Smart Car: Eine Gefahr für den Straßenverkehr?

Ein Auto kann per Fernzugriff auf den Bordcomputer gesteuert werden, so wie es Tom Cruise in „Minority Report“ passiert ist. Hacker haben bewiesen, dass das möglich ist, und damit die Frage aufgeworfen, ob intelligente Fahrzeuge sicher sind. Wie bei Computern und Mobilgeräten liegt die Lösung auch hier im Schutz vor Cyberangriffen.

Moderne Technik soll das Autofahren vereinfachen. Leistungsmerkmale wie Fahrerassistenzsysteme und Fahrzeugdiagnose, die den Fahrer über Ausfälle und Reparaturbedarf informieren, sind heute gang und gäbe. Neuere Modelle verfügen bereits über integriertes WLAN, sodass sich das Fahrzeug mit dem Internet verbinden, Verkehrsmeldungen abrufen, Leistungsdaten übermitteln und sogar eine Verbindung zu den Geräten des Fahrers herstellen kann. Leider sind solche Fahrzeuge aber auch anfällig für Sicherheitsverletzungen.

Ein kürzlich an einem Chrysler Jeep durchgeführter Penetrationstest ergab, dass böswillige Hacker die Bremsen, das Lenkrad und das Gaspedal unter ihre Kontrolle bringen könnten – allerdings momentan nur unter besonderen Umständen. Das Fahrzeug wurde letzten Endes nicht vom Fahrer, sondern von jemand anderem gesteuert. Die möglichen Folgen einer solchen Situation sind nicht absehbar.

Schutz vor Angriffen auf intelligente Fahrzeuge

Folgende Punkte können dabei helfen, Ihr Smart Car sicherer zu machen und zu verhindern, dass es manipuliert wird:

  1. Blockieren Sie den Zugang. Wenn das Smart Car über einen Internetzugang verfügt, erkundigen Sie sich beim Hersteller nach den Sicherheitsvorkehrungen. Recherchieren Sie außerdem selbst im Internet nach möglichen Problemen, die der Händler „vergessen“ haben könnte.
  2. Installieren Sie regelmäßig Updates. Bei Fahrzeugen lässt sich die Software nicht ganz so einfach aktualisieren wie bei Computern, aber es ist genauso notwendig. Die meisten Updates können online vorgenommen werden, doch für manche müssen Sie unter Umständen den Weg ins Autohaus auf sich nehmen. Rufen Sie alle paar Monate bei Ihrem Autohändler an, um zu erfahren, ob ein neues Update verfügbar ist.
  3. Schließen Sie potenzielle Schlupflöcher. Verwenden Sie ein virtuelles privates Netzwerk (VPN), um über das Smart Car-WLAN mit Ihren Geräten zu kommunizieren. Dadurch können Sie in der Regel verhindern, dass sich jemand über Ihre Online-Aktivitäten Zugang zum Fahrzeug verschafft. Bei Verwendung eines VPN wird die Verbindung verschlüsselt, sodass Hacker Ihr Gerät nicht finden und infiltrieren können.
  4. Seien Sie vorsichtig mit Bluetooth. Die meisten bislang entdeckten Sicherheitslücken entstehen durch das Internet, doch auch Bluetooth könnte Eindringlingen als Einfallstor dienen. Deaktivieren Sie die Funktion einfach, solange Sie sie nicht verwenden.

Allerdings bietet selbst die Einhaltung all dieser Vorsichtsmaßnahmen keine hundertprozentige Garantie, dass Sie mit Ihrem Smart Car vor Cyberangriffen sicher sind. Das klingt in einer Zeit, in der wir an der Entwicklung selbstfahrender Autos arbeiten (genau: Autos wie das von Tom Cruise in „Minority Report“.) erst mal ziemlich beängstigend. Allerdings sollte man dabei nicht aus den Augen verlieren, dass die Smart Car-Technologie noch in den Kinderschuhen steckt, noch nicht sehr weit verbreitet ist, und auch die Risiken noch absehbar sind. Außerdem können wir – zumindest noch – herkömmliche Autos kaufen und uns beruhigt zurücklehnen, weil wir alles unter Kontrolle haben, was hinter dem Lenkrad passiert. 😉

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