Unangemessene Schürfsoftware: Vorsicht vor Kryptomining

Zwischen 2017 und 2018 ist der Wert eines Bitcoins um mehr als tausend Prozent gestiegen. Diesem rasanten Anstieg ist es zu verdanken, dass Kryptowährungen – und damit auch die Möglichkeiten zum Schürfen von Kryptogeld – mittlerweile nicht mehr nur bei der Fachwelt, sondern auch bei der breiten Öffentlichkeit auf großes Interesse stoßen. Im Zentrum dieses Interesses steht das sogenannte „Mining“, also das Schürfen der verschiedenen Coins mithilfe komplexer Prozesse, an denen Computer und eigens für diesen Zweck eingerichtete Serverfarmen beteiligt sind. Doch das Mining von Bitcoins bringt auch eine Reihe neuer Sicherheitsrisiken mit sich. Wir zeigen Ihnen, welche.

Das Schürfen von Kryptowährungen ähnelt der Arbeit in einem echten Bergwerk: Es wird so lange geschürft, bis man auf Gold stößt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass beim digitalen Schürfen das Geld mit Zeit und der Rechenleistung von Computern verdient wird. Die sogenannten „Miner“ tun nichts anderes, als Software einzusetzen, mit der Geldtransaktionen registriert und in der Zwischenzeit Rechenaufgaben gelöst werden. Als Belohnung erhalten sie kleine Anteile an Bitcoins oder anderen digitalen Währungen. Worin besteht nun die Gefahr?

Mining wird aufwendiger

Mit zunehmender Reife der digitalen Währungen wurde auch das Mining immer aufwendiger. In der Anfangszeit konnte ein Nutzer das digitale Geld zuhause mit seinem Computer schürfen und auf diese Weise hohe Beträge verdienen. Doch die Rechenaufgaben wurden immer komplexer, sodass heute eine beträchtliche Menge an Rechenleistung benötigt wird. Und darin liegt auch die Gefahr: Da die Miner immer mehr Energie benötigen, um Geld zu verdienen, haben einige von ihnen begonnen, öffentliche WLAN-Netzwerke anzugreifen. So erhalten sie Zugriff auf fremde Geräte (auch Mobilgeräte) und können diese nutzen, um Bitcoins zu schürfen. Erst kürzlich machte eine Bar in Buenos Aires von sich reden, in der das private Netzwerk mit Malware infiziert wurde, sodass beim Verbinden Verzögerungen von 10 Sekunden auftraten. Diese Zeit reichte aus, um Dritten zu Mining-Zwecken den Zugriff auf die Laptops der Nutzer zu ermöglichen. In der Praxis bemerkt man – abgesehen von gewissen Verlangsamungen bei der Programmausführung oder beim Surfen – vermutlich nichts davon, dass jemand von außen die Rechenleistung nutzt, um Geld zu generieren.

Neben öffentlichen WLAN-Netzwerken wurden auch Millionen Websites gehackt, um Zugriff auf Laptops, Computer, Smartphones und Tablets zu erhalten und damit Mining betreiben zu können. Das Problem ist so verbreitet, dass derzeit schätzungsweise über eine Milliarde Endgeräte durch Kryptomining und die damit verbundene Speicherauslastung verlangsamt werden. Und damit nicht genug: Es ist längst erwiesen, dass neben der Verlangsamung das Überladen des Smartphones (bzw. des Laptops oder jedes sonstigen Zugangspunktes) zu einer Überhitzung des Akkus führen und damit theoretisch innerhalb kürzester Zeit konkrete Schäden verursachen kann.

Unangemessene Schürfsoftware, die durch Malware und Viren verbreitet wird, stellt auch indirekt eine Gefahr für die Nutzer dar. Einige Botnetze verteilen native Mining-Software, die auf das Betriebssystem und damit auf die sensibelsten Bereiche des Rechners zugreift. Ein gehacktes Betriebssystem öffnet Tür und Tor für Missbrauch jeglicher Art, wie beispielsweise Spear-Phishing- oder Cryptolocker-Angriffe, mit denen täglich zigtausend Euro in die Kassen der Hacker und Cracker gespült werden.

Wie kann man sich schützen?

Kann man sich davor schützen? Ja. Meiden Sie öffentliche WLAN-Netzwerke, denn diese sind oft nicht geschützt und setzen Ihr Gerät und Ihre Daten so einer Vielzahl von Angriffen aus, von denen Sie höchstwahrscheinlich gar nichts mitbekommen. Verwenden Sie außerdem VPN-Software wie Avira Phantom VPN, mit der Sie sicher im Netz surfen können, ohne dass Dritte Ihre Daten abfangen oder mitlesen. Und zu guter Letzt: Schützen Sie alle Geräte, mit denen Sie online gehen. Ständig tauchen neue Bedrohungen auf, sodass es absolut unerlässlich ist, das – legale – Mining von Kryptowährung auch auf älteren Geräten möglichst sicher zu gestalten.

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