Achtung: Kostenlose VPNs verkaufen private Daten!

Um die eigenen Daten zu schützen und einfach unerkannt im Internet zu surfen, nutzen Millionen Anwender weltweit ein Virtual Private Network, kurz VPN.  Bei den VPN-Diensten gibt es aber wie überall gute und vor allem auch böse Anbieter, die es mit dem Schutz der Nutzerdaten nicht ganz so genau nehmen.

Die Machenschaften der VPNs

Vor einigen Wochen hat The Best VPN in Folge einer Recherche herausgefunden, dass 26 von 117 VPNs heimlich die Daten ihrer Nutzer speichern – obwohl sie auf ihren Webseiten etwas anderes behaupten. Doch das ist noch nicht alles.

The Best VPN hat sich noch weiter mit dem Thema beschäftigt und dank der vor Kurzem durchgesetzten Datenschutz-Grundverordnung  genau untersucht, wie einige der VPN-Dienste die von ihnen gesammelten Daten nutzen. Das Ergebnis ist ziemlich ernüchternd: Vor allem kostenlose Anbieter verkaufen sie mehr oder weniger an den Höchstbietenden.

Sollte so etwas nicht illegal sein?

Genau gesehen ist das, was die Firmen tun, nicht illegal. In ihren AGBs gibt es nämlich Angaben darüber, was mit den Daten genau gemacht wird. Leider werden die Geschäftsbedingungen beim Erstellen des Accounts oft übersprungen, was dazu führt, dass für so manch einen ein ganz normaler Internetprovider sicherer wäre, als der genutzte kostenlose VPN.

Die unter die Lupe genommenen Anbieter sind übrigens nicht alle unbekannt – ganz im Gegenteil! Hotspot Shield, Hola und Betternet zum Beispiel, sind VPNs die viele Millionen Nutzer haben. Ein genauerer Blick offenbart ihre Praktiken:

  • Hotspot Shield verkauft Nutzerdaten und injiziert per JavaScript iframes in abgerufene Webseiten, um Werbung einzublenden, die sonst nicht da wäre. E-Commerce-Anfragen werden zudem aktiv auf Partnerdomains umgeleitet.

    Bild: thebestvpn.com
    Bild: thebestvpn.com
  • Hola ist ein VPN, der durchaus schon von sich reden gemacht hat, denn die Firma verkauft die Bandbreite der Kunden. Nutzer, die diese kaufen (zum Beispiel über den zusätzlichen kostenpflichtigen VPN-Service des gleichen Anbieters) könnten online wer weiss was für illegale Dinge anstellen – Sie wären aufgrund der IP-Adresse der Sündenbock. Nicht. Cool.

    Bild: thebestvpn.com
    Bild: thebestvpn.com
  • Betternet trackt und loggt die Daten und erlaubt ihren Werbekunden das gleiche zu tun. Das hört sich gar nicht so schlimm an, bis man herausfinden wie viele Tracker dafür eingesetzt werden: Ganze 14 und so am meisten von allen kostenlosen Anbietern.

    Bild: thebestvpn.com
    Bild: thebestvpn.com

Das Drama setzt sich auf der Liste noch ein ganzes Stück fort, und wenn Sie einen kostenlosen VPN nutzen, sollten Sie auf jeden Fall mal raufschauen.

Es gibt Alternativen

Letzten Endes machen diese Methoden auf eine schreckliche Art und Weise sogar irgendwie Sinn. Ohne eine Möglichkeit Geld zu machen – schließlich ist das Angebot ja kostenlos – müssen die Anbieter einen anderen Weg finden in den schwarzen Zahlen zu bleiben. Server, Datenverkehr, Angestellte, das alles will schließlich irgendwie bezahlt werden. Besser macht es die ganze Geschichte freilich nicht.

Wenn Sie also dazu bereit sind, dass Ihre Daten (und teilweise auch Ihr Datenverkehr) wer weiß wo landen – nur zu, greifen Sie weiter zu einem solchen kostenlosen VPN, aber behaupten Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt.

Das Gute ist es gibt Alternativen, die, wenn Sie mit gewissen Einschränkungen leben können, sogar kostenlos sind.

 

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PR & Social Media Manager @ Avira |Gamer. Geek. Tech addict.