Fake-Shops entlarven: Diese Maschen müssen Sie kennen

Fake-Shops entlarven: Diese Maschen müssen Sie kennen

Super Schnäppchen gemacht? Oder auf Betrüger hereingefallen? So genannte Fake-Shops, die Fälschungen zu Niedrigstpreisen verhökern, oder nie liefern, werden immer mehr zum Problem. Nur wer genau hinschaut, ist beim Online-Shopping auf der sicheren Seite.

Ergattert der Mensch ein besonders attraktives Sonderangebot, stellt das fürs Gehirn eine unerwartete Belohnung dar, wissen Psychologen. Ein vermeintlicher Preisknüller löst einen Schub des Nervenbotenstoffs Dopamin aus, die Chancen zuzugreifen steigen drastisch. Diese Gier nach Internet-Schnäppchen machen sich zunehmend Cybergangster zunutze. Sie ziehen im großen Stil sogenannte Fake-Shops auf – und immer mehr Verbraucher fallen darauf herein. Kein Wunder, von „echten“ Internet-Shops sind sie kaum zu unterscheiden, so professionell sind sie gestaltet.

Markenware angeblich 50% günstiger

Es gibt Preislisten allgemeine Geschäftsbedingungen und ein Impressum. Nur Experten erkennen, dass es sich um eine von Betrügern erstellte Seite handelt. Dabei ist so eine Seite im Nu erstellt: Mit einem passenden Baukasten basteln Profis schicke Seiten innerhalb weniger Stunden zusammen. Steht das Design, müssen sie nur noch dafür sorgen, dass ihr Fake-Shop im Google-Ranking möglichst weit oben landet, denn in Preissuchmaschinen sind sie selten bis nie gelistet.

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Besonders bekannte Marken ziehen immer wieder als Aufhänger für Fake-Shops.

Anlocken, abkassieren, abhauen

Fällt ein Kunde auf den Schwindel herein wartet er entweder ewig auf die Ware oder bekommt billige Fälschungen angedreht. Hat der Betreiber so erst einmal massig Geld generiert, lässt er die Seite verschwinden. Gut möglich aber, dass er kurze Zeit später im leicht abgeänderten Design unter einer neuen Adresse wiederauftaucht.

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Dieser Betrüger-Laden setzte auf die Beliebtheit von Rasenmäher-Robotern.

Checkliste: So kommen Sie Fake-Shops auf die Schliche

Sie haben im Internet eine besonders günstigen Shop entdeckt? So prüfen Sie, ob es sich um einen Fake-Shop handelt.

Konkurrenzlos günstige Preise

  • Indiz: Fake-Shops locken in der Regel mit einmalig günstigen Preisen für Markenware. Nicht selten bewegen sich die Angebote 30 bis 70 Prozent unter den üblichen Marktpreisen.
  • Zu prüfen: Vergleichen Sie den angebotenen Preis mit Preissuchmaschinen wie www.idealo.de oder www.geizhals.at. Bewegen sich hier die Preise selbst der günstigsten Internethändler deutlich darüber, sollten die Alarmglocken klingeln. Denn zu verschenken hat keiner etwas.

Gefälschte Siegel

  • Indiz: Fake-Shops verzichten in der Regel ganz auf Gütesiegel wie „Trusted Shop“ oder „TÜV Süd: Safer Shopping“. Nur wenige Fake-Shops bauen die entsprechenden Logos ein.
  • Zu prüfen: Falls doch ein Siegel für Sicherheit wirbt: Ein Klick auf das Gütesiegel offenbart, ob es „echt“ ist. Nur wenn Sie anschließend auf der Internetseite des Siegel-Verleihers landen, ist der Shop auch tatsächlich geprüft.

Unsichere Zahlungsmittel

  • Indiz: Als einzige Zahlungsmittel stehen an der Kasse Kreditkarte oder Überweisung zur Auswahl. Gefährlicher Nebeneffekt: Wer Online-Gangster seine Kreditkartendaten übermittelt läuft Gefahr, dass die damit selbst auf Shoppingtour gehen. Bargeld-Transferservices wie Western Union sind ebenfalls auffällig.
  • Zu prüfen: Nichts. Wenn ein Internetshop ausschließlich die Zahlung per Kreditkarte oder Überweisung anbietet, sollten Sie dort nicht einkaufen. Vorkasse gut und schön, zumindest Lastschrift oder PayPal sollten es aber schon sein.

Impressum überprüfen

  • Indiz: Es ist entweder gar kein Impressum vorhanden oder im Impressum steht lediglich eine Briefkastenfirma oder eine ausländische Adresse.
  • Zu prüfen: Im Impressum seriöser Händler finden Sie Angaben über Handelsregisternummer, Geschäftsadresse und Telefonnummer vor. Noch sicherer ist, die Handelsregisternummer unter www.handelsregister.de zu suchen und die Daten aus dem Impressum mit den hier aufgeführten Daten zu vergleichen.

Falsche Bewertungen

  • Indiz: Es gibt keine oder wenige Bewertungen oder ausschließlich positive Bewertungen in schlechtem Deutsch.
  • Zu prüfen: Die Bewertungen sind womöglich gefälscht, um den Verkäufer in ein vorteilhaftes Licht zu rücken. Sind sie nicht sicher, ob der Shop echt ist, googlen Sie den Namen der Firma oder die Adresse der Internetseite. Finden Sie viele Bewertungen und andere Einträge dazu, ist das ein gutes Zeichen.