Mastercard wants to connect your creditcard with your fingerprints

Mastercard will eure Kreditkarte mit euren Fingerabdrücken verbinden

Eigentlich dachte ich, dass biometrische Erkennung und mobile Bezahlmethoden irgendwann Kreditkarten ersetzen würden – doch da lag ich offensichtlich falsch. Mastercard experimentiert mit einem neuen Konzept, dem Hinzufügen biometrischer Merkmale zur Kreditkarte.

Letzte Woche veröffentlichte Mastercard eine Pressemeldung, laut der sie in ihren „Next Generation“-Karten Fingerabdruckscanner hinzufügen werden. Das soll dabei helfen, die Identität von Karteneigentümern bei Einkäufen sicherzustellen.

Mastercard wants to connect your creditcard with your fingerprints
Michelle van Schalkwyk, Head of Brand bei Pick n Pay, bezahlt ihren Einkauf und nutzt dabei ihren Fingerabdruck, um die Transaktion zu authentifizieren. Das ist der erste globale Versuch der biometrischen Mastercard in Südafrika.
Quelle: Webseite von Mastercard

Wie soll diese neue Mastercard aussehen?

Die neuen biometrischen Karte wird den normalen Kreditkarten vom Aussehen her sehr ähnlich sein. Sie werden genauso dick sein und können an normalen EMV-Terminals genutzt werden. Das sind die Apparate, die die Chips der Karten lesen können. Bei Geräten, bei denen man die Karte lediglich durchzieht, wird das jedoch nicht funktionieren. Im Unterschied zu vorherigen Versionen scannen Karteninhaber ihren Finger direkt auf der Karte und müssen keine PIN mehr eingeben oder unterschreiben. Ja, richtig gelesen: Die Karte beinhaltet nicht nur euren digitalen Fingerabdruck sondern auch gleichzeitig noch den dazugehörigen Scanner. Das macht den Einsatz eines separaten Scanners überflüssig. Das wiederum ist gut für die Händler, müssen sie so doch keine neuen Geräte mieten/kaufen.

Bei Verbrauchern steigt die Wahrnehmung des Komforts und der Sicherheit biometrischer Methoden. Sei es nun beim Entsperren eines Smartphones oder Online-Shopping, die Bestätigung der Identität per Fingerabdruck überzeugt durch Komfort und Sicherheit. Das ist nichts, was weggenommen oder repliziert werden kann und wird unseren Karteninhabern helfen, ihr Leben in dem Bewusstsein zu leben, dass ihre Zahlungen geschützt sind. — Ajay Bhalla, President of Enterprise and Security bei Mastercard

Moment mal, Fingerabdrücke können nicht repliziert werden?

Die Nutzung von biometrischen Methoden kann natürlich sehr komfortabel sein, gerade wenn es um die Entsperrung von Accounts oder ums Bezahlen geht. Ebenso kann es einem die Illusion geben, dass die Nutzung sicherer ist als ein Passwort oder eine PIN. Allerdings ist die Behauptung von Ajay Bhalla falsch, dass Fingerabdrücke nicht vervielfältigt oder kopiert werden können. Es ist bewiesen, dass man die Fingerabdrücke von jemandem stehlen (reuters.com, wired.co.uk) und auch replizieren (YouTube-Video) kann. Und im Gegensatz zu Passwörtern/PINs, kann man bei Bedarf die eigenen Fingerabdrücke schlecht ändern. Dennoch glauben Sicherheitsexperten, dass Fingerabdrücke sicherer als Passwörter oder PINs sind, weil Diebe einen wesentlich höheren Aufwand damit hätten, Fingerabdrücke zu stehlen. Vielleicht ist das ja alles nur eine Frage des Aufwands und des Nutzens. 🙂

 

Mastercard wird diese Karten zuerst in Südafrika austesten. Nach dieser Testphase sollen die neuen Kreditkarten in Europa und im Asien-Pazifik-Raum in den Umlauf gebracht werden. Ich bin gespannt, ob sie es dann wirklich nach Europa schafft. Würdet ihr so eine Karte nutzen oder weiterhin auf PIN und Unterschrift vertrauen?

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