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Die Halloween-Zombies und die Jagd nach der Kürbissuppe

Dank Google Analytics und einigen anderen Quellen wissen wir, welche Suchbegriffe rund um Halloween am häufigsten eingegeben werden. Sie unterscheiden sich von Region zu Region erheblich.  Die fünf meistgesuchten Begriffe der deutschsprachigen DACH-Region sind gerade zu der geschmackvollen Überschrift dieses Blog-Artikels verarbeitet worden. Doch das gilt nur für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ein Blick auf die Suchbegriffe in den USA und England zeigt, dass Zombie-Kostüme äußerst beliebt sind, Kürbisse jedoch fast ausschließlich für Laternen geschnitzt und nicht als Mahlzeit zubereitet werden. Und schon gar nicht als Kürbisschnitzel.

Augen auf beim Kürbiskauf ‒ es geht um eure Privatsphäre

Suchbegriffe sind wichtig und Suchmaschinenoptimierung ist ein allgemein anerkannter Bestandteil jeder Online-Marketingkampagne. Doch es ist an der Zeit, einmal etwas kritischer zu hinterfragen, wo und wie die Daten zu Aktivitäten rund um die Kürbisverarbeitung gesammelt und verwendet werden und inwieweit Ihre Privatsphäre dabei verloren geht.

Regionalen Vorlieben auf der Spur

Eine einfache Liste deutscher Suchbegriffe im Zusammenhang mit Halloween enthält keine Daten, mit denen Einzelpersonen und ihre privaten Aktivitäten identifiziert werden könnten. Aus ausführlicheren, präziseren Daten ließe sich vielleicht schließen, dass Berliner auf der Suche nach dem perfekten Kürbisrezept nach Curry und Kokosmilch Ausschau halten. Österreicher in der Nähe von Linz zeigen dagegen mehr Traditionsbewusstsein und bevorzugen Knoblauch in ihrer Kürbissuppe, die am Ende stets noch mit etwas Kürbiskernöl beträufelt wird.

Aus Marketing-Sicht ist es eine wunderbare Sache, wenn man die Zielregion eingrenzen und das Produktangebot entsprechend anpassen kann. Läden in Berlin könnten verstärkt Zutaten für indische Gerichte bewerben und in Österreich könnte man gezielt Käufer von kaltgepresstem Kürbiskernöl ansprechen. Und es handelt sich nach wie vor um anonyme Daten. Über konkrete persönliche Vorlieben wird nichts bekannt.


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Viele Puzzleteile ergeben ein Gesamtbild

Doch was, wenn Online-Marketer erfahren, dass jemand mit einer bestimmten IP-Adresse in der Nähe von München mit einer MAC-Adresse, die das Gerät als Samsung Galaxy 6 ausweist, an einem Donnerstagabend nach Kürbisrezepten sucht?

Ist das intelligentes Marketing oder ein Eingriff in die Privatsphäre?

Und wie sieht es aus, wenn Datenbroker Daten aus verschiedenen Quellen, von Webseiten und sozialen Medien miteinander kombinieren und merken, dass eine gewisse Ingrid in den letzten zwei Jahren Fotos ihrer süßen kleinen Zombies mit Schüsseln voller Kürbissuppe gepostet und das Halloween-Festmahl jedes Mal am selben Ort stattgefunden hat?

Ist das gruselig oder einfach nur noch besseres Marketing?

Der Vorteil ist, wie Marketingexperten vermutlich anmerken würden, dass Ingrid auf diese Weise rechtzeitig Kürbisse und Partyzubehör angeboten bekommen würde, sodass sie sich in aller Ruhe auf Halloween vorbereiten könnte. Gruselig oder nicht, es ist in jedem Fall machbar. Der US-amerikanische Rüstungskonzern Raytheon entwickelte vor drei Jahren mit dem Big-Data-Analysesystem RIOT etwas ganz Ähnliches.

Selbstverständlich bleibt ihr (nicht) anonym

Im Internet gibt es derzeit rund tausend Tracker, die verschiedene Methoden wie Cookies oder Canvas-Fingerprinting einsetzen, um Datenbanken mit Benutzerprofilen zu erstellen. Die Datensammlungen werden ge- und verkauft und ausgetauscht, während die Datenbroker immer mehr Informationen über ihre Zielgruppen zusammenführen. Eure Privatsphäre bleibt erhalten, weil eure persönliche Identität über diese Daten nicht feststellbar ist ‒ so jedenfalls lautet eine gängige Behauptung. Doch je ausführlicher die Benutzerprofile werden, umso wahrscheinlicher ist es, dass Privatpersonen mit ihrer Hilfe identifiziert werden können.

So kocht ihr euer eigenes Süppchen im privaten Kreis

Die Privatsphäre im Internet ist eine Frage der Gewohnheit und der Technik, vergleichbar mit einer Tür, die man schließt und zusperrt. Wir verfügen über eine Reihe benutzerfreundlicher Technologien, mit denen wir die Tracker einfach aussperren können. Die Frage ist nur, ob man bereit ist, sie regelmäßig einzusetzen.

Die folgenden Tools zum Schutz der Privatsphäre bieten sich an:

  1. Einen Werbeblocker
  2. Avira Browserschutz: Blockiert Tracker und schädliche URLs
  3. Privacy Badger: Identifiziert und blockiert Tracker aufgrund deren Aktivitäten und Begleiterscheinungen

Dieser Artikel ist auch verfügbar in: Englisch

As a PR Consultant and journalist, Frink has covered IT security issues for a number of security software firms, as well as provided reviews and insight on the beer and automotive industries (but usually not at the same time). Otherwise, he’s known for making a great bowl of popcorn and extraordinary messes in a kitchen.