Einfach testen: Was Facebook über Sie weiß

Die Liste von Skandalen rund um Facebook ist lang. So gelang es dem Unternehmen Cambridge Analytica, persönliche Informationen von 50 Millionen Facebook-Nutzern zu sammeln, auszuwerten und mit den gewonnenen Erkenntnissen massiven Einfluss auf die US-Wahlen genommen zu haben. Und bis April 2019 lagen mehr als 540 Millionen Facebook-Nutzerdaten auf ungeschützten Servern.  Diese Fälle zeigen aber auch: Das Internet speichert oft mehr über uns, als wir wissen. Etwa die Suche nach Krankheiten, die Höhe von Krediten, konsumierte Sexvideos und noch viel mehr. Nutzerdaten sind und bleiben schließlich das Öl im Internetbusiness. Längst hat sich eine Industrie etabliert, die daraus ein Milliardengeschäft generiert: Zwischenhändler sammeln Nutzerdaten, schnüren sie zu großen Paketen und verkaufen sie weiter. So geraten Namen, Adressen, Geburtsdaten, Anmeldedaten und sogar Kontonummern millionenfach auf den lukrativen Schwarzmarkt für persönliche Daten. Facebook ist in diesem Spiel ganz vorne dabei.

Facebook: Einer der größten Datensammler

Das Unternehmen sammelt dabei nicht nur die Daten von seinen aktiven Nutzern, sondern auch von anderen Internet-Nutzern. Etwa mithilfe von Social Plug-ins wie Facebooks „Gefällt-Mir“-Button. Selbst, wenn die Schaltflächen nicht angeklickt werden, übertragen sie fleißig Daten. Zum Beispiel die IP-Adresse des Besuchers sowie eine Liste besuchter Internetseiten samt Zeitangabe und Verweildauer. Handelt es sich um Facebook-Nutzer, wird diese Liste mit der Facebook-Nutzernummer kombiniert und das Profil auf diese Weise personalisiert. Facebook weiß so genau, welche Seiten mit Social Plug-in seine Nutzer in den letzten 24 Monaten besucht haben. Aber auch von Surfern, die kein Facebook-Konto haben, lassen sich auf diese Weise detaillierte Profile erstellen: Für welche Produkte interessiert sich ein Nutzer? Plant er eine Riese nach Spanien? Und hat er etwa Hämorrhoiden?

Das weiß Facebook über Sie

Sie wollen wissen, was Facebook über Sie weiß? Dann lesen Sie weiter.  Sie erfahren, woher Facebook Ihre Daten bekommt, wie Sie das unterbinden und wie Sie bereits gespeicherte Daten löschen.

  1. Schritt 1: Öffnen Sie die Facebook-Seite für die Privatsphäre-Einstellungen. Falls noch nicht geschehen, melden Sie sich mit Ihrem Facebook-Konto an. Klicken Sie nun rechts auf Zugriff auf deine Informationen.
  2. Schritt 2: Sie sehen nun haarklein, aufgeteilt in 24 Rubriken, welche Daten Facebook über Sie gesammelt hat. Beispielsweise wie Facebook Sie einschätzt (unter „Über Dich“) oder welche Videos Sie angesehen haben.
  3. Schritt 3: Möchten Sie einen einzelnen Eintrag löschen, klicken Sie rechts davon auf das Bearbeitungssymbol und dann auf Löschen. Wiederholen Sie das mit allen anderen Einträgen, die nicht mehr auf Facebook auftauchen sollen, beziehungsweise Facebook nicht mehr wissen soll. Überprüfen Sie auch die Einstellungen, etwa unter Gesichtserkennung oder Standortverlauf.

 

Tipp: Sie können sich ein Dokument bestellen, das alle Ihre Daten auf einen Blick enthält. Klicken Sie dazu ganz oben auf deine Informationen herunterladen und Datei erstellen. Sie erhalten eine E-Mail, wenn Ihre persönliche Akte zum Download bereitsteht.

So stoppen Sie die Facebook-Spionage

Wenn sie genug davon haben, dass Facebook Sie ausspioniert, befolgen Sie einfach die folgenden 5 Schritte und weisen Sie das Sozialen Netzwerk in seine Schranken.

  1. Schritt 1: Öffnen Sie die Facebook-Seite für die Privatsphäre-Einstellungen. Falls noch nicht geschehen, melden Sie sich mit Ihrem Facebook-Konto an.
  2. Schritt 2: Auf der Seite sehen Sie oben unter „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ die Symbole einiger Dienste, die Informationen über Sie sammeln und anschließend Facebook zur Verfügung stellen.  Das ist aber erst der Anfang. Klicken Sie rechts auf Deine Aktivitäten außerhalb von Facebook verwalten und tippen Sie Ihr Facebook-Passwort ein.
  3. Schritt 3: Nun erhalten Sie eine vollständige Übersicht der Dienste und Internetseiten, von denen Facebook persönliche Daten zu Ihrer Person bezieht. Die Zahl unten rechts an den Symbolen zeigt, wie oft das geschieht (wobei die Skala nur bis 20 reicht). Zudem erfahren Sie, wann das letzte Mal Daten geflossen sind. Klicken Sie jetzt auf eins der Logos.
  4. Schritt 4: Sie erfahren nun grob, wie Facebook über den Dienst an Ihre Daten kommt und um welche Informationen es sich handelt. Möchten Sie den Datenfluss für die Zukunft stoppen, klicken Sie auf Nutzung künftiger, durch XXX erfasster Aktivitäten deaktivieren und anschließend auf Deaktivieren.
  5. Schritt 4: Noch besser: Möchten Sie die Weitergabe Ihrer Daten von externen Quellen an Facebook generell verbieten, klicken Sie rechts auf Künftige Aktivitäten verwalten, noch einmal auf Künftige Aktivitäten verwalten und deaktivieren den Schalter  Künftige Aktivitäten außerhalb von Facebook. Lesen Sie sich die Hinweise durch. Sind Sie damit einverstanden, bestätigen Sie mit Deaktivieren.

Was Sie wissen müssen: Facebook weiß anschließend natürlich immer noch, was Sie im sozialen Netzwerk veröffentlichen, was Sie sich anschauen und vieles mehr. Aber immerhin kappen Sie den Draht zu externen Diensten.