Google trackt Ihre Einkäufe per Gmail

Wie viele IT-Giganten besinnt sich Google zunehmend auf die Privatsphäre der User. Erst kürzlich prägte CEO Sundar Pichai den Satz: „Privatsphäre darf kein Luxusgut sein“ – ein kleiner Hieb auf den Konkurrenten Apple.

Die Taten zu diesen Worten wollen allerdings nicht so recht folgen. Google stellte zwar kürzlich neue und striktere Privatsphäre-Einstellungen vor, denen Kritiker aber vor allem einen vorauseilenden Gehorsam bescheinigen. Vor allem um rechtlichen Problemen mit offiziellen Untersuchungen in Europa und den USA aus dem Weg zu gehen.

Massives Datensammeln trotz Privatsphäre-Versprechen

Und auch die jüngste Meldung lässt Zweifel am hehren Konzern-Ziel aufkommen. Denn kaum etwas dürfte privater als das Email-Konto sein und genau hier sorgt Google abermals für Verwirrung. Wie ein Nutzer auf Reddit festgestellt hatte, protokolliert Google alle Einkäufe, die mit der Gmail-Adresse getätigt werden.

Und dabei handelt es sich nicht um Transaktionen, die per Google Pay bezahlt wurden. Google filtert scheinbar alle Mails und sucht nach Kaufbestätigungen und Rechnungen. Diese werden dann in einer Liste zusammengefasst. So wie es sich momentan präsentiert, wird diese Datenbank auch nicht wieder gelöscht.

„Komfortfunktion“ ohne echtes Opt-Out

Auf Nachfrage bestätigt Google den Vorgang und erklärt die Einkaufsliste zur Komfortfunktion, die dem Nutzer alle seine Einkäufe zentral darstellt. Absichten die Einkäufe mit entsprechenden Google Ads zu verknüpfen, gäbe es laut Google nicht.

Google weist außerdem darauf hin, dass sich die Einkäufe löschen lassen. Das ist im Selbstversuch allerdings gar nicht so einfach. Jeder Einkauf lässt sich nur einzeln löschen und auch das geht nicht direkt. Wer auf „Kauf entfernen“ klickt, wird nach einem weiteren Dialog zur Original-Mail mit der Kaufbestätigung weitergeleitet und erst wenn diese in den Papierkorb verschoben wird, verschwindet auch der Eintrag.

Bild: https://www.bleepingcomputer.com/

Man mag Google glauben, dass sie die Liste nicht zur Auslieferung von Werbung verwenden, allerdings erscheint die Art und Weise der Datenerhebung und das komplizierte Entfernen nicht sehr vertrauenswürdig. Google selbst fasst alle Informationen zur Einkaufsliste hier zusammen.