Aktualisiert: Deutsche Corona-App startklar – das müssen Sie wissen

Update 19.06.2020

Mittlerweile ist die Corona seit zwei Tagen herunterladbar und – zumindest bisher – relativ erfolgreich: Fast 10 Millionen Deutsche haben sie laut dem Robert Koch Institut bereits auf ihre Smartphones geladen. Das sind zwar immer noch wesentlich weniger als die 48 Millionen, die man laut Simulation theoretisch braucht, damit die App richtig wirkungsvoll ist, aber dennoch schon eine beachtliche Menge.

Auch die Bewertungen in den App-Stores sind größtenteils positiv, was sicherlich auch der Transparenz in der Kommunikation, der offenlegung des Quellquodes und der DSGVO-Konformität geschuldet ist. Vergleicht man sowohl die Anzahl der Dowloads als auch die Bewertungen mit denen der Nachbarländer, kann man sehen, wie wichtig das ist. Die französische App „StopCovid France“ etwa, wurde im Google Play-Store gerade einmal 500000 Mal heruntergeladen und mit 2,9 Sternen bewertet.

Doch wie bei so vielen Apps, die sich beim Start wie ein Lauffeuer verbreiten, ist Vorsicht angesagt: Gerade jetzt wollen Cyberkriminelle abkassieren und ihren potentiellen Opfern eine falsche App unterjubeln. Sollten Sie die deutsche Corona-Warn-App also noch nicht installiert haben (es aber tun wollen), müssen Sie sich ganz besonders in Acht nehmen. Wenn Sie diese 3 Tipps beherzigen, kann zum Glück aber kaum noch etwas schief gehen:

  • Wichtig ist, dass Sie sie die Corona-Warn-App nur aus den offiziellen App-Stores installieren. Für Android wäre das hier, für das iPhone hier.
  • Achten Sie darauf, dass der Herausgeber der App das Robert Koch Institut ist.
  • Haben Sie immer auch ein gutes Antivirusprogramm auf Ihrem Smartphone installiert, dass Sie zumindest vor digitalen Bedrohungen schützt

Originale News vom 15.06.2020

In anderen Ländern gibt es sie schon lange: Die Corona-App. Österreich, Frankreich, Italien, Norwegen – dort kann man sie sich bereits aufs Handy laden. Hier in Deutschland ist es nun diese Woche auch endlich soweit. Ab heute Abend soll sie in den Appstores von Apple und Android verfügbar sein, morgen dann offiziell an den Start gehen.

Corona-App – später aber sicherer

Dass es bei uns in Deutschland mit der App ein bisschen länger gedauert hat, hat einen Grund: Datenschutz. Die Art, wie mit den Nutzerdaten umgegangen werden sollte, hatte im Vorfeld für rege Diskussionen gesorgt. Während einige Politiker sich vehement für eine zentrale Datenspeicherung aussprachen, entschied sich die Bundesregierung letzten Endes für ein dezentrales Modell.

Bei der Entscheidung dazu dürften unter anderem die Richtlinien zur Veröffentlichung von Warn-Apps von Apple und Google geholfen haben, die man beachten sollte wenn man ihren bereitgestellten technischen Unterbau nutzten will:

  • Die App muss von oder für eine staatliche Gesundheitsbehörde erstellt werden
  • Sie darf nur zur Bekämpfung von COVID-19 eingesetzt werden
  • Man muss die Erlaubnis der Nutzer zur Benutzung der Warn-Schnittstelle erfragen
  • Man muss die Erlaubnis der Nutzer zur Übermittlung positiver Testergebnisse an Gesundheitsbehörden erfragen
  • Die App darf nicht auf allgemeine Ortungsdienste des Geräts (zum Beispiel GPS) zugreifen
  • Es darf nur eine solche App pro Land geben (beschränke Nutzung der Schnittstelle)

Wieso ist eine dezentrale Datenspeicherung wichtig?

Eine Avira-Umfrage bezüglich einer potentiellen Corona-App in den USA zeigt, wie wichtig es ist, dass man Vertrauenswürdig mit den Daten der Nutzer umgeht und dies auch richtig kommuniziert. So gaben ganze 71% der Befragten an, sie würde eine App zum Nachverfolgen von COVID-19 nicht nutzen – 44% davon würden dies aufgrund von Datenschutzsorgen ablehnen.

Corona-App: Nur 29% würden Sie nutzen

Besonders Gedanken machten sich die Teilnehmer darum, dass ihre Daten, Kontakte und andere Informationen zentral gespeichert werden könnten und dann die Regierung und andere Behörden darauf zugreifen könnten.

Travis Witteveen, CEO von Avira, sagt dazu: „Wir glauben, dass diese Umfrage ein eindeutiges Zeichen an Apphersteller und die Regierung ist. COVID-Apps können schon vor ihrem Start scheitern, wenn die Entwickler der Öffentlichkeit nicht mitteilen, wie sie die Privatsphäre der Nutzer schützen wollen.“

Deutsche Corona-App ist DSGVO-konform

Die deutsche App wurde von der SAP AG und der Deutschen Telekom entwickelt und soll Datenschutzrechtlich allen Anforderungen des DSGVO entsprechen: „Es gelten die allgemeinen Vorschriften der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ohne Wenn und Aber auch für die Corona-Warn-App. Deshalb sind alle datenschutzrechtlichen Fragen abgedeckt, und es gibt keine Veranlassung für ein spezielles App-Gesetz“, sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montagsausgabe)

Damit sich jeder davon überzeugen kann, wurde der Code zudem auf GitHub veröffentlicht und ist dort bereits seit einiger Zeit einsehbar. Damit wollen die Deutsche Telekom und SAP Transparenz zeigen und Bedenken sowie Sorgen wenn es um den Datenschutz geht vorbeugen.

So funktioniert die deutsche Corona-App

Zuerst einmal sollte man sich die App natürlich auf sein Smartphone laden. Wer ein geeignetes Gerät besitzt kann freiwillig entscheiden, ob die App drauf soll oder nicht – es gibt keinen Installationszwang.

Ist dies erledigt und die App eingestellt und aktiviert, misst sie über Bluetooth Low Energy ob sich Nutzer der App über einen Zeitraum von 15 Minuten näher als zwei Meter gekommen sind. Alle 2-5 Minuten werden dazu anonymisierte IDs ausgetauscht – ganz ohne Standortdaten. Die IDs werden für 14 Tage lokal gespeichert.

Wird nun ein Nutzer positiv auf COVID-19 getestet und gibt diesen Status in der App an (auch das erfolgt nur auf freiwilliger Basis) werden seine IDs an einen zentralen Server gesendet. Von dort aus werden sie regelmäßig mit den IDs auf den Geräten anderer Nutzer abgeglichen. Findet sich eine der IDs des erkrankten Nutzers auf einem anderen Phone wieder, erfolgt eine Warnmeldung.

Wie gut das alles letzten Endes wirklich funktioniert, wird man im Laufe der Zeit sehen. Damit die App nämlich so richtig wirkungsvoll sein kann, müsste sie laut Simulationen nämlich von 60%, also etwa von 48 Millionen Menschen in Deutschland installiert und genutzt werden.

PR & Social Media Manager @ Avira |Gamer. Geek. Tech addict.