Die besten Videokonferenz-Apps 2022

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland das geschafft, was man vorher kaum für möglich gehalten hätte: Home-Office im ganz großen Stil. Doch was passiert mit den ganzen Besprechungen, die man vorher Tag für Tag im Büro abgehalten hat? Richtig: Hier springen Videokonferenzen in die Bresche. Mittlerweile dürfte fast jeder Büroangestellte – egal welchen Alters – seine ersten Erfahrungen mit so einer oder verschiedenen Videokonferenz-Apps gemacht haben.

Doch wie ist es um die Sicherheit dieser Anwendungen bestellt? Der immer größer werdende Bedarf lässt Firmen nun genauer hinschauen. Was ist sicher, was ist unsicher, und vor allem: Mit welcher der Anwendung sind die firmeninternen Gespräche wirklich geschützt?

Was macht eine Videokonferenz-App sicher?

Ein sehr wichtiges Kriterium dürfte hier die End-to-End-Verschlüsselung sein – und ob die App darüber verfügt oder nicht. Ist sie vorhanden wird die ganze Kommunikation verschlüsselt zwischen dem Sender und Empfänger verschickt, so dass ein Dritter nicht mithören kann. Gerade wenn man Wert auf Sicherheit legt, ist dies neben einem VPN für viele von hoher Priorität.

Ebenfalls wichtig ist es herauszufinden, ob der Anbieter des Programms persönliche Informationen sammelt, speichert und vor allem was er damit macht. Etwas, was man normalerweise auf keinen Fall will, ist dass die eigenen Daten an Drittanbieter oder Werbefirmen verkauft werden. Im Idealfall sollten die Anbieter sich an alle gängigen Datenschutzregeln, wie zum Beispiel das DSGVO, halten.

Wir haben uns für Sie umgesehen und eine Liste der besten Videokonferenz-Apps für die Arbeit und private Gespräche zusammengestellt.

Videokonferenz-Apps für die Arbeit

Zoom

Von Zoom dürften mittlerweile die meisten gehört haben (und eventuell hat der ein oder andere auch Erfahrungen mit der App gesammelt) . Von allen Videokonferenz-Apps dürfte es die bekannteste sein. Sie ist kostenlos, man muss nichts installieren und bietet einen Gruppenchat für bis zu 100 Teilnehmer an – dieser ist allerdings in der kostenlosen Version auf 40 Minuten beschränkt.

Aber stopp: Da war doch was! Richtig. Dank der immer größer werdenden Popularität von Zoom, sind leider auch die Sicherheitslücken und ein lascher Umgang mit persönlichen Daten ans Tageslicht getreten. Der Anbieter versucht zwar nachzubessern, allerdings gibt es immer noch mehr als genug Probleme. Sollten Sie Zoom in der Firma (oder auch privat) nutzen, befolgen Sie am besten diese sieben Schritte.

Skype

Nicht zuletzt wegen ihres Alters dürfte Skype die App sein, die die meisten standartmäßig benutzen, wenn es um Videochats mit bis zu 50 Teilnehmern geht. Seit 2011 gehört sie Microsoft und ist soweit kostenlos. Der Ersteller des Meetings braucht zwar einen Account, alle anderen Teilnehmer allerdings nicht. Die Konferenzen werden sogar verschlüsselt, allerdings nur zwischen dem Gerät der Benutzer und den Microsoft-Servern. Theoretisch könnte Microsoft also auf Ihre ganze Kommunikation zugreifen.

Skype ist nicht mehr ganz neu auf dem Markt und so dürfte es niemanden wundern, dass es auch hier bereits einige Sicherheitslücken gab. Dass diese ausgenutzt werden, kann man allerdings mit einem VPN und regelmäßigen Updates des Programms gut verhindern.

Google Meet

Google hat erst vor kurzem angekündigt, dass sein Videokonferenz-Service, Google Meet, nun allen Anwendern mit einem Google-Account kostenlos zur Verfügung steht. Bis Oktober kann man in der kostenlosen Variante mit bis zu 100 Leuten unbegrenzt lang reden und Videokonferenzen abhalten – allerdings soll sich das Oktober mit einer Beschränkung auf 60 Minuten ändern.

Um einer Konferenz beizutreten muss man übrigens auch in seinen Google-Account eingeloggt sein – es reicht nicht, auf einen Einladungslink zu klicken. Damit sollen Probleme, die andere Firmen hatten, verhindert werden. Abgesehen davon gelten die gleichen Datenschutzregeln wie für alle anderen Google-Produkte. Die Videomeetings werden zudem während des Transports verschlüsselt.

Microsoft Teams

Microsoft Teams soll Skype for Business ersetzen und erlaubt es Office 365-Nutzern Videokonferenzen mit bis zu 250 und Live-Präsentation mit bis zu 10 000 Gästen abzuhalten. Auch wenn es um die Privatsphäre geht, gibt sich Microsoft stark: Die Nutzerinformationen sollen angeblich nicht zu Werbezwecken nachverfolgt werden und alle Daten werden gelöscht sobald das Abo ausläuft.

Mit Teams kann man zudem festlegen wer an der Konferenz teilnehmen kann und Zugriff auf Meetinginformationen hat – ein Skype oder Office 365-Account ist allerdings für alle Pflicht.  Laut Microsoft verschlüsselt Teams zudem Daten bei der Speicherung und Übertragung per SRTP (Secure Real-time Transport Protocol) – z. B. Video- und Audiodaten, Dateien, Chats und Desktopfreigaben.

Jitsi Meet

Diese Videokonferenz-Plattform wurde 2003 von einem französischen Studenten gegründet und ist komplett Open Source. Mittlerweile gilt sie als eine sichere Alternative zu Zoom. Es gibt keine App die man installieren muss und Einladungen werden via Link verschickt.

Während es einige clevere Sicherheitsfeatures gibt, damit man seine Konferenz vor ungewollten Gästen schützen kann und auch eine Hop-by-Hop-Verschlüsselung vorhanden ist (an einer End-to-End-Verschlüsselung wird momentan gearbeitet), können zwar bis zu 75 Teilnehmer beitreten, ein „gutes“ Erlebnis wird aber nur mit bis zu 35 garantiert.

Videokonferenz-Apps zum Chatten mit Freunden und Familie

FaceTime

Wenn jeder mit dem Sie sich unterhalten wollen ein iPhone oder anderes Apple-Gerät besitzt, dürfte es für Sie am einfachsten sein, einfach zu FaceTime zu greifen. Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Videochat-Anwendungen, wird hier laut Apple eine End-to-End-Verschlüsselung eingesetzt – das bedeutet, dass nicht einmal Apple Ihre Gespräche einsehen kann.

Die Teilnehmerzahl ist auf 32 beschränkt und man braucht zwingend ein Apple-Gerät, weswegen es sich trotz der Sicherheitsfunktionen eher für private Gespräche eignen dürfte.

Houseparty

Wer nach einer App sucht, mit der man einfach mal einen Videochat mit Freunden oder Familie abhalten kann und dabei das ein oder andere eingebaute Mini-Spiel spielt, wird hier fündig. Wenn man eine Konferenz startet, kann jeder aus der eigenen Kontaktliste beitreten – sobald alle vollzählig sind gibt es dann auch die Möglichkeit, den Raum abzuschließen.

Leider sind die Datenschutzbestimmungen der Mutterfirma mehr als Lasch und es werden wesentlich mehr Nutzerinformationen gesammelt als nötig, unter anderem auch, wo sich der Anwender momentan befindet. Wenn man auf Nummer sicher gehen will, sollte man den privaten Modus einschalten und das Tracking in den Einstellungen ausschalten.

Facebook Messenger Rooms

Facebook Messenger Rooms ist gerade erst erschienen und erlaubt es Facebook-Mitgliedern eine Videokonferenz zu starten und andere dazu einzuladen – selbst, wenn sie keinen Facebook-Account haben. Der Ersteller des Raums kann entscheiden wer beitreten darf indem er die Konferenz entweder nur für seine Facebook-Freunde aufmacht oder gezielt Einladungen verschickt. Facebook plant, dass letzten Endes bis zu 50 Teilnehmer ohne Zeitlimit miteinander reden können.

Da die App allerdings auf dem Facebook Messenger basiert, sollte man lieber nicht mit Datenschutz rechnen: Alles Nutzerdaten werden gesammelt – egal auf welche Art und Weise man der Konferenz beitritt. Auch eine Verschlüsselung sucht man vergebens.

 

Egal für welche der Videokonferenz-Apps Sie sich entscheiden – Sie sollten sich auf jeden Fall mit den Pirvatsphäre-Einstellungen der Anwendung auseinandersetzen und sicherstellen, immer die neuste Version auf Ihren Geräten installiert zu haben. Wenn Sie wirklich auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie sich zudem ein Produkt wie Avira Free Security installieren, das Ihren PC mit einem ausgezeichneten Antivirus, VPN, Software Updater und mehr schützt.

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