Frage: „Immer mehr Web-Dienste bieten oder erfordern gar die Anmeldung übers Google- oder Facebook-Konto. Ist das sinnvoll – und vor allem auch sicher?“
Antwort: Auf den ersten Blick ist es zunächst einmal praktisch. Sie sparen sich das mühsame Anlegen eines Profils und müssen keine Felder ausfüllen und sich ein neues Passwort ausdenken. In der Regel reichen ein bis zwei Klicks. Aus Datenschutzsicht sind diese Facebook- und Google-LogIns dagegen heikel.
Komfortabel aber kritisch
Zum einen versuchen sich viele dieser Dienste zweifelhafte Rechte einzuräumen, beispielsweise auf Ihre Kontakte zugreifen zu oder sogar in Ihrem Namen Einträge in Ihre Chronik schreiben zu dürfen. Grundsätzlich kann der Drittanbieter das so oft, wie er möchte. Hier gilt es ganz genau hinzuschauen. Zum anderen wissen Google und Facebook künftig, was Sie mit dem Dienst anstellen. Handelt es sich zum Beispiel um einen Lieferdienst, wissen die US-Unternehmen genau, wann und wo Sie gerne Pizza bestellen Oder wenn Sie sich über Facebook bei Spotify anmelden, weiß Facebook über Ihre Lieblingsmusik Bescheid. Und wer sich bei der Dating-App Tinder per Facebook-LogIn registriert – lange Zeit Pflicht – liefert der Datenkrake sogar Infos über die sexuellen Vorlieben. Aus den verschiedenen Bereichen erbeuteten Daten basteln Facebook und Google dann Megaprofile, umfassende Persönlichkeitsbilder. Diese beinhalten intime Details, wie politische Ausrichtung, Krankheiten, Finanzlage, sexuelle Neigungen und noch viel mehr. Verzichten Sie als besser darauf, sich übers Google- oder Facebook-Konto zu registrieren und erstellen ein neues Konto.
Tipp: Überprüfen, welche Apps Zugriff auf Ihre Facebook-Daten haben
Apps und Online-Dienste erhalten bei der Anmeldung durchs Facebook-LogIn oft Zugriff auf Daten wie Name, Profil-Bilder, Nutzername, interne Facebook Nummer, die jedes Facebook-Konto bekommt. Außerdem kann eine App meine Freundesliste sehen, mein Geschlecht, mein Alter und wo ich meinen Wohnort habe. So checken Sie Ihre Facebook-Konto auf ungewünschte Berechtigungen.
1. Melden Sie sich in einem Browser bei Ihrem Facebook-Konto an. Öffnen Sie dann oben rechts über den kleinen Pfeil die Einstellungen und wählen Apps und Websites.
2. Nun sehen Sie, welchen Apps und Online-Diensten Sie Zugriff auf Ihre Facebook-Daten gewährt haben. Sie können aber selbst festlegen, welche Daten Sie freigeben. Klicken Sie unter „Aktive Apps und Websites“ auf einen Eintrag, können Sie die die Berechtigungen anpassen.
3. Überflüssige Apps markieren Sie per Klick und löschen diese dann über Entfernen.









