dateien mit anderen PCs im Netzwerk austauschen.
In diesem Beispiel ist der Computer mit einem heimischen WLAN verbunden, also einem privaten Netzwerk. Dadurch lassen sich etwa Dateien mit anderen PCs im Netzwerk austauschen.

Sind Sie mit einem privaten Netzwerk verbunden und klicken auf Privates Netzwerk (aktiv), erhalten Sie genauere Informationen. Konkret erfahren Sie den Namen des Netzwerks und ob die Firewall eingeschaltet ist (unbedingt!). Unter „Eingehende Verbindungen“ können Sie mit einem Klick auf Blockiert alle eingehenden Verbindungen… sämtliche Verbindungen aus dem Internet kappen. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Sie den Verdacht hegen, dass sich Schadsoftware auf Ihrem Computer eingenistet hat. In diesem Fall verhindern Sie, dass das Programm erbeutete Daten an den Angreifer übermitteln kann.

Nach dem Klick auf eine Netzwerk-Überschrift erscheinen die Firewall-Optionen. Das Kästchen unten kappt im Notfall sämtlichen Datenverkehr aus dem Internet.
Nach dem Klick auf eine Netzwerk-Überschrift erscheinen die Firewall-Optionen. Das Kästchen unten kappt im Notfall sämtlichen Datenverkehr aus dem Internet.

Windows Firewall: So ändern Sie den Netzwerktyp

Wenn Sie mit einem öffentlichen Hotspot verbunden sind, birgt eine Kategorisierung als „privates Netzwerk“ dagegen erhebliche Gefahren. Das Profil lässt sich allerdings nicht mehr wie in anderen Windows-Versionen ändern. Die einfachste Lösung: Öffnen Sie mit der Tastenkombination Windows + i die Einstellungen.  Es folgen Klicks auf Netzwerk und Internet sowie WLAN und Bekannte Netzwerke verwalten. Klicken Sie nun auf das Symbol für das WLAN-Netzwerk, mit dem Sie derzeit verbunden sind und auf Eigenschaften. Im neuen Fenster haben Sie jetzt die Möglichkeit, den Netzwerk-Typ zu wählen. Sie erfahren an dieser Stelle gleichzeitig, welche Auswirkungen die Wahl eines bestimmtes Netzwerktyps hat. Ein „Privates Netzwerk“ ist unsicherer, da andere PCs im gleichen Netzwerk Ihren PC sehen und gegebenenfalls auf angeschlossene Geräte zugreifen können.

Der Netzwerktyp lässt sich unter Windows 10 nicht mehr wie gewohnt ändern, es ist ein Umweg über die PC-Einstellungen nötig.
Der Netzwerktyp lässt sich unter Windows 10 nicht mehr wie gewohnt ändern, es ist ein Umweg über die PC-Einstellungen nötig.

Windows Firewall: So kontrollieren Sie den Programmzugriff aufs Internet

Zurück in der Rubrikansicht Firewall- & Netzwerkschutz können Sie die Firewall bei Bedarf konfigurieren. Klicken Sie dazu auf Zugriff von App durch Firewall zulassen. Dadurch öffnet sich das Fenster „Zugelassene Apps“. Es zeigt, welchen Programmen Windows den Zugriff aufs Internet erlaubt und welchen nicht.

Dazu müssen Sie wissen: Will ein Programm erstmalig auf das Internet zugreifen, dass die Windows-Firewall bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der internen Liste der zugelassenen Programme verzeichnet ist, blockiert Windows 10 dessen Zugriff. Das soll verhindern, dass Programme ohne Ihre Zustimmung Daten ins Internet senden oder Daten (womöglich Schädlinge) empfangen. In diesem Fall erscheint ein Hinweisfenster mit der Frage, ob das frisch installierte Programm ins Internet funken darf (siehe Bild).

  • Haben Sie das Programm selbst aufgerufen und wollen es online verwenden, haben Sie die Wahl, ob Sie den Zugriff nur in geschlossenen privaten Netzwerken oder auch an öffentlichen Hotspots erlauben. Haben Sie die Wahl getroffen, klicken Sie auf Zugriff zulassen.
  • Wurde das Programm dagegen versehentlich oder hinter Ihrem Rücken installiert? Oder es handelt sich um ein Programm, das gar keine Internetfunktionen haben sollte, klicken Sie auf Abbrechen. In diesem Fall setzt es Windows 10 auf die Liste der Programme, die keinen Zugriff aufs Internet haben. Das gilt solange, bis Sie diese Sperre manuell aufheben (siehe unten).
Nach der Installation von neuen Programmen müssen Sie ihnen zunächst erlauben, Informationen mit dem Internet auszutauschen.
Nach der Installation von neuen Programmen müssen Sie ihnen zunächst erlauben, Informationen mit dem Internet auszutauschen.

Windows Firewall-Einstellungen regelmäßig überprüfen

Es lohnt sich ab und zu, die Programmliste zu kontrollieren. Zudem müssen Sie ggfs. eingreifen, falls ein Programm nicht richtig funktioniert. Nicht selten ist dann die Firewall verantwortlich, die das die Verbindung des Programms zum Internet blockiert. In diesem Fall lösen Sie die Sperre wie folgt:

  1. Tippen Sie unter Windows 10 ins Suchfenster in der Taskleiste unten links Firewall ein, und klicken in der Trefferliste auf den Eintrag Firewall- &Netzwerkschutz.  Klicken Sie dann auf Zugriff von App durch Firewall zulassen.
Die Firewall starten Sie komfortabel über das Suchfenster.
Die Firewall starten Sie komfortabel über das Suchfenster.
  1. Es erscheint eine Liste mit allen Programmen, die auf dem Computer installiert sind. Klicken Sie zunächst oben auf Einstellungen ändern. Fahnden Sie darin nach dem Namen des Programms. Klicken Sie anschließend auf Kontrollkästchen rechts vom Namen des Programms, um den Zugriff in privaten oder öffentlichen Netzwerken zuzulassen. Ist ein Häkchen gesetzt, ist der Zugriff erlaubt. Haben Sie Ihre Einstellungen getroffen, bestätigen Sie mit einem Klick auf OK.
Im Fenster „Zugelassene Apps“ können Sie genau sehen, welche Programm aufs Internet zugreifen dürfen und welche nicht.
Im Fenster „Zugelassene Apps“ können Sie genau sehen, welche Programm aufs Internet zugreifen dürfen und welche nicht.

Tipp: Taucht das gesuchte Programm an dieser Stelle nicht auf, klicken Sie auf unten auf Andere App zulassen… und im neuen Fenster auf Durchsuchen und suchen im Explorer-Fenster nach dem Programm.

Windows Firewall: Programme nachträglich sperren

Natürlich ist auch der umgekehrte Weg möglich und Sie können einem Programm nachträglich die Verbindung ins Internet verbieten.

Klicken Sie dazu in der Rubrikansicht des Sicherheitscenters auf Firewall- & Netzwerkschutz sowie Zugriff von App durch Firewall zulassen. Erneut öffnet sich das Fenster „Zugelassene Apps“. Klicken Sie auf Einstellungen ändern. In der Programmliste markieren Sie per Klick das gesuchte Programm, klicken unten auf Entfernen und bestätigen mit Ja. Beim nächsten Start des Programms fragt Windows 10 erneut nach. Klicken Sie dann auf Abbrechen.

Windows-Firewall: Assistenten helfen bei Netzwerkprobleme

Der Drucker druckt nicht? Oder es hakt bei der Internetverbindung? Bei solchen oder anderen Problemen sollten Sie in Firewall-Hauptmenü einmal einen Klick auf Problembehandlung für Netzwerk und Internet wagen. Sie landen dadurch in der Einstellung „Problembehandlung“. Windows 10 versucht an dieser Stelle Probleme zu lösen, die es selbst verursacht. Tatsächlich funktioniert das aber mitunter ausgesprochen gut. Überdies liefert Windows 10 abhängig vom Problem verschiedene Hinweise und Hilfestellungen. Ein Beispiel:

Es gibt Probleme mit der Netzwerk- beziehungsweise mit der Internet-Verbindung? In diesem Fall klicken Sie auf Internetverbindungen. Windows 10 analysiert nun die bestehende beziehungsweise gestörte Verbindung und versucht, das Problem zu erkennen. Hat das Betriebssystem einen Fehler gefunden, den es selbst beheben kann, bietet es Ihnen an, die Reparatur vorzunehmen. Dazu klicken Sie auf Diese Reparatur als Administrator ausführen. Anschließend meldet das System, ob es das Problem behoben konnte. In diesem Fall klicken Sie auf Problembehandlung schließen. Kann Windows 10 den Fehler nicht ausmachen oder erkennt Dinge, die es selbst nicht aus der Welt schaffen kann, bittet es Sie um Mithilfe.

Die Windows-Assistenten versuchen bei gängigen Problemen zu helfen – leider klappt das nicht immer.
Die Windows-Assistenten versuchen bei gängigen Problemen zu helfen – leider klappt das nicht immer.

Windows Firewall: Die weiteren Einträge

  • In der Rubrikübersicht finden Sie überdies die Schaltfläche Einstellungen für Firewallbenachrichtigungen. In diesem Menü sollten Sie keine Einstellungen vornehmen. So informiert Sie die Windows-Firewall weiterhin über potenzielle Angriffe von Schädlingen sowie wenn ein frisch installiertes Programm aufs Internet zugreifen will.
  • Der Eintrag Erweiterte Einstellungen führt Sie nach einem Klick auf Ja in die erweiterten Firewall-Einstellungen, die für die meisten Nutzer uninteressant sind.
  • Einen Klick auf Standard für Firewalls wiederherstellen können Sie sich in der Regel ebenfalls sparen. Klicken Sie darauf und dann auf Standard wiederherstellen versetzen Sie die Firewall in den Ursprungszustand. Ihre Freigaben und Sperren sind damit hinfällig. Besser Sie konfigurieren die Firewall wie oben beschrieben.
Die unteren drei Punkte benötigen Sie – wenn überhaupt – nur sehr selten.
Die unteren drei Punkte benötigen Sie – wenn überhaupt – nur sehr selten.