iPhone-Chiphersteller von Ransomware angegriffen

Von Ransomware sind nicht nur Privatanwender betroffen, die vor ihrem PC sitzen und plötzlich nicht mehr an ihre Daten kommen. Besonders beliebte Ziele sind tatsächlich kleine bis große Betriebe und Institutionen wie Krankenhäuser. Sobald so eine Malware es erst einmal ins Firmennetzwerk geschafft hat, kann er von dort aus jede Menge Schaden anrichten und ist oft nur schwer wieder wegzubekommen. Das ist etwas, was auch der Halbleiterhersteller TSMC feststellen musste.

Ein „kleiner Bedienugsfehler“, katastrophale Auswirkungen

Während einem der Name TSMC vielleicht nicht ganz so geläufig ist, dürften die meisten bereits mit Teilen der Produkte der Firma in Kontakt gekommen sein: die Taiwan Semiconductor Manifacturing Co. ist dafür verantwortlich, die Chips unter anderem für iPhones, Qualcomm, AMD und Nvidia zu produzieren.

Es geschah am Abend des dritten Augusts: ein „Bedienungsfehler“ während der Software-Installation für ein neues Tool sorgte dafür, dass sich die Malware – kaum dass das Tool ans interne Firmennetzwerk angeschlossen war – wie ein Lauffeuer verbreitete. Die Ranomware, eine mutierte Version von WannaCry, infizierte viele der Computersysteme und die Produktion musste kurzfristig stark zurückgefahren werden. Zum Glück war die Zwangspause nicht ganz so lang wie sie hätte sein können. Nach nur zwei Tagen liefen fast alle Systeme wieder. Der Schaden ist dennoch nicht gering. Die Firma rechnet mit einem Einbruch von 2% des Umsatzes im dritten Quartal.

Produktion der neuen iPhone-Chips nicht gefährdet

Zusätzlich zu den Einbußen die TSMC bezüglich des Umsatzes macht, könnte sich der Vorfall theoretisch auch auf den Launch der neuen iPhone Modelle auswirken. Deren Chip-Produktion befindet sich nämlich gerade in der heißen Phase. Laut Reuters wird dies zum Glück nicht erwartet – aber allein die Vorstellung dürfte so manch einem Apple-Fan einen kalten Schauer über den Rücken jagen.

Es gibt aber auch gute News: Es wurden keine Daten von Kunden gestohlen. Wenn man bedenkt, dass TSMC selbst davon ausgeht, dass der Angriff rein zufällig erfolgte und nicht speziell auf die Firma ausgerichtet war, sind sie alles in allem mit einem blauen Auge davongekommen.

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