Neue Serie: Die gängigsten Attacken Teil 1: Abzocke und Gefahren durch Scareware

Moderne Diebe klauen keine Handtaschen mehr oder knacken Autos: Sie haben es auf die Daten und das Geld von Internet-Nutzern abgesehen. Wir zeigen Ihnen die beliebtesten Maschen, wie Sie sie erkennen und was Sie dagegen tun können. In ersten Teil behandeln wir falsche Viren-Warnungen.

Mit der zunehmenden Nutzung des Internet nimmt auch die Internet-Kriminalität zu. Die Zahl der Betroffenen ist ebenso gestiegen wie die Schadenshöhe. Angreifer kennen heute viele Tricks, um an Ihre Daten oder an Ihr Geld zu kommen. Angefangen bei gekaperten PCs, die den Internetverkehr umleiten, bis hin zu gefälschten Sicherheitsprogrammen, die Ihren PC blockieren – die Kreativität der Gauner ist erstaunlich. Doch eins haben alle Angriffe gemein: Zunächst muss sich ein Schädling auf Ihrem PC einnisten, erst dann kann der Cybergauner seinen Plan in die Tat umsetzen. In dieser Serie zeigen wir Ihnen die zehn wichtigsten Symptome, die auf eine Infektion hinweisen.

Symptom 1: Falsche Viren-Warnungen / Scareware

Die Alarmzeichen: Wenn Ihr Anti-Virenprogramm oder Windows immer wieder Warnmeldungen anzeigen, die sich als falsch entpuppen, ist das ein sicheres Zeichen für einen Virenbefall.

Die Masche

Angst machen, abzocken, abkassieren – mit sogenannten Scareware-Programmen locken Cyber-Gangster arglose PC-Nutzer in die Falle. Die Kriminellen bieten seriös wirkende Virenschutz-, Optimierungs- oder Anti-Spionage-Programme an. Diese werden auf Internet-Seiten mit gefälschten Testsieger-Logos oder über Werbebanner beworben, machen die Nutzer auf diese Weise neugierig und landen so auf dem PC.  Eine beliebte Masche sind auch irreführende Warnmeldungen auf Websites, die sich durch das (oft kostenpflichtigen) Tools wieder aus der Welt schaffen lassen sollen (siehe Bild). Fies: Die Warnmeldungen sind von echten Hinweisen, wie sie Windows ausspuckt, kaum zu unterscheiden. Nur sind diese Tools meist vollkommen nutzlos – oder es gibt Gratisprogramme seriöser Hersteller, die das Gleiche oder sogar mehr leisten. Im schlimmsten Fall lädt die Vollversion neue Schädlinge aus dem Internet nach. Das Geschäft ist äußerst rentabel: So erzielte Innovative Marketing, bis zu seiner Enttarnung der größte bekannte Scareware-Hersteller, einen Jahresumsatz von mehr als 140 Millionen Euro und beschäftigte rund 600 Mitarbeiter.

Die Lösung

Entsprechende Warnmeldungen auf Internetseiten ignorieren Sie am besten einfach. Lassen sich die Fenster mit den Warnhinweisen nicht wegklicken oder der Browser schließen, beenden Sie den Browser über den Task-Manager (STRG + ALT+ ENTF). Haben Sie aus Versehen so ein Programm installiert? Dann schalten Sie Ihren PC sofort aus. Versuchen Sie dann im „abgesicherten Modus“ Windows 10 in einen Zustand zu bringen, der dem vor der Infektion entspricht. Das erledigen Sie durch eine Systemwiederherstellung. Ebenfalls empfehlenswert ist der Einsatz einer Rettungs-DVD eines Herstellers von Antivirenscannern den Computer zu starten und durchzuchecken (siehe Teil X).

Im kommenden zweiten Teil kümmern wir uns um Adware.

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