5 Tipps gegen Identitätsdiebstahl im Internet

Frage: „Immer lese und höre ich in den Medien von Identitätsdiebstahl. Letztlich ging es um einen Fall, wie Cyberkriminelle mit dem Namen und den Kreditkartendaten einer Frau auf Shopping-Tour im Internet gingen. Der Schaden ging in die Tausende. Die Polizei konnte wenig ausrichten mit der Folge, dass die Betrüger die Identität der Frau weiterhin missbrauchen. Was ich mich daher frage: Wie kann ich mich einerseits vor Identitäts-Missbrauch und andererseits vor dem Missbrauch meiner Kreditkarte schützen?“

Antwort: Egal ob Sony, BMW, Mitfahrzentrale, Facebook oder British Airways: Nachrichten über gestohlene Kundendaten gehören inzwischen zu den News wie neue Zahlen zu COVID 19 – nichts Außergewöhnliches. Das Gefühl, dass man persönlich nicht betroffen sei, ist dabei ein gefährlicher Trugschluss. Nur drei Beispiele: Hacker drangen 2018 in das Reservierungssystem von Marriott ein und konnten auf 500 Millionen private Informationen von Hotelgästen zugreifen, darunter Namen, Adressen, Kreditkartennummern und Telefonnummern. Bis April 2019 lagen mehr als 540 Millionen Facebook-Nutzerdaten auf ungeschützten Servern. Bis Mail 2019 lagen 885 Millionen sensible Finanzdokumente des US-Finanzdienstleisters First American ebenfalls auf öffentlich zugänglichen Servern, auf die jeder zugreifen konnte. Sozialversicherungsnummern, Steuerdokumente und weitere persönliche Informationen waren jahrelang einsehbar. Wie hoch die Dunkelziffer an Datenlecks aber tatsächlich ist, wagen selbst Experten nicht einzuschätzen. Kurzum: Private Daten sind in Händen von Unternehmen unsicher. Die Gründe sind menschliches Versagen, Profitgier und schwache Sicherheitsvorkehrungen.

Identität schützen generell schwierig

Bedeutet: Grundsächlich ist es als Internet-Nutzer schwierig bis unmöglich sich wirkungsvoll vor Identitätsdiebstahl zu schützen. Denn auf der einen Seite sind Daten, die Sie bei Unternehmen beim Anlegen eines Nutzerkontos hinterlegen, offenbar nicht immer in sicheren Händen und auf der anderen Seite kann jeder, der Ihren Namen kennt und sich über Sie informiert, im Internet unter Ihrem Namen auftreten. Schließlich findet eine echte Identitätsprüfung – wie bei der Eröffnung eines Bankkontos – so gut wie nie statt.

Tipps gegen Identitätsdiebstahl

Viele Surfer machen es Betrügern allerdings auch viel zu einfach und veröffentlichen im Internet private Daten wie postalische Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder sogar Informationen zu Krankheiten und Beziehungsstatus. Kriminelle nutzen solche Informationen für eine Vielzahl von Betrügereien, Programme sammeln E-Mail-Adressen zum Versand von Werbe- und Betrugs Mails und Datensammler nutzen die Informationen zum Anlegen von Datenprofilen. Geben Sie also nur wenn es absolut nötig ist private Informationen im Internet preis. Kaufen Sie zudem in Online-Shops, wenn möglich als Gast ein und melden sich nur da mit Ihrem echten Namen an, wo es unbedingt nötig ist. Nutzen Sie zudem für jeden Ihrer Accounts ein anderes Passwort, am besten mit Hilfe eines Passwortmanagers.

So schützen Sie Ihre Kreditkartendaten

Zum Thema Kreditkarte: Zwar versuchen die Anbieter der Kreditkartenfirmen so viel Sicherheit, wie möglich in diese Karten zu stecken. Wenn aber Ihre Kreditkartendaten samt Namen und Ablaufdatum und PIN in einem gehackten Datensatz auftauchen, kann es heikel werden. Denn diese Daten reichen, um in Online-Shops auf Shoppingtour zu gehen zu gehen. Die gute Nachricht: In der Regel zeigen sich die Kreditkartenunternehmen bei missbräuchlicher Nutzung kulant, wenn es um Entschädigung geht.

5 Tipps gegen Identitätsdiebstahl und Kreditkartenmissbrauch

Zwar lässt sich die Gefahr des Identitätsdiebstahls sowie Kreditkartenmissbrauch nicht vollständig bannen, beachten Sie allerdings folgenden Tipps, können Sie das Risiko immerhin deutlich mindern.

Schieben Sie Kreditkarten- und Identitätsdiebstahl den Riegel vor

  • Tipp 1: Nicht mit der Kreditkarte im Internet bezahlen: Zwar können Sie unberechtigten Kreditkarten-Abbuchungen widersprechen, trotzdem gibt es bessere und vor allem sicherere Zahlungsmöglichkeiten, beispielsweise per Rechnung oder PayPal.
  • Tipp 2: Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten: Möchten Sie auf Ihre Kreditkarte beim Online-Shopping nicht verzichten, dann richten Sie zumindest beim Anbieter eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung. In diesem Fall haben Online-Gauner keine Möglichkeit mehr, allein mit Ihren Kreditkartendaten Schindluder zu treiben. Denn für eine Transkation ist dann eine weiteren Freigabecode nötig, den Sie in der Regel von Ihrem Smartphone erhalten.
  • Tipp 3: Buchungsalarm einrichten: Richten Sie Ihre Kreditkarte so ein, dass Sie bei jeder Buchung umgehend eine Benachrichtigung erhalten, etwa per E-Mail oder SMS. Auf diese Weise erfahren Sie sofort, welcher Betrag gebucht wurde, wann die Buchung erfolgte und wer der Empfänger ist.
  • Tipp 4: Ungenützte Kreditkarten kündigen: Benötigen Sie eine Kreditkarte nicht weiter, sollten Sie sie schnellstmöglich kündigen. Dadurch spare Sie unter Umstand nicht nur Gebühren, sondern verhindern auch dass die Daten von Kriminellen missbraucht werden können.
  • Tipp 5: Kreditkarte nicht aus der Hand geben: Die Daten Ihrer Kreditkarte lassen sich in Sekunden kopieren. Geben Sie sie daher nicht aus der Hand. Stecken Sie sie selbst ins Lesegerät ein und entnehmen Sie anschließend wieder. Bei der Eingabe der PIN decken Sie zudem das Lesegerät ab, so dass weder Menschen noch Kameras Ihre Eingaben verfolgen können.

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