Oktoberfest

Oktoberfest: Updates in Massen oder durch einen Strohhalm?

Das Oktoberfest ist da, mit Lederhosen, Dirndl und natürlich der Mass. Damit ist der Ein-Liter-Bierkrug gemeint, den die Leute auf dem Münchener Oktoberfest trinken.

Bier ist ein historisches wie auch traditionelles Getränk und das trifft auch auf die Art und Weise zu, wie es serviert wird. Keramikkrüge gibt es seit Anbeginn der Zeit und klare Gläser seit der Industriellen Revolution. Eine Mass Bier ist genau das: Ein Liter Bier und/oder der Bierkrug (auch Maßkrug).

Eine Mass ist – gerade in Bayern – etwas sehr traditionelles. Sie ist so groß, dass das Bier warm werden kann, während Sie noch fleißig am Trinken sind und lang bevor Sie den Boden durchschimmern sehen. Der leere Krug wiegt übrigens immer noch 1,35kg und – nur um das auch klarzustellen – es gibt keinen signifikanten Gewichtsunterschied zwischen hellem und dunklem Bier.

Keiner hat je gesagt, dass Biertrinken einfach ist – und das Servieren ist noch anstrengender. Stellen Sie sich nur mal vor wie schwer es ist, 10 volle Bierkrüge auf einmal abzuliefern. Bei zusammengerechneten 23,5kg ist das für die Mädels ein ziemlicher Kraftakt.

Haben Sie eine Mass für Ihre Geräte?

Mal vom traditionellen Aspekt abgesehen, hat die Mass auch einen sehr praktischen Vorteil: Man bekommt viel Getränk auf einen Schlag. Das wiederum reduziert das Hin und Her beim Getränke-Bedienen der Millionen Besucher des Oktoberfests um die Hälfte. Zum Glück: In einem großen Zelt gibt es schließlich Platz für mehr als 11.000 durstige Leute.

Ihr Computer bekam seine Sicherheitsupdates normalerweise auch als Mass. Es wurde das tägliches Virus-Datenbank-Update (oder so ähnlich) genannt. Jeden Morgen, wenn das Gerät hochgefahren wurde, musste man auf den Start des Antiviren-Programms und auf den Download des Updates warten. Erst danach war alles dazu bereit, in die gefährliche Online-Welt aufzubrechen.

Dann erhöhte sich die Anzahl der Schadsoftware und Zero-Day-Bedrohungen plötzlich explosionsartig. Einmal pro Tag ein Update zu erhalten war nicht mehr genug; die Updates waren schnell veraltet und schützen nicht mehr richtig. Die Sicherheitsfirmen begannen also, das eine große tägliche Update in mehrere kleinere aufteilen. Anstelle dass eine große und schwere Mass gestemmt wurde, „tröpfelte“ es nun halbe Liter oder gar 0,3l Gläser Malwareschutz über den Tag verteilt.

Hey, da ist ja Künstliche Intelligenz in meinem Oktoberfest-Bier

Wenn man über den Glas- Entschuldigung, Tellerrand schaut, dann sieht man noch viel mehr als nur den Liter Bier. Es gibt Essen, verschiedene Biertypen und -größen – und sogar Brezen. Deswegen hätte jedes Bierzelt am liebsten eine extra clevere Servicekraft, die mögliche Kunden einschätzt und deren Getränke- sowie Essenswünsche auf den Tisch stellt – und das alles in der kurzen Zeitspanne, in der die Gäste vom Zelteingang bis hin zum Platz laufen.

Der Aufwand Nutzerwünsche zu erkennen findet statt und wird durch fortschrittliche statistische Analysen und Algorithmen unterstützt – wenn auch nicht unbedingt in einem Bierzelt. Das derzeitige Schlagwort dafür ist KI oder maschinelles Lernen. In der Sicherheitsbranche bedeutet das, dass Avira unbekannte Dateien mit tausenden von Variablen sortiert und durchgeht, um potentielle Gefahren zu finden. Über die Cloud werden die Ergebnisse dem Nutzer danach so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt.

Die Cloud ist das Fass von jemand anderem – der Strohhalm gehört mir

Wenn es um Bier und Sicherheitsinformationen geht, spielt nicht nur die Häufigkeit sondern auch die Verbindung eine Rolle.

Stellen Sie sich anstatt der Mass oder des kleineren Shot-Glases einen Online-Strohhalm vor, der die Updates aus einem Fass voll Informationen zieht. Genau: Tausende Leute stecken ihren Strohhalm in ein Fass, dass bis oben hin voll mit Analysen von Schadsoftware ist. Das gehört dann aber weniger zum Oktoberfest, denn das Teilen von Gläsern ist dort eher ein kultureller Fauxpas. Woanders sieht das dann gleich wieder anders aus. In ostafrikanischen Dörfern teilen sich die Menschen gerne mal einen Pot „Ajono Millet Bier“ – ein Strohalm pro Person, ein Pott für alle. Klingt für mich wie eine Cloud und wesentlich moderner als eine Mass.

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As a PR Consultant and journalist, Frink has covered IT security issues for a number of security software firms, as well as provided reviews and insight on the beer and automotive industries (but usually not at the same time). Otherwise, he’s known for making a great bowl of popcorn and extraordinary messes in a kitchen.