Sind VPNs wirklich sicher? Das sollten Sie wissen

Sie werden manchmal als die Schweizer Taschenmesser der Online-Privatsphäre angepriesen – praktische, multifunktionale Werkzeuge für mehr Sicherheit und Freiheit im Internet. Aber sind VPNs wirklich so sicher, wie behauptet wird, und wie funktionieren sie eigentlich? In diesem Artikel verraten wir die Wahrheit über den VPN-Schutz, gehen auf die wichtigsten Funktionen von sicheren VPNs wie Avira Phantom VPN ein und vergleichen sie mit anderen Sicherheitstools. Sie erfahren auch genau, wie hilfreich ein VPN bei der Stärkung Ihres Online-Schutzes ist – und wo seine Grenzen liegen.

 

Was ist ein VPN und braucht man es überhaupt?

VPN steht für „virtuelles privates Netzwerk“, aber was genau bedeutet das? Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am Flughafen und wollen Ihre geschäftlichen E-Mails abrufen sowie einige Online-Einkäufe erledigen. Vergleichen Sie diese beiden Szenarien:

Sie gehen ohne VPN online: Ihr Computer stellt zunächst eine Verbindung zu Ihrem Internet Service Provider (ISP) her und dieser leitet Sie zu der von Ihnen gewählten Website weiter. Alles, was Sie online tun, läuft über die Server Ihres Anbieters, sodass dieser alles über Sie weiß. Er kann zudem alles protokollieren, was Sie tun, und diese Daten an Dritte wie Werbetreibende oder Behörden weitergeben.

Wer ist nicht schon einmal in Versuchung geraten, im kostenlosen WLAN zu surfen? Diese öffentlichen Netzwerke sind praktisch, aber unverschlüsselt und können voller Sicherheitslücken sein. Im Folgenden finden Sie vier gängige Methoden, wie Kriminelle versuchen, an Ihre Daten wie Passwörter, Bankdaten und Kreditkartennummern heranzukommen:

Zum Glück gibt es ein anderes mögliches Szenario. Das passiert, wenn Sie ein VPN verwenden: Ihr Internetverkehr wird über einen entfernten Server umgeleitet, der dazu beiträgt, Ihre IP-Adresse (die eindeutige Kennung Ihres Geräts) zu verbergen und Ihren Internetverkehr zu verschlüsseln. Ein VPN ist ein sicherer, privater Tunnel, durch den Ihre digitale Kommunikation läuft. So sind Ihre Daten vor neugierigen Blicken geschützt und dank der hochgradigen Verschlüsselung ist es unwahrscheinlich, dass Dritte sie lesen können, selbst wenn die Daten abgefangen wurden. Mit einem VPN werden Sie sich wie ein Online-Phantom fühlen. Sie sind im Netz weit weniger sichtbar und Ihre Aktivitäten lassen sich mit geringerer Wahrscheinlichkeit zu Ihnen, Ihrem Gerät und Ihrem Standort zurückverfolgen. Das ist frustrierend für Cyberkriminelle, Werbetreibende und Schnüffler, aber eine gute Nachricht für Ihre Online-Sicherheit und -Privatsphäre. Denken Sie daran: Benutzen Sie immer ein VPN im öffentlichen WLAN – es ist der unerlässliche Schutz für Ihre Online-Privatsphäre.

Wie sicher sind VPNs wirklich?

Die kurze Antwort: Das hängt von Ihrem VPN ab. Sie senden Ihre Daten an einen Server eines Drittanbieters, was einen Vertrauensvorschuss erfordert. Also wählen Sie ihn mit Bedacht! Ein hochwertiges VPN eines seriösen Anbieters kann ausgezeichnete Sicherheit bieten und Ihre Internetaktivitäten vor neugierigen Blicken schützen, indem es Ihre Daten verschlüsselt und Ihre IP-Adresse verschleiert. Aber VPN ist nicht gleich VPN. Kostenlose oder schlecht verwaltete VPNs können Sie sogar gefährden, wenn sie Ihre Daten protokollieren, sie an Werbetreibende verkaufen oder Ihre Verbindung nicht ausreichend sichern. Es ist wichtig, daran zu denken, dass VPNs nur so sicher sind wie der von Ihnen gewählte Anbieter – und dass kein VPN (oder eine andere Lösung) absolute Sicherheit garantieren kann. Seriöse Dienste verfügen über transparente Datenschutzrichtlinien und starke Sicherheitsfunktionen. Der Cybersicherheitsspezialist Avira wurde vor fast 40 Jahren in Deutschland gegründet und bietet ein breites Portfolio an Anti-Malware- und Identitätsschutzlösungen, einschließlich VPNs, die einen starken Schutz vor Tracking und Zensur bieten.

Wodurch wird ein VPN sicher?

Um sicherzustellen, dass Ihr VPN der Aufgabe gewachsen ist, Ihre Online-Aktivitäten und Ihre Identität zu schützen, sollten Sie prüfen, ob es diese wichtigen Merkmale erfüllt:

 

Welche Arten von VPNs gibt es?

VPNs gibt es in verschiedenen Varianten, die jeweils für spezifische Anforderungen geeignet sind. Im Folgenden werden die gängigsten Arten vorgestellt, damit Sie entscheiden können, was für Sie das Richtige ist.

Site-to-Site-VPN

Dieser Typ verbindet ganze Netzwerke (z. B. Büros an verschiedenen Standorten) und nicht nur einzelne Geräte. Es ist in Unternehmen sehr beliebt, um Ressourcen sicher zwischen Zweigstellen an mehreren Standorten zu teilen. Diese VPNs sind komplex zu implementieren und zu verwalten.

Ideal für: Große Unternehmen mit vielen Standorten.

Remote-Access-VPN

Dieses VPN wurde für Einzelanwender entwickelt und ermöglicht es ihnen, von jedem beliebigen Ort (auch in öffentlichen Bereichen) auf das Netzwerk ihres Unternehmens zuzugreifen und zu arbeiten, als wären sie im Büro. Es trägt auch dazu bei, den Datenschutz und die Integrität sensibler Informationen zu gewährleisten, da die Mitarbeiter aus der Ferne auf Unternehmensdateien zugreifen und diese gemeinsam nutzen können.

Ideal für: Einzelne Nutzer an externen Standorten.

Cloud-VPN

Ein Cloud-VPN wurde für Cloud-basierte Dienste entwickelt und ermöglicht Benutzern den sicheren Zugriff auf Ressourcen, die auf Cloud-Plattformen gespeichert sind. Bei wachsendem Bedarf ist es leicht skalierbar. Die VPN-Verbindung verschlüsselt den Datenverkehr zwischen den Netzwerken, wobei ein VPN-Gateway die Verschlüsselung und das andere die Entschlüsselung übernimmt.

Ideal für: Unternehmen, die auf Cloud Computing setzen.

SSL-VPN

Wenn die IT-Ausstattung des Unternehmens nicht ausreicht, können die Mitarbeiter mit dieser Art von VPN ihre privaten Geräte nutzen, um von zu Hause oder anderen Standorten aus sicher zu arbeiten. SSL (Secure Sockets Layer)-VPNs wurden zum Rückgrat der „Corona-Wirtschaft“, als die Unternehmen mit den plötzlichen Homeoffice-Anforderungen während der Pandemie zu kämpfen hatten. Dieses VPN funktioniert über Webbrowser und ermöglicht den Benutzern einen sicheren Zugang zu bestimmten Anwendungen oder Diensten, ohne dass eine spezielle Software installiert werden muss. In der Regel genügt ein HTML-5-fähiger Browser, um die Anmeldeseite des Unternehmens zu laden, auf der die Benutzer dann einen Benutzernamen und ein Passwort eingeben müssen. Diese Browser sind für praktisch alle Betriebssysteme verfügbar.

Ideal für: Mitarbeiter, die private Geräte für den Zugriff auf Unternehmensdateien und -netzwerke verwenden.

Doppel-VPN

Für die ganz Vorsichtigen leitet ein Doppel-VPN den Datenverkehr über zwei Server statt über einen, was eine zusätzliche Verschlüsselungsebene schafft. Beachten Sie, dass diese Methode Ihre Verbindung verlangsamen kann.

Ideal für: Alle, die sich ein Höchstmaß an Privatsphäre wünschen.

Sollten Sie ein sicheres VPN verwenden und wo liegen die Vorteile?

Ein gutes VPN bietet viele Vorteile, da es sowohl die Privatsphäre als auch die Freiheit beim Surfen stärkt (und ja, das klingt wie ein Widerspruch, aber das erklären wir gleich näher). Sicherheit geht vor, heißt es. Beginnen wir also mit dem Punkt „Sicheres und privates Surfen“: Indem Sie Ihre IP-Adresse durch eine „Dummy“-Adresse ersetzen, werden Sie für Websites, Werbetreibende, Ihren Internetanbieter und sogar für Regierungen, die versuchen, Sie zu verfolgen, praktisch unauffindbar. Durch die Verschlüsselung Ihrer Daten und das Verbergen Ihrer Identität kann ein VPN in ungesicherten öffentlichen Netzwerken Ihre Sicherheit erhöhen und Sie vor Cyberverbrechen wie Identitätsdiebstahl, Doxing und DDoS-Angriffe schützen. Mit einem VPN können auch externe Mitarbeiter auf Unternehmensressourcen zugreifen, selbst wenn sie nicht vor Ort sind.

Und was ist nun mit der versprochenen Freiheit? Mit einem VPN können Sie sich auf eine virtuelle Weltreise begeben und Ihren Standort mit einem Klick zu ändern, damit Sie von zu Hause oder unterwegs auf Ihre Lieblingsvideos, -websites und -anwendungen zugreifen können. Ein VPN kann Sie auch vor einer Drosselung durch Ihren Internet Service Provider bewahren. Einige ISP verlangsamen Ihre Verbindung bei bandbreitenintensiven Aktivitäten wie Streaming oder wenn Sie File-Sharing-Dienste wie P2P (Peer-to-Peer) nutzen. Ein VPN kann dies verhindern, weil es damit für Ihren Anbieter schwierig ist, zu sehen, was Sie online tun.

Sollten Sie also ein VPN verwenden? Wenn Sie es mit Ihrer Sicherheit und Ihrem Datenschutz ernst meinen, lautet die Antwort: Ja, auf jeden Fall. Selbst wenn Sie nichts zu verbergen haben, Ihre Online-Banking-Aktivitäten nicht über ein öffentliches WLAN abwickeln und nicht außerhalb des Büros arbeiten, möchten Sie vielleicht trotzdem nicht überwacht und verfolgt werden. Und wenn Sie in einer Branche tätig sind, in der sensible Informationen online versendet werden, dann ist der Schutz Ihrer Daten, Ihrer Identität und Ihrer Informationsquellen mit einem VPN unerlässlich.

Wie schneidet ein VPN im Vergleich mit anderen Sicherheitslösungen ab?

Es gibt viele Möglichkeiten, und alle versprechen mehr Privatsphäre. Kann man vielleicht doch auf ein VPN verzichten? Stellen wir es in einem Sicherheitsvergleich diesen Standardlösungen gegenüber.

Privates Surfen vs. VPN

Privates Surfen, wie der Inkognito-Modus, verbirgt nur Ihren Browser-Verlauf vor anderen, die ebenfalls Ihr Gerät verwenden. Ihr ISP kann weiterhin sehen, was Sie online tun. Das gilt unter Umständen auch für Werbetreibende und Hacker. Ein VPN verschlüsselt Ihren Datenverkehr und verschleiert Ihre IP-Adresse.

Gewinner hinsichtlich Privatsphäreschutz: VPN

Proxys vs. VPN

Sowohl ein VPN als auch ein Proxy-Server maskieren Ihre IP-Adresse, indem sie Ihren Internetverkehr zuerst durch einen Server leiten. Hier enden die Gemeinsamkeiten auch schon. Proxys verschlüsseln Ihre Daten nicht, sodass sie leicht manipuliert oder abgefangen werden könnten. VPNs bieten in der Regel zusätzliche Sicherheit, z. B. Schutz vor DNS-Lecks, und sie sind meist schneller.

Gewinner hinsichtlich Privatsphäreschutz: VPN

SSH-Tunnel vs. VPN

SSH-Tunnel (Secure Shell) sind komplexer einzurichten als ein VPN, da sie für jede Anwendung manuell konfiguriert werden müssen. Sie verschlüsseln nur den Datenverkehr für bestimmte Anwendungen, während ein VPN den gesamten Datenverkehr eines Geräts verschlüsselt.

Gewinner hinsichtlich Privatsphäreschutz: VPN

SD-WANs vs. VPN

Software-definierte Wide Area Networks (SD-WANs) sind Tools auf Unternehmensebene zur Verwaltung des Netzwerkverkehrs an mehreren Standorten. Sie versprechen höchste Sicherheit, sind aber für Einzelanwender zu viel des Guten, vor allem im Vergleich zur Benutzerfreundlichkeit eines VPN.

Gewinner hinsichtlich Privatsphäreschutz: SD-WAN ist ein nützliches Business-Tool, aber zu komplex für Einzelanwender 

Firewalls vs. VPN

Firewalls und VPNs sind Tools für die Cybersicherheit, die zum Schutz Ihrer Daten und Ihres Netzwerks beitragen sollen, aber ihre Funktionsweise ist unterschiedlich. Firewalls überwachen und filtern den Datenverkehr am Rande des Netzwerks, um es vor Bedrohungen von außen zu schützen. VPNs helfen dabei, eine sichere, verschlüsselte Verbindung zwischen Ihrem Gerät und einem Remote-Server herzustellen. Beide Tools ergänzen sich gegenseitig. Ein VPN kann also mit einer Firewall zusammenarbeiten, um den reibungslosen Fluss verschlüsselter Daten zu gewährleisten und vor unbefugtem Zugriff zu schützen.

Gewinner hinsichtlich Privatsphäreschutz: Geteilter Sieg, da beide Tools zusammen zur Verschlüsselung und Überwachung des Datenverkehrs verwendet werden können.

Was sind die Grenzen eines VPNs?

Es mag zwar ein beeindruckender, vielseitiger Ritter sein, der Ihnen hilft, Ihre Ehre, Ihre Daten und Ihre Identität im Internet zu verteidigen – doch selbst die Rüstung eines VPN hat Schwachstellen. Bitte denken Sie an diese Unzulänglichkeiten und ergänzen Sie Ihr VPN mit einem zusätzlichen Schutz (und klicken Sie im Netz immer verantwortungsbewusst).

 

Kein VPN kann vollständigen Schutz bieten, aber Sie können selbst etwas tun: Entscheiden Sie sich für einen zuverlässigen VPN-Anbieter und gehen Sie proaktiv mit jedem Aspekt Ihrer Online-Sicherheit um. Installieren (und aktualisieren) Sie seriöse Anti-Malware und passen Sie Ihr eigenes Verhalten an, indem Sie alle Online-Sicherheitstipps konsequent befolgen.

 

Sichere Verbindung zu Hotspots: Schützen Sie Ihre Privatsphäre online wirksamer mit Avira

256 Advanced Encryption Standard (AES-256). Viele weltweite Serverstandorte. Teil eines umfangreichen Lösungsportfolios der in Deutschland ansässigen Online-Sicherheitsexperten. Es gibt viele Gründe, warum Avira Phantom VPN eine vertrauenswürdige Wahl ist – und außerdem ist es kostenlos. Holen Sie sich Ihre Version für Windows, Mac, Android und iOS, und erwägen Sie ein Upgrade auf Avira Phantom VPN Pro, um sich von Datenlimits zu befreien.

 

VPNs sind leistungsstarke Tools zur Verbesserung Ihrer Online-Sicherheit und -Privatsphäre, aber sie sind kein Allheilmittel gegen Online-Bedrohungen und -Betrug – und auch kein vollständiger Tarnmantel. Beachten Sie die Grenzen und kombinieren Sie Ihr (sicheres und zuverlässiges) VPN immer mit anderen Sicherheitsmaßnahmen, um sich optimal zu schützen.

Dieser Artikel ist auch verfügbar in: EnglischFranzösisch

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