DSGVO-Verstoß: Beschwerde gegen 10 Streamingunternehmen eingereicht

Das DSGVO gibt es jetzt schon seit ein paar Monaten – aber was genau hat sich seitdem für uns wirklich geändert und was ist wirklich nachvollziehbar? Nun, zum einen gibt es die Fraktion, die es als Schikane sieht: Außerhalb der EU werden einige Seiten komplett geblockt, weil das einfacher ist als sie DSGVO-konform zu machen. Zudem waren einige Besitzer kleinerer Blogs so verängstigt und überfordert, dass sie sich dazu entschlossen haben, ihre Seiten zu schließen anstatt sich mit Abmahnungen herumzuschlagen.

Doch wie schaut es nun bei den größeren Firmen aus? Bieten sie den Nutzern wenigstens ein Mindestmaß an Kontrolle über ihre privaten Daten? Die Antwort darauf scheint zumindest im Streamingbereich ernüchtern: nyob (die Abkürzung für“ none of your business”, auf Deutsch etwa „geht dich nichts an”) hat vor kurzem mehrere Streamingdienste identifiziert, die alle gegen Artikel 15 der DSGVO verstoßen haben – inklusive Amazon, Apple, Spotify und Netflix.

Was ist Artikel 15?

Artikel 15 der DSGVO gibt Ihnen das Recht eine Kopie all Ihrer Rohdateien die eine Firma über Sie hat anzufordern. Außerdem können Sie auch anfragen wer darauf Zugriff hat oder zu welchem Zweck sie verarbeitet werden und in welchen Ländern die Informationen für wie lange gespeichert werden. Das hört sich in der Theorie eigentlich ziemlich gut an und gibt dem Nutzer einen angemessenen Überblick.

Jetzt hat nyob, eine europäische Non-Profit-Organisation, insgesamt acht Beschwerden bei der Datenschutz eingereicht: Einige Streamingdienste verstoßen nämlich gegen den besagten Artikel.

Wer sind diese Firmen?

Eventuell haben Sie bereits von ein paar der Firmen, die hier im Brennpunkt stehen, gehört: Amazon, Apple, Netflix, Spotify und YouTube sind die wohl prominentesten Namen auf der Liste. Insgesamt wurden sie für eine Gesamtsumme von 18,8 Milliarden Euro verklagt.

Bild: nyob

Der Grund für die Beschwerde ist weitreichen. Wenn die Firmen der Anfage auf die Rohdaten überhaupt nachkamen, waren es laut Max Schrems, Geschäftsführer von noyb „nicht einmal ansatzweise die Daten, auf die jeder Benutzer und jede Benutzerin ein Recht hat. In den meisten Fällen erhielten Benutzer und Benutzerinnen nur die Rohdaten, jedoch keine Informationen darüber, mit wem diese Daten geteilt wurden. Dies führt zu strukturellen Verletzungen der Benutzerrechte und Benutzerinnenrechte, da diese Systeme dazu dienen, die relevanten Informationen zurückzuhalten.“

Nicht die erste und wahrscheinlich nicht die Letzte Beschwerde

Seitdem die DSVGO in Kraft getreten ist, gab es bereits mehrere Beschwerden, Untersuchungen und Studien. Es ist unwahrscheinlich, dass sich das in der nahen Zukunft ändern wird – haben Sie deswegen immer ein Auge auf die Daten, die Sie im Netz teilen und wofür sie genutzt werden.

Dieser Artikel ist auch verfügbar in: Englisch

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