Seit DSGVO: 22% weniger Tracking-Cookies auf Nachrichtenseiten

Das DSGVO gibt es jetzt schon seit ein paar Monaten – aber was genau hat sich seitdem für uns wirklich geändert und was ist wirklich nachvollziehbar? Nun, zum einen gibt es die Fraktion, die es als Schikane sieht: Außerhalb der EU werden einige Seiten komplett geblockt, weil das einfacher ist als sie DSGVO-konform zu machen. Zudem waren einige Besitzer kleinerer Blogs so verängstigt und überfordert, dass sie sich dazu entschlossen haben, ihre Seiten zu schließen anstatt sich mit Abmahnungen herumzuschlagen.

Natürlich gibt es dann auch die andere Seite der Medaille. Ohne das DSGVO hätten wir nichts über unseriöse VPNs und wie dort unsere Daten genutzt werden herausgefunden. Nutzer haben nun auch eine bessere Übersicht darüber, was überhaupt mit ihren Informationen passiert.

Der Trend: Weniger Tracking-Cookies

Tracking-Cookies sind Daten, die in einer kleinen Datei im Browser abgespeichert werden und die das Surfen im Internet personalisieren sollen. Außerdem werden so auch die Onlineaktivitäten nachverfolgt. Das beste Beispiel hierfür ist Google: Wenn man Werbung für etwas bekommt, wonach man gerade gesucht hat, zum Beispiel für ein neues Samsung-Smartphone, dann liegt das an eben solchen Cookies. Aber ob deren Nutzung auch zurückgegangen ist, zeigt eine Studie des Reuters Instituts und der University of Oxford. Die Forscher fanden heraus, dass die Cookie-Nutzung von Drittanbietern auf Nachrichtenseiten um 22 Prozent gesunken ist. Am meisten waren von dem Rückgang die Bereiche Marketing (14%) und Social Media (9%) betroffen.

Generell klingt das doch schon mal gut. Das ist aber noch nicht alles. Die Studie zeigt außerdem auf das:

  • der Prozentsatz der Nachrichtenseiten, die Social Media-Tools (wie z.B. die Schaltflächen zum Teilen von Inhalten auf Facebook und Twitter) verwenden sehr stark gefallen ist: Im April waren es noch 84%, im Juli nur noch 77%.
  • die Anzahl der Cookies zur Designoptimierung im Schnitt um 27% gefallen ist, Werbe- und Marketing-Cookies um 14% und Social Media-Cookies um 9%.
  • Tech-Firmen mit Sitz in den USA, wie zum Beispiel Google, Facebook und Amazon, auch weiterhin am häufigsten auf Nachrichtenseiten vertreten sind. Lediglich Facebook sah hier nach der Einführung des DSGVO einen größeren Einschnitt.

Besser, aber nicht perfekt

Was bedeutet das nun für unseren Alltag? Nun, während sich vieles zum besseren gewandt hat – zumindest wenn es um Tracking-Cookies auf europäischen Nachrichtenseiten geht – sind Google, Facebook und Amazon auch weiterhin sehr beliebt und das trotz der immer wiederkehrenden Skandale. Dennoch wurden sehr viele Cookies von Drittanbietern, die früher ohne die Zustimmung der Seitenbesucher einfach hinzugefügt wurden, mittlerweile aus dem Verkehr gezogen – und das ist gut für uns alle.

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