Alternative Reiseführer: Baedeker reloaded

Wer heute in Innenstädten, Cafés oder Flughäfen die allgegenwärtigen Tablets und Phablets sieht, kann sich gar nicht vorstellen, dass noch vor wenigen Jahren ein paar Kilo gedrucktes Papier zur Standard-Reisebegleitung gehörten. Neben der Urlaubslektüre war auch ein Reiseführer immer mit von der Partie. Heute übernimmt diese Aufgabe meistens eine zum Reiseziel passende App. Weniger Gewicht, Video- und Audio-Material, ständige Aktualisierungen – der digitale Baedeker hat durchaus Vorteile. Was er allerdings genauso wenig verhindert wie die gedruckte Version, sind die Touristenballungen an den gelisteten Hot-Spots. Manche Sehenswürdigkeiten sind wirklich sehenswert, andere landen eher aufgrund des Gruppenzwangs in der To-Do-Liste.

Auswahl für alle

Es geht auch anders, denn neben den klassischen Reiseführern von Lonely Planet, Marco Polo und eben auch Baedeker existieren zahlreiche Alternativen, mal nur für eine kleine Zielgruppe interessant und mal für die breite Masse – nur mit anderen Schwerpunkten. Immer beliebter werden Informationen von Einheimischen, den Locals. Spotted by Locals ist so ein Angebot, dass vor allem in Europa und den USA vertreten ist. Neben den Apps für iPhone und Android gibt es sogar PDF-Versionen, dann fällt der Umstieg vom gedruckten Reiseführer nicht ganz so schwer. Interessant können auch spezifische Gruppen bei Facebook sein, für praktisch jede Region oder Stadt gibt es mittlerweile eigene Gruppen, in denen man Fragen stellen und Tipps bekommen kann. Speziell für Jugendherbergen gibt es die App Hall Ways, mit der man über Facebook sieht, wer sich zur gleichen Zeit im Hostel befindet. Viele Reiseziele werden auch von ihren Bewohnern selbst mit Apps bedacht, beispielsweise Auckland Insider (iPhone, $2,99). Hier hilft die Suche in den App-Stores von Google und Apple nach passenden Angeboten.

Tradition mit Clou

Quasi-Local sind Mischungen aus kommerziellem Angebot und Nischenangeboten oder ausgewählten Partnern von Ort, wie sie GetYourGuide anbietet. Zwar stehen in den Angeboten für die Reiseziele wie Barcelona klassische Sightseeing-Optionen, die sind aber oft mit einem Clou verbunden. Vorreservierte Karten für die Kirche Sagrada Familia beispielsweise, so dass das Anstehen vor Ort wegfällt. Oder ein privater Kochkurs und eine Tour über die Märkte Barcelonas. Nicht wirklich alternativ sind die mittlerweile zahlreichen Bewertungsplattformen, die auf die eine oder andere Weise auch als Reiseführer agieren. TripAdvisor (iOS, Android) ist sicherlich einer der größten Anbieter, ebenso wie von Yelp (iOS, Android) oder Travelocity (iOS, Android). Reiseanbieter sind auch mit von der Partie, deren Angebote haben den Vorteil, dass sie in der Regel kostenlos sind und auch Ziele abseits der international ausgetretenen Pfade beschreiben. In Deutschland hat Thomas Cook beispielsweise zusammen mit Travelguide ein recht vielschichtiges Angebot, in dem auch Stuttgart und die Insel Usedom vorkommen.

Viele Spezialangebote im Netz

Wer nicht nur von einem Denkmal zur nächsten Kirche ziehen will, findet ebenfalls digitale App-Unterstützung. Es gibt fast unüberschaubar viele Sonderziel-Apps, für die besten Restaurants (Foodspotting), Brauereien in Amerika (BreweryMap), Denkmäler in England (Heritage App) und natürlich für Wi-Fi Hot-Spots (Wi-Fi Finder), damit man die aktualisierten Tipps der Mitreisenden sofort sehen kann.

PR & Social Media Manager @ Avira |Gamer. Geek. Tech addict.