Deutsche verlangen nach Internet-Polizei

Ein Großteil der Deutschen fühlen sich gegen Cyberangriffe schlecht gewappnet, der Ruf nach einen Internet-Polizei wird immer lauter.

Die Deutschen fühlen sich unsicher im Web und sind besorgt über die Sicherheitslage. Neun von zehn Internetnutzern (89 Prozent) sehen eine wachsende Bedrohung durch Internetkriminalität, so eine aktuelle Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom. Damit ist dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozentpunkte gestiegen. Viele von ihnen fühlen sich darüber hinaus schlecht gewappnet. So meinen zwei Drittel (65 Prozent), dass sie es gar nicht merken würden, wenn Dritte ihren Computer oder das Smartphone ausspionieren würden.  Das Gefühl trügt nicht. „Die Polizei verzeichnet jedes Jahr mehr Cyberdelikte. Internetkriminelle gehen immer trickreicher vor und gleichzeitig nimmt die Zahl der vernetzen Geräte ständig zu.“ so Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung.

Streife im Netz gefordert

Als Konsequenz fordern Onliner eine höhere Polizeipräsenz im Internet. Acht von zehn (81 Prozent) sind der Meinung, die Politik solle mehr Geld in spezielle Einheiten investieren, die gezielt gegen Cyberkriminalität vorgehen. Ins gleiche Horn bläst auch die Bitkom. „Wie im analogen Leben muss der Staat die Sicherheit seiner Bürger auch im Internet gewährleisten“, meint Dehmel. „Wenn die Gefährdung zunimmt, müssen auch die Ressourcen der Polizei für Online-Einsätze aufgestockt werden.“

Dabei gibt es bereits gesonderte Abteilungen der Polizei für Internet-Kriminalität, offenbar sind diese aber kaum bekannt. Jedes Bundesland verfügt sogar über eine eigene Abteilung für Internet-Delikte. Diese auf Cyber-Attacken spezialisierten Abteilungen sind besonders an allen Arten von Internet-Betrug interessiert. Darüber hinaus wollen sie helfen, Bürger zu schützen und Cyberhalunken das Handwerk zu legen. Wenn Sie also Betrugsversuche entdecken, sollten Sie diese der Online-Wache Ihres Bundeslandes melden:

Internet-Polizei
Mithilfe der Internet-Wachen übersenden Sie der Polizei unkompliziert Mitteilungen, Hinweise oder Anzeigen zu Straftaten, die kein sofortiges Tätigwerden der Beamten erfordern.

Online-Anzeige erstatten

Wenn Sie auf einen Internet-Betrüger hereingefallen und geschädigt worden sind, können Sie über diese Internetseiten auch Anzeige erstatten. Wichtig dabei ist, dass Sie genau schildern,

  • Was passiert ist
  • Wann es passiert ist (Datum und Uhrzeit)
  • Wo es passiert ist
  • Wer an der Straftat beteiligt war (Opfer, Zeugen und falls bekannt mutmaßlicher Täter)

Wenn möglich, fügen Sie Screenshots, Bilder, E-Mails, Rechnungen und andere Beweise an. Je genauer Ihre Angaben, desto besser die Chancen, dass die Polizei die Betrüger dingfest macht.  Geben Sie zudem stets Ihren vollständigen Namen samt Anschrift und Telefonnummer an, so dass Sie die Polizei Sie bei Rückfragen problemlos erreichen kann.