Frage der Woche: Sind die merkwürdigen Anrufe von Unitymedia gefährlich?

Frage: „Immer wieder bekomme ich merkwürdige Anrufe von angeblichen Unitymedia-Mitarbeitern. Oft von einem Anschluss in Wuppertal, manchmal sogar mit unterdrückter Nummer. Immer geht es um meinen Fernseh-Anschluss und dass dieser endgültig abgeschaltet werden soll. Was soll das, ist das gefährlich und wie kann ich mich wehren?“

Antwort: Das Problem haben viele. Egal ob über Festnetz oder Mobiltelefon, immer wieder klagen Unitymedia-Nutzer über solche nervigen Anrufe. Die Masche ist dabei immer gleich: Der Anrufer gibt sich als Unitymedia-Mitarbeiter aus und spricht den Angerufenen mit seinem vollen Namen an. Anschließend kommt die Frage, ob der TV-Anschluss genutzt werde, was in der Regel nicht der Fall ist. Falls das verneint wird, wird sozusagen damit gedroht, dass dieser abgeschaltet wird. Anschließend kommt die Frage, ob man das wirklich wolle.

Das steckt hinter den Werbeanrufen

Unitymedia selbst hat mit solchen Anrufen nichts zu tun. Das lässt sich in der Regel schon ganz einfach an der Rufnummer erkennen, denn das offizielle Servicecenter von Unitymedia sitzt in Köln und hat folglich die Vorwahl 0221. Dahinter stecken vielmehr windige Vertriebs-Callcenteragenten, die sich lediglich als Unitymedia-Mitarbeiter ausgeben. Offenbar gewährt Unitymedia aber Vetriebspartnern Einsicht in die Kunden- und Vertragsdaten. Die Anrufer picken sich dann gezielt Kunden heraus, die einen Unitymedia-Internetanschluss, aber keinen Kabel TV-Anschluss haben. Das Ziel lautet nun, den Anrufern ein Kabel TV-Paket aufzuschwatzen um eine dicke Vermittlungsprovision einzustreichen. Oft geht es dabei aber nicht sauber zu. Im schlechtesten Fall schneiden die Callcenter das Telefonat so zusammen, dass das „Ja“ – als Antwort zu „Sollen wir Ihren TV-Anschluss also deaktivieren – zu einem „Ja“, ich möchte einen Kabel TV-Vertrag gemacht wird.

Das können Sie tun

Sich an Unitymedia direkt zu wenden und sich zu beschweren, hat wenig Aussicht auf Erfolg. Denn Unternehmen hat damit nur indirekt zu tun.  Stattdessen helfen folgende Maßnahmen:

  • Beim Telefonat: Vermeiden Sie „Ja“-Antworten. Beantworten Sie Fragen besser in ganzen Sätzen. Zum Beispiel: „Sollen wir den Anschluss abschalten?“. Antwort: „Schalten Sie den Anschluss ab“. Noch besser: Einfach auflegen.
  • Rufnummer melden: Werbeanrufe ohne Ihre Zustimmung sind verboten. Verstöße dagegen können Sie melden, es drohen hohe Bußgelder. Das erledigen Sie über die Internetseite der Bundesnetzagentur. Einziges Problem: Die Verbote gelten nur vorübergehend und allein für die jeweils gemeldeten Nummern. Steigen die Betrüger auf eine andere Nummer um, geht das Spiel von vorne los.
  • Nummer sperren: Callcenter kennen keine Gnade. Ist die eigene Telefonnummer einmal in die falschen Hände geraten, bimmelt das Telefon im schlimmsten Fall Tag und Nacht. Denn trotz verschärfter Gesetze nimmt die Flut unerlaubter Werbeanrufe nicht ab. Möchten Sie Anrufe eines bestimmten Anrufers abweisen? Dann richten Sie dazu in der Telefonanlage oder Mobiltelefon eine Rufsperre ein. Auch „Anonyme Anrufer“ lassen sich oft blocken. Das ist mit wenigen Klicks erledigt.

Unerwünschter Vertrag. Was nun?

Verträge, die Sie am Telefon abschließen, sind auch ohne schriftliche Bestätigung gültig. Aber: Sie haben die Möglichkeit, am Telefon abgeschlossene Verträge zu widerrufen. Die Frist dafür beträgt mindestens 14 Tage und beginnt mit Vertragsschluss, aber nicht bevor Sie die Ware erhalten haben und der Unternehmer Sie über das Widerrufsrecht informiert hat. Einen Musterbrief dafür finden Sie auf der Seite der Verbraucherzentrale.