Nach Hack: Radiohead veröffentlicht Aufnahmen der „OK Computer“-Session auf Bandcamp

Wie Gitarrist und Keyboarder Jonny Greenwood auf Twitter erklärt, wurde die Band Opfer eines Datendiebstahls. Der Hacker drang in den Computer von Sänger Thom Yorke ein und stahl das MiniDisk-Archiv mit den Session-Aufnahmen des „OK Computer“-Albums.

Flucht nach vorn statt Zahlung

Da die Band auf eine Forderung des Hackers nach 150.000 US-Dollar (rd. 130.000 Euro) für die Rückgabe der Daten nicht einging, wurde das Material letzte Woche illegal im Netz veröffentlicht. Jetzt ergreift die Band selbst die Initiative und veröffentlicht die 18 Stunden Material auf Bandcamp.

Neben dem Streaming kann das Material auch für 18 Pfund (20 Euro) erworben werden. Alle Erlöse gehen an die Umweltbewegung Extinction Rebellion. Wie der Hacker in den Computer gelang und ob er auch noch andere Aufnahmen erbeutet hat, ist nicht bekannt.

Radiohead machen seit 1985 Indie- und Art-Rock und zählen zu den erfolgreichsten Künstlern der Gegenwart. Das Album OK Computer wurde 1997 veröffentlicht und rund 8 Millionen mal verkauft.

Musikkritiker finden viele Perlen im Material

Laut Spin-Magazin beinhalten die insgesamt 18 MiniDisks eine ganze Reihe an bisher unveröffentlichtem Material. Darunter nicht fertig gestellte Songs, Ambient-Geräusche, Demos und ganze Band-Proben.

Unter den Aufnahmen finden sich auch Songs, die nicht auf dem ursprünglichen Album waren, wie etwa „Lift“ und „I Promise“. Greenwood weißt im Tweet jedoch darauf hin, dass das Material „nie für die Veröffentlichung gedacht war und nur am Rande interessant sei“.

Nach Diskussionen im Netz und auf Reddit zu urteilen, halten viele Fans die Aufnahmen aber durchaus für hörenswert, vor allem die unveröffentlichten Versionen von „Lift“ und „Paranoid Android“ erhalten viel positives Feedback.