Frage der Woche: „Wie wird mein E-Mail-Konto wieder Spam-frei?“

Frage: „Ich habe ein E-Mail-Konto bei Web.de. Seit neustem bekommen ich massenhaft Spam-Nachrichten. Ich komme mit dem Löschen kaum noch hinterher. Was kann ich gegen diese Nachrichtenflut machen?“

Antwort: Mit dem Problem sind Sie leider nicht allein. Weit mehr als die Hälfte aller digitalen Nachrichten sind inzwischen Spam.  Das Ändern des Passworts schützt Sie nicht vor eingehenden Spam-Mails. Die massenweise bei Ihnen eintreffenden Spam-Mails deuten darauf hin, dass Ihre E-Mail-Adresse offenbar in mindestens einer Spam-Datenbank gelandet ist. Das Problem: Daran können Sie nichts ändern und etwa veranlassen, dass sie dort wieder gelöscht wird. Ihnen bleiben also im Prinzip nur zwei Möglichkeiten.

  1. Sie versuchen, die Spam-Flut zu reduzieren beziehungsweise sorgen dafür, dass Ihr E-Mail-Postfach unerwünschte Nachrichten möglichst effektiv aussortiert.
  2. Sie steigen auf eine neue E-Mail-Adresse um.

Möglichkeit 1: Die Spam-Flut eindämmen

  • Trainieren Sie die Spam-Filter: Markieren Sie jede unliebsame Nachricht als Spam. Denn dadurch lernt Ihr Spam-Filter stetig dazu. In Outlook klicken Sie dazu zum Beispiel mit der rechten Maustaste auf die E-Mail und wählen „Junk E-Mail“ sowie „Absender sperren.“ In Web-Postfächer verschieben Sie solche Nachrichten einfach in den Spam-Ordner oder markieren sie entsprechend. Geben Sie nicht auf, wenn Sie anschließend vom gleichen Absender weitere E-Mails erhalten, sondern melden Sie ihn immer wieder als Spam. Die E-Mail-Anbieter warten erst eine gewisse Anzahl an Beschwerden ab, bevor sie den entsprechenden Absender sperren.
  • Stellen Sie den Spam-Filter schärfer ein: Sie können den Spam-Filter so einstellen, dass er nur noch Nachrichten von Freunden und Bekannten durchlässt. Vorteil: Auf diese Weise landen definitiv alle Spam-Nachrichten im Spam-Postfach. Nachteil: Sie müssen alle Kontakte samt derer E-Mail-Adressen, von denen Sie Nachrichten erhalten wollen, ins Adressbuch eintragen.
  • Helfen Sie dem Spam-Filter auf die Sprünge: Nutzen Sie ein Programm wie Outlook oder Thunderbird, haben Sie die Möglichkeit weitere Filter in Form von Erweiterungen zu installieren, beispielsweise Spamihilator. Laut eigenen Angaben entfernet die Erweiterung bereits beim Herunterladen von E-Mails über 98 Prozent aller Spam-Nachrichten. Die Einrichtung ist in der deutschsprachigen Dokumentation ausführlich beschrieben.

Möglichkeit 2: Die E-Mail-Adresse wechseln

Nimmt bei Ihrem Haupt-E-Mail-Konto die Spam-Flut trotz der Tipps nicht ab? Dann sollten Sie einen Mail-Umzug inklusive neuer Adresse in Erwägung ziehen. Denn eine neue E-Mail-Adresse einzurichten, ist die wirksamste und einfachste Maßnahme. Sie erhalten auf Ihrer neuen E-Mail-Adresse keine Spam-Mails mehr, weil die Spammer diese Adresse noch nicht kennen. Damit das so bleibt, behandeln Sie die neue Mail-Adresse am besten wie Ihre Telefonnummer. Geben Sie sie also niemals an Fremde oder Personen, denen Sie nicht trauen. Vermeiden Sie auch das Nutzen Ihrer Mailadresse in Foren oder Kommentarspalten von Internetseiten.

Spätestens, wenn die Spam-Mails fast schon im Minutentakt ankommen, ist ein Kontowechsel empfehlenswert.
Spätestens, wenn die Spam-Mails fast schon im Minutentakt ankommen, ist ein Kontowechsel empfehlenswert.

Künftig nutzen Sie dann mindestens zwei E-Mail-Adressen. Halten Sie sich strikt an diese Aufteilung, stehen die Chancen sehr gut, dass Ihre neue Adresse spam-frei bleibt.

  • Die Neue: Diese verwenden Sie ausschließlich für den Kontakt mit Ihren Freunden und Bekannten und geben diese auch nur an diesen Personenkreis weiter.
  • Die Alte: Ihre alte E-Mail-Adresse nutzen Sie fürs Shopping, soziale Netzwerke, Newsletter und für die Anmeldung bei Apps und anderen Web-Diensten. Auf diese Adresse wird dann mutmaßlich noch mehr Spam hereinprasseln.

Fazit

Spam lässt sich leider nicht mit einem Klick bändigen – Sie benötigen eine Strategie. Befolgen Sie diese Punkte, sind die die Flut an lästigen Nachrichten bald los.