Oops! They did it again: Smart TVs wollen an Ihre Daten

Wer vermisst nicht die guten alten Zeiten, als man sich nur um ein paar Pop-Ups und ein bis zwei Online-Tracker sorgen musste? Heutzutage hingegen könnte Ihnen dank dem Internet der Dinge so ziemlich jedes Gerät nachspionieren – inklusive Ihrem Fernseher.

Der neuste Artikel der New York Times ist dabei nur ein weiterer von vielen; diesmal geht es um Samba TV, eine App die mittlerweile von einigen namenhaften Fernsehherstellern in ihren Produkten genutzt wird und nicht nur genau weiß was geschaut wird, sondern auch andere smarte Geräte im Netzwerk identifizieren kann.

Sie hören Ihnen zu und wissen was Sie schauen

Dass Fernseher uns nachspionieren ist tatsächlich nichts Neues; sie tun es schon seit einem guten halben Jahrzehnt und ein Ende ist nicht in Sicht. Wenn Sie daran zweifeln, werfen Sie doch einfach einen Blick auf die schlimmsten 3 Fälle der letzten Jahre:

  • Vizio
    Die für ihre preiswerten Fernseher bekannte Firma hat nicht nur die Daten der Kunden gespeichert, sondern sie direkt an die Höchstbietenden verkauft – und das ohne die Zustimmung der Anwender! Letzten Endes musste Vizio eine Strafe von 2,2 Millionen Dollar zahlen und alle gesammelten Daten die vor März 2016 erhoben wurden, löschen – der Schaden war allerdings schon angerichtet.
  • Samsung
    Spracherkennung ist eines der cooleren Features, mit denen smarte Geräte punkten können. Zumindest bis ein Fernseher theoretisch alles aufnimmt, was man in seinem Wohnzimmer sagt, und es dann an Drittanbieter weitergibt. Das ist etwas, was Samsung laut seinen Nutzungsbedingungen lange Zeit hätte tun können.
  • LG
    Ähnlich wie Vizio hat auch LG die Käufer seiner Geräte in großem Stil ausspioniert – nur ein paar Jahre vor der Konkurrenz. Die Fernseher haben nicht nur gespeichert auf welchem Kanal man sich gerade was angesehen hat, sondern auch welche Mediendateien über das Netzwerk gestreamt wurden. Das schlimmste: Es wurde selbst dann noch munter weiter gespeichert, wenn man die Einstellung ausschaltete.

Es wird nur immer komplizierter

Fernseher sind allerdings nur das I-Tüpfelchen. Letzten Endes wird wahrscheinlich so ziemlich jedes smarte Gerät versuchen, etwas von Ihren Daten abzubekommen. Travis Witteveen, CEO von Avira, merkte dazu an: „In meinem Netzwerk gibt es viel Datenverkehr. Selbst wenn ich nicht zu Hause bin und eigentlich „nichts“ passiert; mein Netzwerk ist dennoch aktiv. Es gibt so ziemlich jede Woche mindestens ein Firmware-Update das auf ein Gerät aufspielt werden soll, um Sicherheitslücken zu schließen. Dann sind da noch die täglichen Programmaktualisierungen. Der Datenverkehr fließt an Orte und Dienste, von denen ich nicht mal mehr weiß ob und wann ich sie autorisiert habe. Ich habe keine Ahnung, was für Inhalte sie über mich und meine Familie teilen. Als CEO von Avira halte ich mich eigentlich für sehr sicherheitsbewusst aber ich muss dennoch zugeben: Die neue IoT-Welt ist viel zu kompliziert, als dass ich das alles ohne Hilfe auf einfache Art managen und verstehen kann.“

Momentan ist es schwer die richtige Hilfe zu finden, zum Glück stehen Ihnen dennoch einige Möglichkeiten offen:

  • Kennen Sie die Geräte in Ihrem Netzwerk:Um die Kontrolle zurückzugewinnen ist es wichtig zu wissen, was für Geräte sich im Heimnetzwerk befinden. Notieren Sie sich, wenn Sie eins nicht kennen und versuchen Sie dann herauszufinden, worum es sich handelt und warum es Zugriff aufs Netzwerk hat. Entfernen Sie es wenn nötig.
  • Schließen Sie Ports:Offene Ports sind problematisch weil Cybergauner sie ausnutzen können, um Geräte mit Sicherheitslücken gegen Sie zu verwenden. Schließen Sie die Ports also wenn möglich.
  • Machen Sie sich mit den Privatsphäre-Einstellungen vertraut:Stellen Sie sicher, dass Sie die Einstellungen rund um die Privatsphäre Ihrer Geräte gewissenhaft durchgehen und nur Daten herausrücken, die Sie auch wirklich teilen wollen.

Während das alles sehr gute Optionen sind, kosten sie Sie auch Zeit, sind nicht immer intuitiv und decken nicht jeden Teil Ihres digitalen Lebens ab. Zum Glück gibt es Programme und Geräte – wie zum Beispiel Avira SafeThings – die Ihnen bei dieser Mammutaufgabe helfen können. Für welchen Weg Sie sich auch entscheiden mögen: Sie sollten sich mit den getroffenen Privatsphäre-Einstellungen der Geräte bei sich zu Hause immer sicher und wohl fühlen.

Dieser Artikel ist auch verfügbar in: Englisch

PR & Social Media Manager @ Avira |Gamer. Geek. Tech addict.