Was sind Clickbaits und können sie gefährlich sein?

„Cyber-Sicherheitsexperten entsetzt! Mit diesem einfachen Trick können Sie sich vor Clickbaits schützen!“ So oder ähnlich würde es lauten, wenn wir versuchen würden, Sie mittels Clickbaiting dazu zu bringen, unseren Blog-Artikel zu lesen. Und Ihnen dann seitenlang nichts weiter zu berichten hätten, als dass Sie reißerisch formulierte Schlagzeilen einfach nicht anklicken sollten. Doch natürlich erfahren Sie hier deutlich mehr über Clickbaits und die damit verbundenen Gefahren – und wie Sie sich mit Avira Secure Browser davor schützen können. Versprochen!

Was ist Clickbaiting?

Bestimmt ist es auch Ihnen schon passiert: Sie haben auf eine vermeintlich interessante Schlagzeile geklickt, weil Sie wissen wollten, was sich hinter der spektakulären Überschrift verbirgt. Bis Sie die völlig unspektakuläre Auflösung der angekündigten Geschichte erfahren haben, mussten Sie allerdings gefühlt hundert Mal auf „weiter“ und sich durch fast ebenso viele Werbeanzeige klicken. In diesem Fall sind Sie auf klassisches Clickbaiting hereingefallen.

Clickbait bedeutet auf Deutsch „Klick-Köder“ und bezeichnet reißerisch formulierte Headlines und Teaser (kurze Text- und Bildelemente), die die Aufmerksamkeit des Internetpublikums erregen sollen. Die Leser sollen dazu verleitet werden, einen Artikel, einen Listicle (Artikel in Aufzählungsform), ein Video oder eine Bildergalerie anzuklicken – und möglichst auch zu liken, zu kommentieren, zu teilen oder weiterzuleiten.

Beim Clickbaiting handelt es sich meist um eine Marketing-Strategie, bei der es den Erstellern darum geht, den Traffic auf ihrer Webseite zu erhöhen und die Reichweite von Inhalten zu maximieren. Denn je mehr Seitenbesuche und Interaktionen sie auf ihrer Webseite verzeichnen und je höher die Verweildauer der Nutzer ist, desto mehr Werbeanzeigen können sie schalten und desto mehr Geld verdienen sie.

Manchmal dient Clickbaiting jedoch nicht nur der Generierung von Klicks, sondern auch der Gewinnung von Abonnenten. In diesem Fall befinden sich die per Clickbait-Überschrift beworbenen Inhalte hinter einer Paywall (Bezahlschranke) und der Zugang ist nur nach Abschluss eines kostenpflichtigen Abonnements möglich.

Clickbait-Methoden und -Strategien

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Clickbaiting. Bei der ersten werden „faire“ bzw. „ethische“ und bei der zweiten manipulative, meist irreführende Clickbaits verwendet. Denn auch seriöse Medien, Webseiten und Content Creatoren versuchen natürlich, ihre Überschriften so zu gestalten, dass sie das Interesse und die Neugier der Leser wecken. Im Gegensatz zu den „schlechten“ irreführenden Clickbait-Artikeln halten die entsprechenden Inhalte jedoch das, was die Headline verspricht, und sie sind qualitativ hochwertiger – auch wenn die Überschriften clickbait-typische Elemente verwenden und überspitzt formuliert sind.

Grundsätzlich ist der Begriff Clickbait jedoch negativ konnotiert und wird hauptsächlich für Teaser und Thumbnails (kleine Vorschaubilder) verwendet, die zu Inhalten führen, die keinen informativen Mehrwert bieten oder wenig bis gar nichts mit dem angekündigten Thema zu tun haben. Oft ist der entsprechende Inhalt auch auf mehrere Einzelseiten verteilt, um die Klickzahlen zu erhöhen.

Meist sind die verlinkten Artikel von geringer journalistischer Qualität und teilweise sogar frei erfunden, also reine Fake-News. Zusätzlich werden diese immer häufiger mit KI-generierten Bildern unterfüttert – in manchen Fällen sogar mit Deepfakes, zum Beispiel in Form gefälschter Videos oder manipulierter Bilder von Prominenten.

Clickbaits können auch zu Produktseiten oder pseudoredaktionellen Inhalten führen, die Produktempfehlungen oder -platzierungen enthalten und beispielsweise Diätpillen, Anti-Aging-Cremes, Nahrungsergänzungsmittel oder dubiose Investment-Plattformen bewerben.

Üblicherweise sind die Clickbaits in einem redaktionellen Umfeld eingebettet und erscheinen zum Beispiel auf Nachrichtenseiten unter einem Artikel, meist als empfohlene Artikel, Sponsored Content oder Outbrain-/Taboola-Anzeigen. Und natürlich sind Clickbaits auch auf Social-Media-Plattformen wie Facebook und YouTube allgegenwärtiger Bestandteil der Aufmerksamkeitsökonomie, wobei die meisten Plattformen schon lange dagegen vorgehen.

Clickbait-Merkmale

Clickbaits verwenden bestimmte Formulierungen, Schlüsselwörter, Phrasen und sprachliche Stilmittel und sind meist relativ leicht zu erkennen.

Die Überschriften

Clickbait-Beispiele

Der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Internetnutzer und die Jagd nach Klickzahlen treiben immer seltsamere Blüten, wie einige Clickbait-Beispiele beweisen. Denn in der Flut digitaler Inhalte braucht es immer extremere Reize, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das führt dazu, dass Clickbait-Überschriften immer dramatischer, kurioser und absurder werden.

„Diese Frau hat ein Geheimnis gelüftet – Sie werden schockiert sein und DAS nie wieder tun.“

„Dieses Kind wollte einfach nur im Garten spielen – doch was dann geschah, wird deine Sicht auf Gärten FÜR IMMER verändern.“

„Sie werden nicht glauben, wie [Prominenter XY] heute aussieht.“

„Sie brachte ihr Baby zur Welt – was dann geschah, brachte alle zum Weinen.“

„Ärzte sprachlos: Dieses Hausmittel vernichtet Bauchfett über Nacht!“

„Mit diesem einfachen Trick sparen Sie jeden Monat 300 Euro (genial!).“

„Schockierend: Das Geheimnis, das dir deine Ärzte nicht verraten wollen.“

„Banken hassen ihn – mit diesem Trick wurde ein Familienvater über Nacht zum Millionär.“

„Diese 5 Lebensmittel ruinieren Ihre Gesundheit. Nummer 3 wird Sie sprachlos machen!“

Warum funktionieren Clickbaits so gut?

Auch wenn die Bezeichnung vergleichsweise neu ist, gibt es das hinter Clickbaiting stehende Prinzip nicht erst seit Beginn des Internetzeitalters bzw. des Aufkommens von Online-Journalismus. Schon die frühe Boulevardpresse um 1900 nutzte aufmerksamkeitsstarke Schlagzeilen auf ihren Titelseiten, um Kunden zum Kauf ihrer Zeitungen zu bewegen.

Denn die Clickbaits schaffen einen sogenannten „curiosity gap“ bzw. „information gap“, das heißt eine Neugier- bzw. Wissenslücke, die der Leser unbedingt schließen möchte – ähnlich wie bei einem Serien-Cliffhanger. Teilweise rechnet er sogar damit, dass er vom darauffolgenden Content enttäuscht wird – und klickt trotzdem. Zudem machen sich Clickbaits auch das FOMO-Phänomen (Fear Of Missing Out) zunutze, also die Angst, etwas zu verpassen – vor allem, wenn es sich um Informationen handelt, die das eigene Leben verbessern könnten.

Auch andere psychologische Mechanismen wie kognitive Dissonanz spielen eine Rolle: Wenn eine Schlagzeile etwas behauptet, das im Widerspruch zu unseren bisherigen Erfahrungen oder Erwartungen steht, verspüren wir einen inneren Drang, die Information zu überprüfen.

Darüber hinaus bedienen sich Clickbait-Überschriften häufig emotionalisierender Sprache, um die Aufmerksamkeit der Leser zu steigern. Wörter wie „unglaublich“ und „schockierend“ oder Formulierungen wie „du wirst nicht glauben, was dann passiert“ lösen eine sofortige emotionale Reaktion aus, was die Wahrscheinlichkeit eines Klicks deutlich erhöht. Emotionale Inhalte aktivieren das limbische System, also den Teil unseres Gehirns, der für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist. Wenn ein Clickbait dieses System anspricht, reagieren wir schneller und impulsiver – oft bevor wir den Inhalt kritisch hinterfragen.

Sind Clickbaits gefährlich?

In den meisten Fällen sind Clickbaits nicht gefährlich, sondern stehlen nur Ihre Zeit. Einige Cyber-Kriminelle nutzen Clickbaits jedoch, um neugierige Nutzer auf Webseiten zu leiten, die mit Malware infiziert sind. Diese kann zum Beispiel in einem kostenlosen Download versteckt sein oder bei einem Drive-by-Download automatisch und daher unbemerkt auf ein Gerät gelangen.

Eine Gefahr stellen Clickbaits auch dann dar, wenn sie in betrügerischer Absicht eingesetzt werden und zu Angeboten führen, die hohe Gewinne durch Bitcoin-Investments oder Ähnliches versprechen. Häufig werden diese Angebote auch im Namen von Prominenten beworben, die damit in Wirklichkeit jedoch nichts zu tun haben. Die Clickbait-Betrüger versuchen, die Nutzer durch die falschen Gewinnversprechen dazu zu bringen, sich auf einer gefälschten Investment-Plattform zu registrieren und dort zu investieren. Anschließend werden anhand gefälschter Dashboards die bereits erzielten Gewinne angezeigt, die jedoch nicht wirklich existieren.

In diesem Fall spricht man auch von Social Engineering – einer Betrugsmethode, die psychologische Manipulationstechniken nutzt und auf menschliche Schwachstellen abzielt.

Wie kann man sich vor Clickbait-Gefahren schützen?

Sie wissen nun also, woran Sie Clickbaits erkennen und wie Sie vermeiden können, den Köder zu schlucken. Doch woher wissen Sie im Zweifelsfall, ob die Seite, auf die Sie geführt werden, harmlos oder gefährlich ist? Überprüfen Sie die Webseite wie in unserem Artikel dazu beschrieben oder – noch besser – lassen Sie die URL automatisch überprüfen, was deutlich bequemer, verlässlicher und effektiver ist.

Der kostenlose Avira Secure Browser zum Beispiel nimmt Ihnen die Arbeit ab und hilft Ihnen, schädliche Webseiten, Werbeanzeigen und Downloads zu blockieren. Dabei werden nicht nur bekannte Bedrohungen, sondern auch neue oder bisher unentdeckte Gefahren identifiziert. Beim Aufruf einer URL wird diese mit einer umfangreichen Liste schädlicher Seiten abgeglichen und zusätzlich auf potenziell schädliche Inhalte überprüft. Im Gegensatz zu herkömmlichen Browsern verfügt der Browser von Avira zudem über diverse Funktionen, mit denen Sie Ihre Online-Privatsphäre besser schützen können. Ein Umstieg lohnt sich also – nicht nur zum Schutz vor Clickbait-Gefahren.

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