Schluss mit nervigen und gefährlichen Werbe-Mails: So halten Sie Ihr Postfach sauber (Teil 1)

Weit mehr als die Hälfte aller digitalen Nachrichten sind inzwischen Spam. So macht E-Mail keinen Spaß mehr. Schluss damit. Mit den Tipps aus dieser Ratgeber-Serie dämmen auch Sie die Flut an nervigen und gefährlichen E-Mails massiv ein.  

Die Absichten von E-Mail-Spammern sind wie gehabt vielfältig: Unseriöse kommerzielle Anbieter nutzen Spam-Mails, um kostengünstig massenhaft Werbung zu verbreiten. Andere Spammer zielen mit Kettenbriefen auf die Aufmerksamkeit möglichst vieler Adressaten – ihre falschen Aufrufe und Warnungen werden von gutgläubigen Empfängern weitergeleitet und belasten elektronische Briefkästen weltweit. Kriminell wird es, wenn virenverseuchte, schädigende und betrügerische Mails verschickt werden. Hier kann ein falscher Klick große Vermögens- und Computerschäden nach sich ziehen. Um nicht sofort erkannt zu werden, verschicken professionelle Cybergangster zunehmend Phishing-Mails, die wirklich täuschend echt aussehen. Besonders Bank- und PayPal-Anmeldedaten sind oft das Ziel solcher Attacken.  Aber auch kuriose Spam-Nachrichten machen immer wieder die Runde.

Immer dreister, immer professioneller

Generell gehen die Spammer immer professioneller vor. Inzwischen schreiben sie die Opfer etwa persönlich an („Sehr geehrter Herr Müller“), nutzen vertrauenswürdige Absenderadressen (etwa „service@paypal.de“) und Rechtschreibung und Aufmachung sind einwandfrei. Andere Spammer zielen mit Kettenbriefen auf die Aufmerksamkeit möglichst vieler Adressaten – ihre falschen Aufrufe und Warnungen werden von gutgläubigen Empfängern weitergeleitet und belasten elektronische Briefkästen weltweit.  Die Ideen werden immer verrückter. Die aktuelle „Porno-Masche“ zielt etwa auf das schlechte Gewissen der Opfer ab. In Erpresser-Mails behaupten Online-Ganoven, den Empfänger beim Besuch einer Pornoseite gefilmt zu haben. Um ihre Behauptung zu untermauern, geben sie echte Empfänger-Passwörter an.

Problem nicht in den Griff zu bekommen

Dabei sah es lange so aus, als könne man das Spam-Thema in den Griff bekommen. Nachdem 2010 der Anteil von Spam-Nachrichten am weltweiten E-Mail-Aufkommen noch bei 75 Prozent lag, rüsteten die E-Mail-Provider mit immer besseren Filtern auf. Gleichzeitig legten Sicherheitsexperten große Botnets lahm, Netzwerke gekaperter Computer also, die täglich Milliarden Spam-Mails verschickten. Seit 2015 ziehen die Spam-Zahlen aber wieder an. „An manchen Tagen sind mehr als 92 Prozent aller Nachrichten an unsere Kunden unerwünscht. Das Gesamtaufkommen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen“, berichtet Rüdiger Peusquens, Leiter für Cyberabwehr und Lagewesen bei der Telekom.

Diese Cisco-Grafik zeigt den gewaltigen Anteil an Spam (braun) am weltweiten E-Mail-Aufkommen.

Folgende Punkte spielen den Spammer dabei in die Karten:

  • Einträglich: Das Geschäft lohnt sich, der technische Aufwand ist gering. Es reicht schon, wenn nur einer von einer Million Empfängern antwortet, damit sich die Sache rentiert. Allein durch die „Porno-Masche“ sollen die Spammer innerhalb einer Woche mehr als 50.000 US-Dollar erbeutet haben.
  • Technisch kaum zu stoppen: Es gibt keinen zentralen Punkt gibt an welchem man alle E-Mails filtern und man gehackte Konten stilllegen könnte. Da sich Spam-Versender meist gut verbergen, kommt man ihnen schwer auf die Schliche.
  • Adressbeschaffung: Spammer müssen heute nicht mehr umständlich nach dem Zufallsprinzip Mail-Adressen generieren müssen. Kundendaten, etwa durch Hacks bei Firmen erbeutet, kursieren millionenfach im Internet. Eine Liste mit mehreren Millionen privaten Mail-Adressen gibt es schon für ein paar US-Dollar.

Der aussichtslose Kampf der Provider 

Dabei setzen die E-Mail-Provider zum Schutz vor Spam auf ausgeklügelte Techniken wie „schwarze Listen“ verdächtiger IP-Adressen und intelligente Filtersoftware. Das Ende der Spam bringen aber auch technische Lösungen nicht. Die meisten Experten sehen es ähnlich wie Rüdiger Peusquens von der Telekom. „Da es sich bei der E-Mail um einen weltweiten, offenen Standard handelt, kann man als einzelner Anbieter nicht viel ausrichten.“ Spam wird es also höchstwahrscheinlich so lange geben, wie es E-Mails gibt. Zeit sich zu wehren! In dieser Serie lernen Sie die besten Anti-Spam-Strategien kennen.