Conan Exiles

Conan Exiles Early-Access Review: Willkommen in Hyboria

Open World Survival-Spiele wie ARK: Survival Evolved, Rust und 7 Days to Die nehmen in ihrer Beliebtheit momentan nur zu – es scheint als ob jeden Tag ein neues derartiges Spiel auf Steam veröffentlicht wird. Während die Settings sich mehr oder weniger voneinander unterscheiden, haben fast alle doch eine Sache gemeinsam: Sie wurden von Indie-Entwicklern entwickelt. Es war allerdings nur eine Frage der Zeit, bis zumindest einer der großen Publisher auch ein Stück vom Kuchen abhaben will. In diesem Fall ist es Funcom mit Conan Exiles – und es ist nach Age of Conan bereits das zweite Conan-Spiel dieser Spieleschmiede.

Was ist Conan Exiles?

Conan Exiles ist ein Fantasy Open World Survival-Spiel von Funcom und basiert auf der Conan-Franchise. Wenn ihr die Conan-Bücher kennt, wisst ihr was euch erwartet: ein unbarmherziges Ödland, massig barbarische Gegner und blutrünstige Götter – und wow, das Spiel tut alles, um genau diese Atmosphäre zu liefern (mehr dazu später)!

Wie bei den meisten Open World Survival-Spielen gibt es auch in Conan Exiles keine wirklich vorgegebenen Ziele oder Story – abgesehen davon, dass man überleben sollte. Es bleibt euch überlassen, was ihr tut. Ihr wollt euch mit anderen Spielern messen? Geht einfach auf einen der vielen offiziellen oder von Spielern kreierten PvP-Server. Ihr wollt eine coole Basis aufbauen und das Land erkunden? Kein Problem. Euer Ziel ist es, die ganze Bevölkerung Hyborias zu versklaven? Nun … das wird sicher nicht einfach, aber versuchen könnt ihr es ja!

Grausame Anfänge

Nachdem ihr euren Charakter erstellt habt – übrigens ein ziemlich detaillierter Prozess, bei dem ihr angefangen bei den Haaren, über die Augen, bis hin zur Größe der Geschlechtsteile alles anpassen könnt – findet ihr euch gekreuzigt in der Wüste wieder. Während ihr auf euren Tod wartet, seht ihr plötzlich Conan vor euch auftauchen, der euch vom Kreuz schneidet und sofort wieder verschwindet. Kein Wunder – er muss ja schließlich noch viele tausende Verbannte auf hunderten Servern befreien. 😉 Wie dem auch sei, ihr seid wieder auf euch selbst gestellt.

Jetzt liegt es an euch: Nur mit einem Trinkschlauch und mit einem Lendenschurz bekleidet (abhängig von euren Einstellungen) müsst ihr so schnell wie möglich die richtigen Prioritäten setzen. Vor allem die ersten paar Stunden können aufgrund der etwas steileren Lernkurve für neue Spieler etwas frustrierend sein. Der Tod kommt für einen Verbannten nämlich schnell und auf vielerlei Art: Hunger, Durst, andere Verbannte und so ziemlich jede Kreatur, der ihr begegnet.

Euer Zuhause, …

Um nicht gleich zu verhungern oder getötet zu werden, solltet ihr euch zuallererst einmal das Crafting-System anschauen, das euch erlaubt, so ziemlich alles zu bauen. Das fängt bei einfachen Klamotten aus Pflanzenfasern an und geht über Bettzeug, einen Unterschlupf und Werkzeugen bis hin zu Waffen. Je mehr ihr euch im Spiel weiterentwickelt, umso besser werden die Gegenstände, die ihr herstellen könnt. Mit jedem erworbenen Level könnt ihr nicht nur eure Stats wie Stärke, Belastung, etc. weiterentwickeln, sondern ihr schaltet gemäß eurer Bedürfnisse und eurem Spielstil auch neue Rezepte frei. Die Erfahrungspunkte, um euer Level weiter zu entwickeln, erhaltet ihr durch so ziemlich alles: Crafting, das Töten von Kreaturen oder auch einfach nur durch herumstehen (ja, es gibt tatsächlich auch Erfahrungspunkte, wenn ihr euch einfach nur im Spiel befindet).

Wenn ihr noch nie ein Open World Survival-Spiel gespielt habt, dann solltet ihr wissen: Crafting ist genau das, wo es interessant wird. Obwohl es eine Menge Ressourcen benötigt und sich schnell in einen Zeitfresser verwandeln kann, ist ein gutes Crafting-System genau das, was viele Spieler an einem Spiel wie Conan anzieht. Das derzeitige System finde ich ziemlich einfach gehalten, dafür ist es unglaublich funktionell: Man kann ein Fundament bauen, Mauern mit und ohne Fenster, verschiedene Dächer und andere vorgegebene Teile, die euch erlauben, euer Zuhause aufzubauen. Diese Teile rasten einfach und logisch ineinander ein: Ihr könnt nicht zuerst mitten in der Wüste eine Mauer bauen, ohne dass bereits das Fundament existiert; ihr könnt auch kein Dach bauen, ohne dass die Mauern gebaut wurden etc. Für ein Early-Access-Spiel funktioniert das alles relativ reibungslos und fast ohne Probleme. Das Einrasten stellt sicher, dass ihr nicht durcheinander kommt und hilft dabei, das Bauen so einfach wie nur möglich zu gestalten. Je weiter man im Craftingbaum voranschreitet, umso mehr Gebilde und Materialien sollten einem zur Verfügung stehen, was wiederum noch interessantere Gebäude ermöglicht.

Beim Crafting geht es allerdings nicht nur darum, euer Zuhause aufzubauen, sondern auch Waffen, Werkzeuge, Öfen, Betten, … ihr seht, wo das hinführt. Einige Sachen können ohne die Erfüllung von Vorbedingungen nicht gebaut werden und den kompletten Crafting-Baum freizuschalten, erfordert einiges an Zeit (und ist mit der Levelbegrenzung von 50 momentan auch nicht möglich)

… eure Leibeigenen, …

Conan hat mal gesagt, das Beste für einen Mann sei: „Zu kämpfen mit dem Feind! Ihn zu verfolgen und zu vernichten! Und sich zu erfreuen an dem Geschrei der Weiber!“ und das ist definitiv eins der Prinzipien des Spiels. Das Kämpfen nimmt einen großen Teil des Gameplays ein und ist genauso blutig, wie man es sich für ein Conan-Spiel vorstellt. Eure toten Feinde fallen vor euren Augen in sich zusammen, während ihre Körperteile durch die Gegend fliegen, sie entzweit werden und den trockenen Sand mit ihrem Blut tränken.

Solltet ihr befürchten, dass euch irgendwann die Feinde ausgehen, wenn ihr alles kurz und klein schlagt, dann könnt ihr beruhigt sein: Alles und jeder möchte euch einfach nur tot sehen. Die KI ist recht einfach gestrickt. Während es recht unterschiedlich ist, wie nah ihr an einen Gegner könnt bevor er euch angreift, werden Kleinvieh wie auch Menschen stets solange versuchen euch zu töten, bis einer von euch zu Boden geht. Sie werden nicht flüchten, selbst wenn sie merken, dass sie auf der Verliererseite stehen. Sie werden nicht aufhören, euch anzugreifen und sie werden auch nicht um Gnade betteln. Sie rufen aber auch ihre Kameraden nicht um Hilfe. Ich hoffe sehr, dass das noch gepatcht und wesentlich raffinierter umgesetzt werden wird. Die Chancen dafür stehen gut, denn Patches sowie Fehlerbehebungen erscheinen sehr oft und das Spiel hat seine Entwicklungskosten schon lange wieder reingeholt. Versteht mich nicht falsch, die Kämpfe machen viel Spaß, weisen ein hohes Tempo auf und sind sehr zufriedenstellend (vor allem, nachdem man für die erste Stunde des Spiels fast ausschließlich Beute war).

Die barbarischen Einwohner sind noch für andere Sachen gut, als nur zum Töten. Sobald ihr im Skillbaum weit genug fortgeschritten seid, könnt ihr Werkzeuge bauen und die Einwohner gefangen nehmen, ihren Willen brechen und zu euren ergebenen Sklaven machen, die alles für euch tun würden. Nun ja, zumindest im Rahmen ihrer vorgegebenen Berufe und ihres Ranges. Es ist ein cleveres System, dass euch wirklich das Gefühl gibt, der Lord eurer Welt zu sein – und zusätzlich gibt es euch auch noch einzigartige Vorteile. Tänzer sorgen zum Beispiel dafür, dass Verderbnis entfernt wird und buffen euch, Kämpfer verteidigen im Falle eurer Abwesenheit euer Zuhause und Rüstungsmacher ermöglichen euch den Zugriff auf Rezepte, die ihr ohne sie nicht herstellen könntet.

… eure Götter

Als ob es noch nicht genug wäre, eure Festung aufzubauen und die anderen Barbaren zu versklaven, so könnt ihr – während der Charaktererstellung – auch einen Gott auswählen, dem ihr folgen möchtet. Es scheint bisher eine eher nebensächliche Option zu sein und ist auch nicht unbedingt die spannendste Spielmechanik, fügt dem Spiel jedoch eine extra Portion Härte und Grausamkeit hinzu. Mit Chrom, Mithra, Yog und Set solltet ihr definitiv keine Späße treiben. Mit Ausnahme von Chrom, dem ihr so ziemlich egal seid, sind sie genauso brutal und blutrünstig wie das Land, in dem ihr lebt. Sie wollen eure Hingabe in Form von Menschenopfern, Seelen oder der Hinwendung eures Charakters zum Kannibalismus (Bäääh!). Im Austausch geben sie euch ihren Segen – was wiederum den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen kann.

Gedanken zum Spiel

Nachdem ich mich an die exzessive Gewalt im Spiel gewöhnt hatte, konnte ich die wunderschöne Landschaft und die Reibungslosigkeit, mit der das Spiel bereits in der frühen Early Access-Phase läuft, genießen. Gerade letzteres ist etwas, das man so normalerweise eher nicht erlebt.

Conan Exiles bietet auch schon jede Menge Features, die vielversprechend und cool aussehen und die es wert sind, näher erforscht zu werden. Dennoch: Das Spiel befindet sich derzeit noch in einem sehr frühen Early-Access-Stadium. Während schon sehr viele Features vorhanden sind, fehlt es ihnen merklich an Feinschliff und Tiefe. Vieles fühlt sich auch noch unfertig an und man stolpert oft genug über den ein oder anderen Bug.

Ich denke, dass Conan Exiles ein erstklassiges Spiel werden kann. Funcom hat ein sehr gutes und solides Grundgerüst gelegt. Gelingt es ihnen darauf aufzubauen und die Features, die bereits im Spiel sind, zu erweitern und zu verfeinern, wird es sicher aus der Masse der anderen Open World Survival-Spiele hervorstechen können. Kommende Features, wie Mounts, Kriegsführung mit Belagerungstaktiken und Siedlungen überzeugen mich, dass sie genau das getreu dem Motto „Make Conan great again!“ vorhaben.

TL;DR

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Conan Exiles wurde von Funcom entwickelt und steht derzeit als Early-Access-Titel auf Steam zur Verfügung. Es kann sowohl als Einzelspieler wie auch im Mehrspieler-Modus lokal wie auch auf öffentlichen Servern gespielt werden.

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