Is there a doctor in the phone?, Doktor, docteur, dottore

Doktor Smartphone, bitte melden!

Die traditionelle von Angesicht zu Angesicht Beziehung zwischen Doktor und Patient wird durch Smartphones, Sensoren und tragbaren IoT-Technologien aufgerüttelt. Schließlich hat man bei der Technik nichts zu verlieren ‒ außer der langen Zeit im Wartezimmer … und vertraulichen Daten.

Ausgangspunkt ist die alte Vorstellung, dass für eine gute medizinische Versorgung ein Besuch beim Arzt nötig ist, der eine gründliche, aber auch sehr persönliche Untersuchung durchführt. Die Beziehung zwischen Doktor und Patient besteht nach dieser Vorstellung schon seit Jahren. Der Arzt weiß genau, was dem Patienten fehlt, und der Patient vertraut der Expertenmeinung.

Aber diese Vorstellung gehört immer mehr der Vergangenheit an. Denn früher gab es zwar gute Beziehungen zwischen Arzt und Patient, doch die Realität sieht so aus, dass ein moderner Doktor oft nur noch ein Techniker ist, der den Patienten einer Reihe von Tests unterzieht, die Ergebnisse auswertet und anschließend Überweisungen für weitere Tests und Rezepte für Medikamente ausstellt. Und das ist schon der Optimalfall. Vergessen Sie nicht den Zeitverlust, bis man überhaupt im Behandlungsraum beim Arzt angekommen ist. Die ganze Interaktion erinnert an die Emissionstests bei einem Auto – nur war der Prozess bei meinem Auto viel einfacher, wenn man von der Terminfindung, der Wahl der Werkstatt und der Bezahlung ausgeht.

Es liegt ganz in Ihrer Hand

Das ganze Gesundheitssystem wird durch die Kombination von tragbaren Technologien und Smartphones auf den Kopf gestellt. Warum sollte man für einen Test zum Arzt gehen, wenn man ihn auch zuhause durchführen kann, einer viel natürlicheren Umgebung? Dort ist das Ergebnis vielleicht sogar genauer, weil man mehrere Messungen vornehmen kann. Noch besser: Wie wäre es, für die Tests oder die Übermittlung der Ergebnisse an die Experten ein Gerät zu nutzen, das man bereits hat?

Die heutigen Apps sind nur der Anfang

Ein Großteil der Gesundheitsapps auf dem Markt sind einfache Nachschlagewerke oder Kalender für Selbstmanagement und Therapietreue. Und sie können extrem hilfreich sein. Wenn etwas passiert, ist es nützlich, die Erste-Hilfe-App vom Roten Kreuz zur Hand zu haben, um sofort eine Anleitung nachzulesen, oder die Johns-Hopkins-App, um eine tiefgehende Analyse zu bekommen. Auch alle Medikamente und Rezepte im Blick zu behalten, kann – besonders für ältere Menschen – dank CareZone einfacher sein. Schließlich geht nichts über eine nette Erinnerung daran, dass man seine Tabletten nehmen muss.

Ihr Doktor ist in der Cloud

Aber diese Apps sind nicht sehr innovativ und ihre Verwendbarkeit ist eingeschränkt. Die Gesundheitswelt will sich weiterentwickeln und den Nutzern nicht mehr nur ein relativ statisches Spektrum an Informationen bieten, sondern Zugang zu einer dynamischen Auswahl an Diensten aus den folgenden drei Hauptbereichen:

  1. Patientenakten anfordern und Arzttermine vereinbaren – Medizinische Dienste sind zwar etwas komplexer als Pizza, aber mit spezialisierten Apps wie MyChart kann in den USA nun die Bestellung von Medikamenten und die Nachverfolgung von Patientenakten und Testergebnissen erfolgen. Über Heal kann sogar ein Hausbesuch durch den Doktor angefordert und seine Route auf dem Smartphone verfolgt werden – wie beim Pizzalieferdienst.
  2. Telemedizin-Termine – Warum sollte man noch zum Doktor gehen und sich das Wartezimmer mit anderen Kranken teilen müssen? Und was passiert, wenn ein Virus zuschlägt und man gerade weit weg von seinem Hausarzt ist, aber dringend ein Medikament benötigt? Einige Studien zeigen, dass Telemedizin-Termine, auch wenn sie zunächst distanziert und unfreundlich erscheinen mögen, ziemlich kosteneffektiv sind. MDLive und DoctoronDemand sind zwei der Optionen in den USA. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenversicherung, ob auch in Deutschland Telemedizin-Termine möglich sind.
  3. Online-Überwachung – Ja, die größte Veränderung besteht darin, dass sich die medizinischen Sensoren von schwerfälligen eigenständigen Geräten zu cleveren IoT-Geräten entwickeln und/oder in Smartphones integriert werden – und dabei sprechen wir noch nicht einmal von Apple und seinem neuen Patent für Herzsensoren.

Eine Box voller Medizin

Schauen wir uns doch einmal die My-Signals-Box genauer an. Diese coole kleine Box bietet Platz genug für über zehn Gesundheitssensoren, die an den Seiten eingestöpselt werden können. Die gesammelten Informationen über bis zu 15 biometrische Parameter wird über das nächstgelegene WLAN-Netzwerk oder ein Smartphone versendet. Sie haben die Wahl zwischen Android und iPhone.

Allerdings erklärt My-Signals auf der Webseite, dass ihr Produkt nicht an Endnutzer verkauft wird – es handelt sich dabei vielmehr um eine Entwicklungsplattform mit Software- und Hardware-Optionen. Bleiben Sie dran, um mehr darüber zu erfahren, wie Sensoren, Online-Zugang und Smartphones im Gesundheitsbereich angewendet werden.

Lassen Sie die Daten in alle Richtungen strömen

Worin liegt der Unterschied, ob Sie ein IoT-Gerät im Geschäft kaufen oder das gleiche Gerät von Ihrer Versicherung bekommen? Die Antwort lautet Datenschutz – zumindest in den USA. Bei offiziell genehmigten Geräten werden die Daten von HIPAA abgedeckt (Health Insurance Portability and Accountability Act). Dieser höhere Anspruch an den Datenschutz in der Cloud könnte ein Grund sein, warum versicherungsbezogene Geräte einen höheren Kaufpreis haben.

Aber so einfach wie ein kleiner HIPAA ist es nicht. In Tschechien, als Beispiel für ein EU-Land, gibt es drei Arten von Regelungen, die sich mit der Cloud im Gesundheitsbereich befassen. Zusätzlich zu Datenschutzgesetzen gibt es spezielle Gesetze für das Gesundheitswesen, die zum Beispiel Krankenakten abdecken, und außerdem Gesetze zu elektronischen Rezepten. Das finden Sie schon kompliziert? Dann warten Sie mal ab. Jana Pattynova, eine Anwältin bei Pierstone, schrieb dazu kürzlich in einem Blog-Post zu diesem Thema: „Die große Breitenwirkung dieser Verschiebung hin zu elektronischen Systemen auf Kosten und Gesundheitsfolgen wird gerade erst spürbar.“

Und das betrifft nicht nur Tschechien. Das betrifft uns alle. Ich wünsche Ihnen einen gesunden – und privaten – Umgang mit Ihrem Smartphone.

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As a PR Consultant and journalist, Frink has covered IT security issues for a number of security software firms, as well as provided reviews and insight on the beer and automotive industries (but usually not at the same time). Otherwise, he’s known for making a great bowl of popcorn and extraordinary messes in a kitchen.