UPDATE: Facebook-Nutzerdaten auf chinesischen Servern?

Der Skandal will nicht enden: Wie gestern in einem Follow-Up der New York Times ans Licht gekommen ist, hat Facebook die Daten der Freunde von Freunden nicht nur an etwa 60 verschiedene Tech-Giganten weitergegeben, sondern auch an mindestens vier chinesische Handyhersteller, Huawai, Oppo, TCL und Lenovo. Einer davon, Huawei, wird von den U.S.-amerikanischen Geheimdiensten als Sicherheitsrisiko eingestuft.

Während Facebook behauptet, dass die Nutzerdaten auf den Smartphones geblieben sind, meldete sich Senator Mark Warner zu Wort und stellte die Frage, die sich an dieser Stelle wohl jeder gedacht haben wird: Wie hat Facebook das sichergestellt?

Alle vier Verträge sind zurzeit noch aktiv, Facebook gab aber an, den Deal mit Huawei Ende der Woche auslaufen zu lassen.

 

Originaler Artikel: Facebook teilt Nutzerdaten mit Apple, Microsoft & Co

Kaum ist der Cambridge Analytica Skandal endlich abgeflaut, gerät Facebook wieder ins Kreuzfeuer: Die New York Times hat herausgefunden, dass die Social Media-Plattform anscheinend Nutzerdaten geteilt hat – ohne das Ok der betroffenen Anwender.

Apple, Samsung, Amazon, Microsoft, Blackberry und HTC – das ist eine ziemlich eindrucksvolle Ansammlung an Industriegiganten und nur ein kleiner Teil der mindestens 60 Firmen, mit denen Facebook Daten geteilt haben könnte – und noch teilt. Laut der New York Times wurden die Kooperationen, die das ermöglichen vor etwa 10 Jahren geschlossen, also zu einer Zeit, als es für die meisten Betriebssysteme noch keine eigene Facebook-App gab.

Während Facebook das Gegenteil behauptet, scheint es als ob sehr viele der Informationen, auf die die Partner Zugriff haben, ohne die Zustimmung der Betroffenen herausgegeben werden. In den meisten Fällen dürften die Nutzer noch nicht einmal etwas davon ahnen. Die New York Times geht sogar so weit und sagt, dass „einige Device-Hersteller sogar dann die Informationen von den Freunden des Nutzers beziehen konnten, wenn dieser dachte er hätte jegliches Teilen ausgeschlossen.“

1 Person = Zugriff auf 300 000 weitere Nutzer

Das ist aber noch nicht alles. Die Zeitung testete auch welche Daten mit einem alten Blackberry gesammelt werden können und das Ergebnis ist schockierend: So wurden nicht nur Informationen über die Freunde des Handybesitzers, wie zum Beispiel der Name, Arbeitsplatz, Beziehungsstatus, Religion und die politische Neigung, herausgegeben. Es konnten sogar persönliche Details zu den insgesamt 300 000 Freunden der Freunde gesammelt werden.

Bild: New York Times

Facebook dementiert

Das ist wie ein Schlag ins Gesicht, vor allem wenn man bedenkt, dass Facebook kurz nach dem Cambridge Analytica-Sandal noch behauptete, dass seit 2015 Dritte keinen Zugriff mehr auf Daten bekommen würden … abgesehen von den um die 60 Tech-Firmen, die bei der Social Media-Plattform praktischerweise nicht als „Dritte“ kategorisiert werden.

Facebook selbst ist sich keiner Schuld bewusst: In einem Blogartikel, der als Reaktion auf die News geschrieben wurde, hält die Firma daran fest, dass die Informationen von Freunden, wie zum Beispiel Bilder, immer nur mit Zustimmung herausgegeben wurden.

Dank der Beliebtheit von iOS und Android, werden die Deals mittlerweile übrigens immer unnötiger. Facebook ist deswegen langsam dabei, sie nach und nach aufzulösen – bisher wurden 22 der Kooperationen beendet.

Dieser Artikel ist auch verfügbar in: Englisch

PR & Social Media Manager @ Avira |Gamer. Geek. Tech addict.