Here come the new office cyborgs: One of them could be you, cyborg

Das sind die neuen Büro-Cyborgs: Einer davon könntet ihr sein

Eine Invasion von Cyborgs an eurer Arbeitsstelle ist nichts, was nur in Sci-Fi-Büchern oder -Filmen vorkommt – es ist etwas, was im Epicenter bereits tagtäglich passiert. Das Epicenter ist eine hypercoole Bürofläche in Stockholm, Schweden, und eine Wundertüte an neuen wie auch bereits etablierten IT-Unternehmen. Diese Unternehmen decken alles von RFID-Implantaten bis hin zu genitalem Joghurt ab. Das Epicenter könnte die Zukunft der modernen, fantastischen aber auch skurrilen Büros sein.

Die Angestellten im Epicenter haben die Option, sich einen Chip in ihre Hand impfen zu lassen. Damit müssen sie keine umständliche Bürokarte am Schlüsselband mit sich herumtragen und müssen auch nicht mehr fürchten, diese zu verlieren.

Chips und Dip

Um Türen zu öffnen und sich einzuloggen, müssen die gechippten Mitarbeiter nur noch mit ihrer Hand vor einem Sensor herumwedeln. Aber das ist noch nicht alles. Um die Drucker zu benutzen oder sich einen Drink an der Bar im Epicenter zu gönnen, brauchen sie auch nichts weiter als ihren Chip.

Der Chip selbst ist nichts Revolutionäres. Er nutzt die „Nahfeldkommunikations-Technologie“ (NFC), was das gleiche ist, wie das kontaktlose Bezahlen mit eurem Smartphone.

Als richtig cooler Arbeitsplatz, bietet das Epicenter den Chip kostenlos an. Und wenn ihr bereits im März im Epicenter angefangen hättet, hätte der Chip durch das Feierabend-Event „Chips und Whiskey“ sogar eurer Erholung gedient. Das heißt im Klartext: Während ihr genüsslich einen 100%igen schwedischen Mackmyra Whiskey verkostet, wird euch ein Chip geimpft.

Die Technologie wäre auch etwas für euer Zuhause

Auch außerhalb des Büros könnte so ein Chip Vorteile haben. Wenn die Informationen des NFC-Chips bekannt wären, könnte er euch den Eintritt ins Fitness-Center/Schwimmbad ermöglichen. Und was passiert, wenn die Daten des Chips mit eurem Smart-Home oder euren IoT-Geräten geteilt würden? Euer Hauptcomputer könnte alle darüber informieren, dass ihr nun nach Hause kommt: Die Kaffeemaschine springt an, die Kinder werden daran erinnert, dass sie nun mit dem zocken aufhören und euch begrüßen sollten und der Hund springt im Dreieck, weil er einen Spaziergang erwartet. Oder der Hund muss mit dem spielen aufhören und ihr geht mit euren Kindern spazieren – das ist euch überlassen 😉 Egal wie, es scheint ein gutes Beispiel für ein „besseres Leben durch Technologie“ zu sein.

Vergesst Hacking, schaut nur auf die Daten

Der Vorteil eines NFC-Chips ist Bequemlichkeit. Der große Nachteil ist Sicherheit und Privatsphäre. Wie wir in den letzten Jahren immer wieder lernen mussten, kann jedes elektronische Gerät gehackt werden. Jedes. Und jeder, der derartige Technologien nutzt, sollte sich darüber auch im Klaren sein.

Die andere Frage, die man sich nun also stellen muss, ist, welche Daten aufgezeichnet werden – und wofür genau. Die NFC-Technologie – ob sie nun geimpft wird oder auch nicht – erhöht die Möglichkeiten zur Überwachung durch Unternehmen auf einem sehr genauen Level. „Wie viel Zeit verliert John an der Kaffeemaschine? Warum verbringt er so viel Zeit mit der niedlichen Kollegin, die nicht in seiner Abteilung arbeitet? War er wirklich in dem Meeting anwesend?“ Ganz zu schweigen von den Daten, die man bei einer privaten Nutzung abgreifen könnte. Aber natürlich könnte diese Art von Informationen in Bezug auf Teenager ziemlich nützlich sein … 😉

Wie nah ist nah?

Um funktionieren zu können, müssen Lesegerät und Chip ziemlich nah sein. Sehr nah sogar. Gemäß dem NFC-Forum – einem Unternehmerverband für diese Technologie – nur vier Zentimeter. Forscher haben dagegen behauptet, dass sie die Reichweite auf 45-80cm erhöhen können. Die Reichweite ist jedoch keine akademische Frage. Die Steigerung der Fähigkeit der Lesegeräte, NFC-Informationen aus weiter Entfernung auszulesen, ist mit einer signifikanten Reduzierung der Sicherheit dieser Geräte gleichzusetzen. Die Frage der Entfernung ist genau das, was PC-World zu der Empfehlung gebracht hat, NFC-Geräte abzuschalten, wenn sie nicht genutzt werden. Ups. Das dürfte sich recht schwierig gestalten, wenn der Chip sich in eurem Körper befindet. Vielleicht helfen dabei ja auch ein Graphit-Handschuh oder ein Aluhut.

Chips in aktiv/passiv

NFC basiert auf einem Gerät oder einem Lesegerät, das über eine 13,56 MHz-Frequenz eine Verbindung mit einem zweiten, NFC-kompatiblen Gerät oder entsprechenden Chip eingeht. Sobald das zweite Gerät Informationen zum ersten Gerät schickt oder empfängt, zum Beispiel euer Smartphone mit dem Samsung- oder Android-Bezahlsystem, dann ist es ein aktives Gerät. Wenn das NFC dem Lesegerät aber nur sagt: „Hey, hier bin ich“ und keinerlei Informationen aufzeichnet, dann ist es ein passives Gerät. Aus Sicht der Privatsphäre jedoch, ist das immer noch so, als würdet ihr eure Anwesenheit in die große weite Welt hinaus posaunen.

Fühlt ihr euch schon … chipper? 

Bisher haben nur 150 der Tausend Mitarbeiter im Epicenter der Nutzung des Chips zugestimmt – was eine ziemlich niedrige Penetrationsrate ist. Aber dieses „Bio-Hacking“-Konzept wird nicht wieder in der Versenkung verschwinden. Trotz der Vielzahl an Bedenken rund um den Datenschutz und die Privatsphäre, wird das Konzept sicherlich weiter vorangetrieben werden. Dabei wird es sich vorerst auf „Trendy“-Büroräume beschränken und daraus lernen – bevor es dann irgendwann gang und gäbe wird. Schließlich geht es hier nur um ein Gerät weniger, dass ihr verlieren könntet. 😉

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As a PR Consultant and journalist, Frink has covered IT security issues for a number of security software firms, as well as provided reviews and insight on the beer and automotive industries (but usually not at the same time). Otherwise, he’s known for making a great bowl of popcorn and extraordinary messes in a kitchen.