Scamming 2018 style: The email trap - scam

Scam 2018: Die E-Mail-Falle

Bisher haben E-Mail-Betrüger vor allem auf die Gutgläubigkeit ihrer Opfer gesetzt, inzwischen greifen sie zu deutlich rabiateren Methoden.

Erst kürzlich brauchte der nigerianische Astronaut Major Abacha Tunde dringend 3 Million Dollar. Seit 1990 hänge er alleine auf der geheimen russischen Raumstation Salyut 8T fest. Helfern winke natürlich eine fette Belohnung. Doch eine simple E-Mail mit einer Lügengeschichte reicht heute in der Regel nicht mehr. Mittlerweile wissen immerhin die meisten, dass mit angeblichen Mitgliedern abgesetzter afrikanischer Königsfamilien kein Reibach zu machen ist. Trotzdem fallen noch immer noch viele Internetnutzer auf diese Betrugsmasche herein. Kein Wunder, denn die die Scammer gehen immer cleverer vor – der Schaden ist immens.

Alte Masche, die immer noch zieht

Fast jeder hat schon einmal von der „Nigeria-Connection“ und deren E-Mails gehört. Was viele nicht wissen: Die Nummer, die leicht verdientes Geld durch Vorschusszahlungen verspricht, zieht bereits seit über 40 Jahren. Erst kamen die Schreiben mit Betreffzeilen wie „Geschäftsvorschlag“ per Brief, dann per Fax und seit einigen Jahren per E-Mail. Der Inhalt war stets ähnlich: Der Empfänger sollte Bares vorschießen, und so ein lukratives Geschäft ermöglichen. Klar: Wer darauf hineinfällt, sieht sein Geld nie wieder. Generell bezeichnet „Scam“ einen Vorschuss-Betrug, bei denen die Empfänger unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu gebracht werden sollen, finanziell in Vorleistung zu treten. Merkwürdige Zahlungsaufforderungen, hochdotierte Jobangebote, schlüpfrige Kontaktversuche: Die Fantasie der Scammer, krude Geschichten zu erfinden und so die Gier der Empfänger zu wecken, ist erstaunlich.

Immer persönlicher

Dabei gehen die Gauner immer gezielter vor. Das belegt eine aktuelle Studie des US-Unternehmens Palo Alto Networks. Im Rahmen der Untersuchungen beobachteten die Sicherheitsexperten zwei Jahre lang Server von rund 100 mutmaßlichen E-Mail-Betrügern. „Die nigerianischen Scammer gehen inzwischen viel gerissener vor“, so Ryan Olson von Palo Alto Networks. „Sie attackieren nicht mehr zufällige E-Mail-Konten durch Massenangriffe, sondern picken sich ganz gezielt bestimmte Opfer heraus.“ Bevorzugt solche, die entweder über viel Geld verfügen oder wichtige Daten horten. Die Cybergangster gaukeln den Empfängern Vertrauenswürdigkeit vor – etwa indem sie Namen von Familienangehörigen oder Arbeitskollegen verwenden. Diese „Spear Phishing“ genannte Methode steigert die Erfolgschancen für die Internet-Spitzbuben enorm und erhöht gleichzeitig die Chancen, dass die Opfer persönliche Daten wie Passwörter preisgeben und auf verseuchte Anhänge klicken. Der Einsatz derartiger Schädlinge im Anhang ist überdies ebenfalls neu. Damit versuchen die Angreifer den PC unter Kontrolle zu bringen. Einerseits, um an noch mehr private Infos zu kommen oder – noch besser – direkten Zugang zu Kreditkarten, Paypal- oder Bankkonten zu erhalten.

5 fiese Scam-Maschen

Obwohl die meisten Scam-Mails mit gesundem Menschenverstand leicht als Bauernfängerei erkennbar sind, sorgen immer wieder neue Einfälle für Aufsehen. Welche Scam-Attacken in letzter Zeit besonders viel Wirbel verursacht haben, zeigt die folgende Liste.

1. Die Liebesfalle

Singles auf Liebesentzug scheinen besonders anfällig für Scam zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, warum es Kriminellen immer wieder gelingt, Alleinstehende auf Dating-Portalen abzuzocken. Das geht meist so, oder so ähnlich ab: Besonders attraktive Mitglieder wollen das Opfer unbedingt besuchen, nur fehlt das Geld für die Reise – Portemonnaie geklaut. Deswegen klappt es mit dem Treffen nur, wenn Geld fließt.

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2. Verlockende Job-Angebote

Trotz nahezu Vollbeschäftigung hat hierzulande nicht jeder einen Job. Und selbst wenn: Eine einfache Tätigkeit zu Top-Konditionen kann man nicht so einfach ausschlagen. Das stimmt, aber spätestens, wenn vor dem ersten Gehalt saftige Bearbeitungsgebühren und / oder Schulungen auf eigene Rechnung verlangt werden, sollten die Alarmglocken schellen.

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3. Geldgeschenke

Oft versprechen Cyberkriminelle, dem Empfänger Geld aus angeblichen Versicherungen, Steuererstattungen oder Erbnachlässen zu überweisen. Damit das Geld auf dem Konto landet, ist auch hier eine „Bearbeitungsgebühr“ fällig. Unnötig zu sagen, dass der zugesicherte Betrag nie ankommt.

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4. Ungebetene Urlaubsgrüße

Am glaubwürdigsten sind Nachrichten, wenn sie von Freunden und Bekannten stammen. Aus diesem Grund hacken Cybergangster gerne E-Mail-Konten und versenden daraus Post an die darin gespeicherten Kontakte. Eine beliebte Tour dabei ist, monetäre Probleme vorzugaukeln wie „Ich bin im Urlaub, wurde ausgeraubt und habe kein Geld für den Rückflug“. Offenbar halten es viele in diesem Fall für keine Lösung erst einmal zum Telefon zu greifen und den geliebten Menschen anzurufen. Anders lässt sich der Erfolg dieser Scam-Methode nicht erklären.

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5. Verlockende Immobilien

Eine schicke, erschwingliche Wohnung in beliebter Innenstadtlage ist für viele wie ein Sechser im Lotto. Die gewaltige Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum machen sich auch Internetbetrüger zunutze. Als Köder dient etwa ein zur Vermietung stehendes Apartment zu traumhaften Konditionen. Der Haken an der Sache: Der vermeintliche Vermieter sitzt im Ausland und schlägt vor, die erste Miete plus Kaution auf ein Treuhandkonto zu transferieren, im Gegenzug gäbe es den Schlüssel. Das Ende der Geschichte wie bei allen Scam-Geschichten: Außer Spesen, nichts gewesen.

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