Fluch und Segen: GPS-Tracking in Smartphones und Tablets

Moderne Smartphones können fast alles. Und richtig gut können sie Daten erfassen, zum Beispiel den aktuellen Standort. Der wird nicht nur erfasst, sondern auch gespeichert und wenn Sie nicht aufpassen, dann landen diese gespeicherten Daten direkt beim großen Bruder Apple oder Google. Das kann ein zweischneidiges Schwert sein. Standortdaten zu erfassen und zu speichern ist nicht per se schlecht. So sind genau diese Daten die Voraussetzung, um ein verlorenes oder gestohlenes Tablet oder Smartphone zu orten und – hoffentlich – wieder zurück zu holen (zum Beispiel mit Avira Antivirus für Android). Es kann auch ganz spannend sein zu sehen, wo man in den letzten Tagen, Wochen und Monaten war und wie viel Zeit man auf welchen Straßen verbracht hat. Auch Stauvorhersagen auf dem Weg zur Arbeit wären ohne die Informationen nicht möglich. Doch natürlich stellen diese ziemlich exakten Aufzeichnungen auch ein massives Datenschutzproblem dar. Gerade wenn die Informationen nicht nur lokal auf dem eigenen Endgerät liegen, sondern auf den Servern der Hersteller von Betriebssystem oder Anwendung landen. Wenn Sie schon einmal als Besitzer eines Android-Telefons auf Googles Locationhistory vorbei geschaut haben, kennen Sie das Gefühl vielleicht.

Alle mobilen Betriebssysteme betroffen

Aber Google ist nicht der einzige Hersteller, der sich sehr für Ihren Aufenthaltsort interessiert. Apple erfasst selbstverständlich ebenfalls den Aufenthaltsort seiner iPhones und iPads. Ein Passus im Software-Lizenzvertrag, den alle iPhone-Nutzer bei der Einrichtung des Geräts akzeptieren müssen, ermöglicht dem Unternehmen jederzeit den Zugriff auf die Standort-Historie des GPS-Moduls. Was der Konzern mit den Daten anstellt, ist nicht klar. Laut Apple erfolgt die Datensammlung aber anonym; persönliche Daten des iPhone-Besitzers sollen nicht übertragen werden. Übrigens hat Google inzwischen einige Features von Locationhistory wieder entfernt. In den Anfangstagen zeigte das Dashboard noch die Büro- und Privatadresse sowie Flugreisen und Statistiken an, die aus den Bewegungsprofilen ermittelt wurden. Mittlerweile ist nur noch der Streckenverlauf über Tage, Wochen und Monate zu sehen.

Tracking lässt sich abschalten

Ob man GPS-Tracking für gut oder schlecht hält, ist eine persönliche Abwägung. In der Regel ist sie automatisch eingeschaltet, wer seinen Aufenthaltsort lieber für sich behalten will, muss aktiv werden. Das ist je nach Betriebssystem unterschiedlich einfach. Bei Apples iOS finden Sie die Einstellung unter Einstellungen > Allgemein > Einschränkungen > Datenschutz > Ortungsdienste > GPS Funktion aktivieren/deaktivieren. Dann ist allerdings jedwede Form von GPS lahmgelegt, auch Maps funktioniert nur noch eingeschränkt. Im Windows Phone funktioniert es ähnlich: Entweder schaltet man unter „Einstellungen > System > Ortung“ die Standortbestimmung komplett aus oder deaktiviert sie in einzelnen Anwendungen.

Bei Googles Android finden Sie die entsprechenden Schalter unter Einstellungen > Datenschutz&Datensicherheit > Standortzugriff. Im Bereich „Standortdienste“ gibt es den Standortbericht von Google. Ist dort der Standortverlauf aktiviert, sammelt Google die Positionsdaten des Endgeräts. Auf dem gleichen Bildschirm, ganz unten, lassen sich die angefallenen Daten auch wieder löschen. Übrigens ist GPS nicht der einzige Weg, um ein Handy zu orten. Auch die Funkwellen von WLAN-Zugangspunkten können dafür verwendet werden, ebenso die Informationen von Mobilfunk-Basisstationen. Einige Handys kombinieren GPS und WLAN, um die Ortung so genau wie möglich zu machen.

Hilfe in der Not

Nun ist es tatsächlich passiert, das Handy ist weg. Dann sind die Positionsdaten vielleicht doch für etwas gut. Google erlaubt die Ortung über den Gerätemanager, Sie benötigen nur die Zugangsdaten des Google-Accounts. Bei Apple gibt es eine ähnliche Funktion in der iCloud. Im Modus „Verloren“, können Sie das Gerät mit einem Passcode sperren (iOS 5 oder OS X 10.7.5 oder neuer) oder orten (iOS 6 oder neuer). Microsoft vereint diese Suchhilfen in der Windows Phone-Webseite: Unter „Telefon finden“ können Sie die Position anzeigen, den Klingelton einschalten, das Telefon sperren und alle Daten löschen. Alternativ bietet auch Avira eine komfortable App für diesen Fall an. Die Gratis-App Avira Free Android Security spürt Ihr Android-Smartphone auf und sperrt das Gerät im Falle von Verlust oder Diebstahl. Zusätzlich gibt es eine Fernlösch-Funktion um alle Kontakte, Nachrichten und Anwendungen vom Handy zu entfernen.

Avira ist mit rund 100 Millionen Kunden und 500 Mitarbeitern ein weltweit führender Anbieter selbst entwickelter Sicherheitslösungen für den professionellen und privaten Einsatz. Das Unternehmen gehört mit mehr als 25-jähriger Erfahrung zu den Pionieren in diesem Bereich.