BMW: Can passion ever be truly autonomous? BMW: Kann Leidenschaft sich jemals selbstständig machen?

BMW: Kann Leidenschaft sich jemals selbstständig machen?

Kann BMW die Leidenschaft seiner Kunden für ihre Fahrzeuge aufrecht erhalten, wenn die Fahrzeuge selbstständig fahren? Der Automobilhersteller setzt darauf, dass das Merkmal für Geschwindigkeit auch auf autonom fahrende Autos übertragen werden kann. Sie setzen so stark darauf, dass sie in Münchens Innenstadt ein neues Zentrum für autonome Autos eröffnen und diese dort testen werden. Diese Autos konzentrieren sich gänzlich auf das „selbstständige Fahren“ und verschieben die Frage nach Plug-in-Hybrid oder auch Elektrofahrzeugen auf später.

„Das unmittelbare Anlassen von elektronischen Fahrzeugen passt perfekt zum puren Fahrvergnügen (von BMWs) und unsere Kunden werden sich immer entscheiden können, ob sie selbst fahren oder gefahren werden möchten.“, erklärt BMW CEO Harald Krueger der Automotive News Europe.

Was ist eigentlich ein BMW?

Ein BMW, oder besser ein Produkt der Bayerischen Motoren Werke, ist nicht nur ein Fahrzeug. Hier geht es um Geschwindigkeit, Leistung und – eher mehr als weniger – um die innere Einstellung und das Lebensgefühl. Mit dem Einsteigen in einen BMW können Sie durch die Sahara schießen, auf Alpenstraßen um die Ecke flitzen oder ein Modestatement auf der Rennbahn Iffezheim setzen. Bei BMW-Fahrzeugen, egal ob es sich dabei um einen Mini oder einen repräsentativen Rolls Royce handelt, geht es nicht darum, einfach nur von A nach B zu gelangen. Andere, weitaus niedrigpreisigere Fahrzeughersteller, machen das, indem sie Lenkräder am Fließband herstellen lassen.

Beim Markenbild von BMW geht es um das pure Fahrvergnügen. Selbst Fahrer, die eher seltener auf der Straße unterwegs sind, sind in der Lage, diese Atmosphäre einzuatmen – und sie sind auch bereit, für dieses Privileg zu bezahlen. Die Frage ist natürlich auch, ob diese Fahrer willig wären, sich einfach nur zurück zu lehnen und dieses Fahrvergnügen auszukosten, wenn sich hinterm Lenkrad ein Computer mit künstlicher Intelligenz um das Fahren kümmert. Die offizielle Position des Automobilherstellers sagt, dass es keinen Konflikt zum Markenbild vom „puren Fahrvergnügen“ gibt. Aber ja, bitte machen Sie sich keine Sorgen um die Antriebsaggregate.

Nur leicht elektrifiziert – aber weiterhin elektrifizierend

Die Neuausrichtung auf selbstständig fahrende Autos statt auf elektronische Fahrzeuge könnte eine extrem schlaue Entscheidung sein. BMW plant derzeit 2017 rund 100.000 Plug-in-Hybrid- und elektronische Fahrzeuge zu verkaufen. Das hört sich nach wenig an, entspricht aber der Anzahl der verkauften elektronischen Fahrzeuge der letzten drei Jahre. Global gesehen ist das allerdings ein Tropfen auf den heißen Stein, da der Automobilhersteller rund 2,2 Millionen Fahrzeuge im Jahr verkauft.

Obwohl die Verkaufszahlen sehr gering ausfielen, befinden sich im elektronischen Produktportfolio des Automobilherstellers der vollelektronische i3 sowie sechs andere Plug-in-Hybride, die sowohl einen Verbrennungsmotor wie auch einen elektronischen Motor unter der Haube haben. Nächstes Jahr soll die Plug-in-Hybrid-Version des Mini Countryman SUVs veröffentlich werden. Weitere Modelle sollen in den kommenden Jahren folgen. Das Ziel von BMW ist es, dass elektrifizierte Fahrzeuge ca. 15-20 Prozent der globalen Verkäufe ausmachen.
Obwohl elektronische Fahrzeuge als die Zukunft gelten, werden weder bei BMW noch bei anderen Herstellern besonders viele davon verkauft. Zumindest nicht genügend, um die Rechnungen des Automobilherstellers zu bezahlen. Die Lösung von BMW ist nun, das Dilemma um die Antriebsaggregate zu umgehen und sich auf autonom fahrende Autos zu konzentrieren. Mit anderen Worten, sie wissen noch nicht, wie ihr zukünftiges Fahrzeug angetrieben wird, sie wissen nur, dass der Fahrer nicht mehr alle Entscheidungen treffen muss.

Lasst uns den Trip und das Bier teilen

Mit DriveNow hat BMW einen Hit ausgelöst; der „Bezahl-pro-Minute“-Fahrservice kommt richtig gut an. Er ist die evolutionäre Weiterentwicklung zwischen einer Mitfahrgelegenheit und einem autonomen Fahrzeug. Der Automobilhersteller weiß, wie man trendige Fahrten anbietet – ganz ohne die traditionelle Autobesitzerfahrung.

Außerdem kennen sie München. Es ist kein Versehen und auch keine Einsparungsmaßnahme, dass ausgerechnet München für diese Tests ausgewählt wurde – die Stadt ist einer der teuersten Orte in Europa. Natürlich kennt man München auch wegen der dreischiffigen Frauenkirche und durch das jährliche Oktoberfest. Aber noch wichtiger ist, dass es das Hauptquartier und Zuhause von BMW ist und dass hier auch die 200 Millionen teure und schimmernde BMW-Welt steht.

Fühlen Sie die Leidenschaft?

Die BMW-Welt, die von der österreichischen Agentur Coop Himmelb(l)au gestaltet wurde, zeigt die Fahrzeuge, die die Leidenschaft für Autos in allen Formen wecken. Zu sehen gibt es die neusten BMW-Modelle: Ein Portfolio, das Motorräder, die normalen BMW-Fahrzeuge, die schicke Mini-Produktpalette und ganz diskret, hinter einem Samtseil geparkt, einen Rolls Royce beinhaltet. Und es gibt noch mehr! Es gibt auch die neusten elektronischen und autonomen Fahrzeuge zu sehen. Wenn man sich von den Fahrzeugen abwendet und die Besucher beobachtet, wird schnell klar, dass der endlose Strom an Selfies ein Schlüsselelement für den Erhalt der Leidenschaft und des „Muss ich haben“-Gefühls darstellt. Bisher hat BMW sein Markenbild als „pures Fahrvergnügen“ sehr fein geschliffen und kann dieses auf jede Form der privaten Mobilität anwenden. Bei den neusten Entwicklungen bleibt es abzuwarten, ob ein selbstständiger Computer im Auto diese Leidenschaft weiterhin bieten kann.

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As a PR Consultant and journalist, Frink has covered IT security issues for a number of security software firms, as well as provided reviews and insight on the beer and automotive industries (but usually not at the same time). Otherwise, he’s known for making a great bowl of popcorn and extraordinary messes in a kitchen.