Frage der Woche: Wie kommen eigentlich fremde Programme auf meinen PC?

Frage: „Auf einmal habe ich im Windows-Startmenü einige Programmeinträge entdeckt, die ich mir nicht erklären kann. Wie kann es sein, dass sich auf meinem Computer ungewollt Programme installieren?“

Antwort: Wenn Ihr Browser plötzlich zu dubiosen Internetseiten führt, Ihre favorisierte Suchmaschine bockt oder sich unbekannte Tools auf dem PC breitmachen, treibt erfahrungsgemäß sogenannte Adware ihr Unwesen. Der bekannteste Vertreter dieser nervigen Programme ist „OpenCandy“. Der dahinterstehende Hersteller SweetLabs brüstet sich selbst mit über 2 Milliarden Downloads als absolute Nummer Eins unter den Werbeprogrammen.

Gratis aber gierig

Der Hintergrund: Fast alle Gratis-Tools kommen entweder mit eingebauter Werbung oder versuchen unbemerkt, weitere Programme einzuschleusen. Durch diese sogenannten Referals verdienen die Entwickler genau wie SweetLabs gutes Geld. Damit es auch weiter viele kostenlose Angebote gibt, so die zuckersüße Argumentation. Es nervt aber gewaltig. Denn bei jeder Installation, egal ob sich um ein Gratisprogramm oder eine Aktualisierung handelt, muss man genau hinsehen, ob nicht ein Plug-In wie OpenCandy auftaucht, das krampfhaft versucht, nutzlose Zusatzsoftware auf den Computer zu schleusen.

Hinweise auf Adware sind in den Installationsroutinen meist gut versteckt.

Abwählen unerwünscht

Die Installation von Zusatzprogramme lässt sich zwar verhindern. Doch das ist nur möglich, wenn der Nutzer die „Benutzerdefinierte Installation“ startet. Wer aber einfach treu auf „Weiter“ klickt, tappt geradewegs in die Falle. Dann kommen sozusagen huckepack vorrangig überflüssige oder nervige Programme auf den PC.

Bedrohung durch die Hintertür

Was genau OpenCandy installieren will, basiert auf einem System-Scan der erkennt, was für Programme bereits vorhanden sind und wo der Computer steht. Es existieren darüber hinaus Berichte, die OpenCandy unterstellen, selbst Schädlinge zu verteilen. Konkrete Anhaltspunkte gibt es dafür aber nicht. Doch selbst offenbar unverfängliche Programme bergen Risiken. Denn dahinter stecken häufig aggressive Werbenetzwerke, die persönliche Daten ausspähen. Dazu kommt: Wenn sich auf Ihrem PC erst einmal Adware breitgemacht hat, steigt die Gefahr, dass sich weitere Werbeprogramme einnisten, um das Doppelte. Darum sollten Sie die Adware schnellstmöglich vom PC putzen.

So putzen Sie unerwünschte Programme von der Platte

Die gute Nachricht: Die Programme, die OpenCandy installiert, lassen sich in der Regel einfach mit Bordmitteln vom Computer entfernen. Unter Windows 10 funktioniert das so:

  1. Öffnen Sie über Windows + X die „Einstellungen“ und klicken auf „Apps“.
  2. Sortieren Sie die Liste der installierten Programme nach dem „Installationsdatum“. Halten Sie nach unbekannten Neuzugängen Ausschau und fegen diese von der Festplatte. Dazu klicken Sie mit der auf den Programmnamen und wählen „Deinstallieren“.
Die gute Nachricht: Nicht gewollte Programme lassen sich in der Regel wie gewohnt einfach deinstallieren.