Frage der Woche: „Gibt es echte Suchmaschinen-Alternativen zu Google?“

Frage: „Ich höre immer wieder, dass Google massiv Nutzerdaten sammelt. Aber gibt es denn überhaupt echte Alternativen, vor allem bei der Internet-Suche?“

Antwort: Allein in Deutschland hat die Google-Suchmaschine einen Marktanteil von über 90 Prozent. Dabei gibt es in der Tat Alternativen. Besseren Datenschutz als Google zu bieten, ist dabei keine Kunst. Suchmaschinen wie Startpage, DuckDuckgo. Qwant und Metager schreiben sich aber besonders hohen Schutz von Nutzerdaten auf die Fahnen. Sie versprechen, keine persönlichen Nutzerdaten zu sammeln, keine Cookies zu verwenden, keine Standortdaten zu erfassen und Suchbegriffe nicht an die Seitenbetreiber weiterzugeben. Auch sogenannte Session-IDs, anhand derer sich die Handlungen der Nutzer auf einer Webseite genau nachvollziehen lassen, legt keiner der alternativen Anbieter an. Trotzdem gibt es einige Unterschiede:

  • Verschlüsselung: Inzwischen verschlüsseln nahezu alle Suchmaschinen die Anfragen ihrer Nutzer. Besonders sicher ist aber das Perfect Forward Secrecy (PFS), auf das Startpage und DuckDuckGo setzen. PFS schützt selbst dann, wenn Hacker oder Geheimdienste den verschlüsselten Datenverkehr mitschneiden.
  • Eigene Server: Nur wenn Suchmaschinen eigene Server betreiben, können sie sicherstellen, dass keine Dritte Zugriff auf die Daten haben. Das ist bei Metager, Qwant und Startpage der Fall. DuckDuckGo betreibt seinen Dienst dagegen auf Amazon-Servern. Also einem Unternehmen, das schon freiwillig mit den dortigen Geheimdiensten zusammenarbeitet. Zudem ist Amazon auch der Cloud-Dienstleister der CIA.
  • Proxy-Modus: Einige Suchmaschinen anonymisieren nicht nur die Suche selbst, sondern auf Wunsch auch den Besuch der gefundenen Seite selbst. Das bedeutet, dass der Surfer für die besuchte Seite unsichtbar bleibt. Startpage bietet diese Funktion direkt aus der Suche heraus, ein Klick auf „Anonym öffnen“.
  • Server Standort: Startpage, Qwant und Metager betreiben ihre Server in Europa. Damit unterliegen diese dem strengen EU-Datenschutzrecht. Anders sieht es bei DuckDuckGo aus. Die US-Suchmaschine bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor Schnüffeleien von Geheimdiensten, da sie dem amerikanischem Recht unterliegt. Im Rahmen des „Patriot Act“ könnte ein Gericht den Dienst also theoretisch dazu zwingen, heimlich Nutzerdaten zu erheben und herauszurücken. Die Server von Startpage stehen zwar zum Teil ebenfalls in den USA, das Unternehmen beteuert aber, Suchanfragen aus Europa nur über europäische Server zu leiten.
  • Finanzierung: Startpage, Qwant und DuckDuckgo finanzieren sich durch Werbung. Die deutsche Suchmaschine MetaGer betreibt dagegen ein gemeinnütziger Verein und arbeitet nicht gewinnorientiert. Sie ist dadurch unabhängiger.

Unterm Strich bieten damit Startpage und Metager den besten Datenschutz.

Startpage liefert nahezu genauso gute Treffer wie die Google-Suche, übermittelt aber keine Nutzerdaten.

Suche nicht ganz auf Google-Niveau

Klipp und klar: In Sachen Suchqualität und Funktionen kann keine der anonymen Suchmaschinen dem Marktführer das Wasser reichen. Am nächsten kommt Startpage heran. Kein Wunder, schließlich nutzen die Niederländer die Daten von Google – nur eben anonymisiert. Aus diesem Grund dauert die Suche mit Startpage einen Tick länger als beim Original auch gibt’s zu den Suchergebnissen nicht direkt viele nützliche Infos. Für den Alltag ist Startpage aber durchaus brauchbar. Für DuckDuckGo, Qwant und Metager gilt das nur bedingt.

Die „europäische“ Suchmaschine Qwant bietet von allen Google-Alternativen die frischeste Optik und die meisten Extras.

Fazit

Es muss nicht immer Google sein. Wer bei Google nicht die Datenhose herunterlassen will, sollte eine andere Suchmaschine wie Startpage als Standard einrichten. Liefert diese nicht die gewünschten Ergebnisse, lässt sich immer noch auf Google zurückgreifen.

Tipp: Startpage zur Standardsuchmaschine machen

Chrome: Klicken Sie mit der rechten Maustaste in die Adressleiste und wählen „Suchmaschine bearbeiten“. In der Liste finden Sie „Startpage“ unter „Andere Suchmaschinen“. Klicken Sie rechts davon auf die „drei Punkte“ und dann auf „Als Standard festlegen“.

Firefox: Unter startpage.com klicken Sie auf Zu Firefox hinzufügen. Es folgen Klicks auf Hier, Erlauben, Hinzufügen, Ja und ok.