Hackmud

Hackmud – oder wie ich zum Hacker wurde (nicht wirklich!)

Nun gut, nicht wirklich. Aber ich fühle mich wie einer, wenn ich Hackmud spiele. Klar, ich weiß, dass das mehr oder weniger nur geschummelt ist (schließlich hacke ich nicht wirklich etwas/jemanden), aber dafür ist es absolut legal und ich muss mir keine Sorgen machen, dass die Polizei plötzlich vor der Türe steht.

Hackmud? Worum geht’s da?

Hackmud ist irgendwie ein Oldschool-Game. Wenn Sie sich schon so lange wie ich mit Spielen befassen, erinnern Sie sich eventuell an MUDs beziehungsweise MUSHs. Das waren die Onlinespiele, die schon lange bevor an Meridian 59, Ultima Online und Everquest zu denken war, das Licht der Welt erblickten. Hackmud bezeichnet sich selbst als „textbasierter Cyberpunk-Hacking-Simulator für intelkompatible persönliche Heimcomputer“ und ist ziemlich eindeutig ein MUD. Das bedeutet, dass Sie irgendwann auf jeden Fall auf andere Spieler stoßen werden.

Lassen Sie es mich auch gleich direkt im Voraus sagen: Das Spiel ist keine Anleitung zum Hacken, auch wenn man wohl einiges darüber lernen kann. Es macht aber dennoch wahnsinnig Spaß und gab – zumindest mir – wirklich das Gefühl, als ob ich hacken kann. Ich habe gerade mal das Tutorial beendet und dennoch kommt es mir so vor, als ob ich schon einiges erreicht habe. Das hat aber auch einen guten Grund: Die Lernkurve bei Hackmud ist für jemanden ohne Programmierkenntnisse, in diesem Fall JavaScript, etwas steiler.

Klingt spannend? Kannst Du mir mehr darüber erzählen?

Klar! Das Spiel fängt einfach an und will einfach nur, dass man einen Nutzernamen eingibt. Man darf hier Zahlen, Buchstaben und Unterstriche verwenden. Möchtegern coole Übercoole Nicks wie „13g0l@s“ kann man also stecken lassen. Wie dem auch sei. Ich gebe einen Nutzernamen ein und der Bildschirm wird in ein unangenehmes rot getaucht. Außerdem sehe ich in der oberen Ecke einen Countdown runterzählen. Habe ich etwas falsch gemacht? Mein Herz fängt an schneller zu schlagen. Was passiert hier? Ein Systembreach? Zum Glück wird mir auch mitgeteilt, dass ich versuchen kann das Problem zu lösen, indem ich den Befehl sys.status nutze. Gesagt, getan, und der Tag ist gerettet. Es war allerdings eine knappe Sache – und das Spiel hat mich in seinen Bann gezogen.

hackmud

Im Tutorial dreht sich alles darum, dass ich (eine „erwachte“ KI) „Trust“, dem Chefsystem, beweise, dass ich auch wirklich eigenständig handeln und denken kann. Danach gilt es aus dem virtuellen LAN auszubrechen.

Nachdem ich also das System gerettet habe, braucht es einige Zeit bis ich weiterkomme. Ich finde keine Befehle die ich ausprobieren kann, was irgendwann dazu führt, dass ich es mit „help“, also Hilfe, versuche. Das funktioniert so gut wie überall – und zum Glück auch hier. Danach nimmt mich das Tutorial dann bei der Hand und lehrt mich alles über Keys, Parameter, Values, Chatkanäle, Scripts – die sind wirklich wichtig – und was ich sonst noch so brauche, um in die multi-user Domain vorzustoßen. Die Befehle werden im Laufe des Tutorials immer komplizierter und man muss ab und an Rätsel lösen, um an Passwörter, Keys und ähnliches ranzukommen.

Ist das nicht ziemlich trocken?

Nein, gar nicht. Während des Tutorials kam bei mir nicht ein einziges Mal Langweile auf. Die Geschichte, in die man hineingezogen wird, ist gut erzählt, was das Erlernen der Befehle interessant und ansprechend macht. Jetzt, wo ich es in den Mehrspielerteil geschafft habe, kann sich das natürlich ändern. Nur die Zeit wird zeigen, ob mich das Spiel weiter in seinem Bann halten kann. Aber wer weiß – vielleicht treffen wir uns irgendwann mal zufällig in der multi-user Domain! 😉

Übrigens: Hackmud kann auf Steam für 13,37 € / 13,37 $ käuflich erworben werden. Yup, es ist so 1337. Kkthxbye.

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