Sextortion: Erneute Betrugsmasche mit Sex-Videos

Betrüger senden erneut sogenannte „Sextortion“-Mails, in denen behauptet wird, dass der Absender ein gemeinsames Sex-Video besitzt. Es wird mit der Veröffentlichung des Videos gedroht, wenn der Empfänger nicht einen gewissen Geldbetrag bezahlt.

Vorsicht – Scam!

Der Absender gibt vor, den Empfänger zu kennen und  bezieht sich dabei auf einen länger zurückliegenden Kontakt. Die Bezahlung soll per Bitcoin erfolgen und liegt im Bereich um die 1000 Euro. Wird nicht bezahlt, soll das Video an alle Kontakte sowie die Nachbarn verschickt werden.

Hier handelt es sich um einen Scam. Der Absender hat in der Regel kein gemeinsames Sex-Video. Die Mails sind zudem sehr allgemein gehalten, persönliche Infos wie Namen oder Adresse werden nicht genannt. Für unbedarfte Internet-Nutzer können solche Mails aber durchaus bedrohlich wirken.

Erst kürzlich warnte die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein vor ähnlichen Betrugs-Mails, in denen Unbekannte vorgaben, den Computer des Empfängers gehackt und Masturbations-Videos aufgenommen zu haben. So etwas wäre zwar nicht gänzlich unmöglich, der Aufwand eines solchen gezielten Hacks aber groß.

Daten wahrscheinlich aus dem Dark Web

In diesem Fall kommt hinzu, dass die Mails oft mit Namen und Anschrift des Empfängers versehen war, was viele Nutzer dann doch verunsicherte. Tatsächlich dürften diese Daten zusammen mit der E-Mail-Adresse aus einem anderen Datenbank-Hack stammen und über das Dark Web gekauft worden sein.

Die Verbraucherzentrale erklärt außerdem, dass ihr kein Fall bekannt sei, bei dem die Betrüger tatsächlich ein Video hatten und dieses veröffentlichten. Man soll zudem auf keinen Fall auf die Zahlungsaufforderung eingehen, da ansonsten weitere Erpresser-Mails folgen. Wer sich nicht sicher ist, kann zudem die Polizei kontaktieren.

Nicht immer harmlos

Leider sind nicht alle Sex-Video-Betrugsmaschen so harmlos. Es gibt immer wieder Meldungen über Anwender, die nach Videosex-Chats mit tatsächlich aufgezeichneten Videos erpresst werden. Oft entsteht dieser Kontakt zu Unbekannten in sozialen Netzwerken.

Das Opfer wird dabei vom Chat-Partner zu sexuellen Handlungen animiert. Danach wird ihm ein Link mit dem entsprechenden Video sowie eine Zahlungsaufforderung geschickt. Wer seine Webcam für Videochats verwendet, muss sich im Klaren sein, dass der Chat-Partner diesen Videostream mit einfachen Mitteln aufzeichnen kann.

Hierbei handelt es sich um eine klassische Erpressung – und somit eine Straftat. Wer in dieser Situation ist, sollte aber auf keinen Fall bezahlen, sondern die Polizei verständigen. Auch in diesem Fall muss man davon ausgehen, dass nach erfolgter Bezahlung weitere Zahlungsaufforderungen kommen werden.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Webcam an seinem Notebook oder Desktop-PC auch zukleben oder abdecken. Dafür gibt es auch spezielle Webcam-Abdeckungen. Wer das übertrieben findet: Auch Mark Zuckerberg klebt seine Webcam ab und der muss es schließlich wissen.

Sorgen Sie für Ihre Sicherheit

Wenn Sie eine Sextortion-Mail wie diese bekommen haben sollten, gibt es natürlich einiges, was Sie zu Ihrem Schutz tun können:

  • Ändern Sie Ihr Passwort: Wenn Sie immer noch das Passwort aus der Mail nutzen sollten, ändern Sie es am besten sofort.
  • Niemals zahlen: Egal um was für einen Erpresserversuch es sich handelt – zahlen Sie niemals das Lösegeld, das die Erpresser von Ihnen verlangen. Sie werden dabei nur als Verlierer hervorgehen und nichts erreichen.
  • Nutzen Sie starke Passwörter: Denken Sie sich entweder selbst ein sicheres Passwort aus oder nutzen Sie einen Passwortmanager, der Ihnen dabei hilft.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung: Nutzen Sie sie wann immer möglich. Selbst wenn es ein bisschen mehr Arbeit bedeutet – Ihr Account und Ihre Daten werden es Ihnen danken.